Jörg Armbruster wurde in Syrien angeschossen. Jetzt erhält der SWR-Reporter einen bedeutenden Journalistenpreis. Foto: SWR-Pressestelle

"Sorgfältige, überlegte und zurückhaltende Analysen": Der in Syrien angeschossene SWR-Reporter Jörg Armbruster erhält den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus.

Hamburg/Stuttgart - Der in Syrien angeschossene SWR-Reporter Jörg Armbruster (65) erhält den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus. In ihrer Begründung lobte die Jury seine „sorgfältigen, überlegten und zurückhaltenden Analysen“, wie es in einer Mitteilung am Mittwoch in Hamburg hieß. Auch der freie Journalist Marcel Mettelsiefen bekommt die Auszeichnung: Als Foto-, Video- und Fernsehjournalist gehe er im wahren Sinne des Wortes eigene Wege. „Zwei Journalisten, die in völlig unterschiedlicher aber in besonders herausragender Weise über den Bürgerkrieg in Syrien berichten“, hieß es zu den Preisträgern.

SWR-Intendant Peter Boudgoust freute sich über die Auszeichnung für Armbruster: „Der Südwestrundfunk und die ARD schätzen Jörg Armbruster als leidenschaftlichen und besonnenen Auslandskorrespondenten. Sein Name und seine Person stehen für das wichtigste Gut in der Krisenberichterstattung: Glaubwürdigkeit.“ Der gebürtige Tübinger hatte schon über den Golfkrieg und über Wahlen in Südafrika berichtet. Zuletzt lag sein Schwerpunkt auf Ägypten und dem syrischen Bürgerkrieg.

"Glücklicherweise auf dem Weg der Besserung"

Die Nachricht von Armbrusters schweren Verletzung in Syrien habe den Sender vor wenigen Wochen erschüttert, machte Boudgoust in Stuttgart deutlich. Scharfschützen hatten das Auto, in dem der Reporter mit Kollegen saß, am Ende März im nordsyrischen Aleppo gezielt beschossen. Eine Kugel durchdrang Armbrusters Arm und traf den Körper. „Er ist inzwischen ja glücklicherweise auf dem Weg der Besserung“, teilte der SWR-Intendant mit. Nach mehreren Operationen könne er das Krankenhaus voraussichtlich in einer Woche verlassen.

Der mit insgesamt 5000 Euro dotierte Journalistenpreis erinnert an den früheren „Tagesthemen“-Moderator Hanns Joachim Friedrichs (1927-1995). Der dafür gegründete Verein würdigt seit 1995 jährlich herausragende Leistungen im kritischen Fernsehjournalismus. Zu den bisherigen Preisträgern gehören neben anderen die Moderatoren Claus Kleber, Anne Will und Sandra Maischberger.

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