Packende Duelle unterm Korb (von links): Augustine Rubit, Kelvin Martin und Casey Prather. Foto: Pressefoto Baumann

Hauptrunden-Sieger Ratiopharm Ulm hat sich in den Play-offs der Basketball-Bundesliga zurückgemeldet. Die Ulmer siegten am Mittwochabend mit 82:76 (40:40) bei den Riesen Ludwigsburg.

Ludwigsburg - Die Basketballprofis von Ratiopharm Ulm sind am Mittwochabend schon hoch dekoriert zum Play-off-Viertelfinalspiel nach Ludwigsburg gekommen. Schließlich stellte der Hauptrundenerste in Thorsten Leibenath den Trainer des Jahres, in Raymar Morgan den wertvollsten Spieler der Saison (MVP) und zu guter Letzt wurden auch noch die Zuschauer zu den besten Fans der Liga gewählt. Angesichts dieser Meriten fehlt eigentlich nur noch die wichtigste Auszeichnung des Jahres – und das ist der Titel.

Dem ist das Team mit dem 82:76 (40:40) vor den 4500 Zuschauern in der ausverkauften MHP-Arena einen ersten Schritt näher gekommen, wozu Chris Babb 21 Punkte beisteuerte und ein Sonderlob seines Trainers Leibenath bekam: „Das war eine sehr starke Leistung, obwohl sich Ludwigsburg auch auf ihn konzentriert hat.“

Auch in Ulm lief nicht alles optimal

Nachdem die Riesen drei der vier direkten Vergleiche in dieser Saison (darunter den Viertelfinal-Auftakt vergangenen Samstag in Ulm) für sich entschieden haben, wich Leibenath partout nicht von seiner zumindest fragwürdigen Linie ab und betonte: „Nach wie vor sind die der Favorit.“ Der Tabellen-Achte wohlgemerkt, der nach Chad Topperts Comeback vom Samstag am Mittwoch nach sechs Wochen Pause wegen Oberschenkelproblemen auch wieder auf Kelvin Martin zurückgreifen konnte, das zahlte sich mit dessen zehn Punkten aus. Wie hatte John Patrick gesagt: „In den Play-offs geht es immer um Umstellungen – und Verbesserungen.“ Denn auch beim Überraschungssieg in Ulm lief nicht alles optimal. Das ist vielleicht auch zu viel verlangt in dieser entscheidenden Phase der Saison.

Verdienter Sieger

Auch das zweite Spiel war intensiv und ausgeglichen – und wenn es noch eines Beweises bedurft hatte, lieferte den der Halbzeitstand von 40:40. Vorab ein Wechselbad der Gefühle: Ludwigsburg führte 33:25 (15.), lag drei Minuten später 33:36 zurück. Auf beiden Seiten gab es Ballverluste, die Nerven spielten eben auch mit. Das Patrick-Team wollte die Vorentscheidung in der Serie, die Gäste den wichtigen Ausgleich. Dabei hatten sie einen Riesen-Vorteil: bei den Rebounds (44:29 am Ende), auch weil der Ludwigsburger Center Jack Cooley nicht seinen besten Tag erwischt und Johannes Thiemann vier Fouls (33.) hatte. „Wir haben nicht schlecht verteidigt“, sagte Patrick, „aber die Rebounds gaben den Ausschlag.“ Die Spannung lag lange bei 220 Volt – wer nicht aufpasst, der bekommt einen Schlag. Es traf die Gastgeber, die vor allem unter dem Korb Defizite aufwiesen und mit einem 54:62-Rückstand ins letzte Viertel gingen. Zu viel – auch angesichts einer schwachen Freiwurfquote von 62 Prozent. „Ein verdienter Sieg der Ulmer“, musste John Patrick zugeben.

Eines ist nun klar: es gibt im Viertelfinale auf jeden Fall ein viertes Spiel (nächsten Dienstag wieder in Ludwigsburg). Doch zuvor steigt am Samstag (18 Uhr) erst einmal in Ulm die nächste Partie. Alles ist offen, aber Ulm Favorit, was sogar der Trainer Leibenath jetzt nicht mehr abstreiten wollte: „Ja – wir sind der Top-Favorit.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: