Die Auto Motor Show ist eine erste Gelegenheit im Jahr für die Autohersteller, sich zu präsentieren. Foto: dpa

Die Autor Motor Show in Detroit öffnet ihre Pforten und das Schaulaufen der Autohersteller dieser Welt beginnt. Die ersten neue Modelle sind bereits vorgestellt worden.

Detroit - Daimler -Chef Dieter Zetsche hat sein wichtigstes Ziel schon vorzeitig erreicht: Der Stuttgarter Autobauer verkaufte im vergangenen Jahr erstmals mehr als zwei Millionen Pkw der Marke Mercedes-Benz und dürfte damit den Platz als führender Premiumautobauer vor BMW und Audi sicher haben. Die Marke mit dem Stern setzte 2016 dank neuer Modelle rund 2,08 Millionen Fahrzeuge ab, ein Zuwachs zum Vorjahr von gut elf Prozent.

Mit zweistelligem Wachstum in China und Europa habe sich Mercedes-Benz an die Spitze im Premiumsegment gesetzt, erklärte Zetsche am Sonntag kurz vor Beginn der Automesse in Detroit, wo Mercedes sein neues Modell des GLA vorstellte. „Und wir machen weiter Tempo - mit neuen Technologien, Produkten und Dienstleistungen“, ergänzte er.

Zetsche wollte die Krone, die BMW den Schwaben 2005 abjagte, bis 2020 zurückerobern. Nun feiert er den Absatzrekord in einer Zeit, in der nach Expertenmeinung für den Erfolg bald nicht mehr zählt, wer die meisten Autos losschlägt, sondern wer zusätzlich die meisten digitalen Dienste verkauft.

Neues auch von Google und seinen Plänen für innovatives Autofahren: Noch in diesem Monat will die Alphabet-Tochter Waymo autonom fahrende Minivans auf öffentlichen Straßen in Kalifornien testen. Sensoren, Radare und Software habe das Unternehmen selbst entwickelt, teilte Geschäftsführer John Krafcik auf einer Automesse in Detroit am Sonntag mit. Der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat Chrysler hatte die Fahrzeuge zur Verfügung gestellt.

Das Unternehmen Waymo, das wie Google zum Mutterkonzern Alphabet gehört, hat wiederholt mitgeteilt, keine eigenen Autos entwickeln zu wollen. Die selbstfahrenden Systeme sollten vielmehr an bewährte Autokonzerne geliefert werden. Jüngst hatte Honda angekündigt, mit Waymo in Gesprächen über einen möglichen Einsatz in seinen Fahrzeugen zu sein.

Volkswagen verkauft mehr Autos

Die Marke VW hat im vergangenen Jahr trotz des Abgasskandals mehr Autos verkauft. Der Absatz weltweit stieg um 2,8 Prozent auf knapp sechs Millionen Fahrzeuge, wie VW-Markenchef Herbert Diess am Sonntagabend (Ortszeit) in Detroit sagte, wo der Hersteller ein neues Modell des Tiguan zeigte. Vor allem der wichtige chinesische Markt hat die Verkäufe angekurbelt. In den USA lief es zumindest zum Jahresende wieder besser - ein Jahr zuvor hatte ein von US-Behörden verhängter Verkaufsstopp für Dieselfahrzeuge den Absatz kräftig gedämpft.

Diess setzt in den USA trotz der Probleme durch die Dieselkrise hohe, wenn auch sehr langfristige Ziele: „Wir sind entschlossen, in den nächsten zehn Jahren ein wichtiger und profitabler Volumenhersteller in den USA zu werden“, kündigte Diess an. VW stellte kurz vor Beginn der Automesse in Detroit ein neues Stadtgeländewagen-Modell vor. Mit einer neuen Tiguan-Variante für den US-Markt setzt VW seine Bemühungen fort, auf dem wachsenden SUV-Markt Fuß zu fassen. Die Wolfsburger hatten dieses in den USA sehr starke Segment lange vernachlässigt.

Die USA waren für VW auch vor dem Bekanntwerden der massenhaften Manipulation von Abgaswerten bei Dieselautos ein schwieriger Markt. Seit 2007 weist VW bereits keine Gewinnkennzahlen mehr für die USA aus. Schon damals waren die Zahlen rot. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte das US-Geschäft einmal als „Katastrophenveranstaltung“ bezeichnet. Im vergangenen Jahr verkaufte die Marke in den USA im Jahresvergleich 7,6 Prozent weniger Autos. Im Zuge der Dieselkrise verhängten Behörden einen Verkaufsstopp für Volkswagens Dieselmodelle.

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