Hier der Moment, als sich in Stuttgart kroatische Fans zwischen Polizei und ihre Landsmänner stellen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

55 vorläufige Festnahmen sprechen eine deutliche Sprache. Komplett ruhig verlief die WM-Party der Kroaten in Stuttgart nicht. Dabei gab es eine kleine Gruppe, die sich mutig zwischen Randalierer und Polizei stellte. Und damit Schlimmeres verhinderte. Hier das Video.

Stuttgart - Irgendwann eskaliert die Situation. Vier Wochen lang gibt es in Stuttgart bei den WM-Spielen der Kroaten kaum nennenswerte Zwischenfälle. Bis am Sonntag nach dem verlorenen WM-Finale die Polizei einen Fan auf der Theodor-Heuss-Straße inmitten der Menge festnimmt.

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In diesem Moment haben viele kroatische Anhänger genug, reagieren mit wütenden Pfiffen, werfen Flaschen, Becher und andere Gegenstände in Richtung der etwa 20 Beamten. Der kroatische Mob wird größer, umzingelt die Polizisten, die sich langsam im Rückwärtsgang befinden – und irgendwann genug von all den Übergriffen haben.

Polizei duldet keine rechtsfreien Räume

„Wir hatten eine äußerst defensive Taktik. Aber irgendwann ist genug. Wir dürfen Straftätern keinen rechtsfreien Raum bieten“, sagt die Einsatzleitung noch am Sonntagabend gegenüber unserer Redaktion.

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Also ist Schluss mit Rückzug. Mit Schlagstöcken bewaffnet, treten die Polizisten in Sekundenschnelle den Vorwärtsgang an, überraschen so die Menge. Es gibt leicht verletzte Fans, Handys zertrümmern, viele kroatische Anhänger finden sich auf dem Boden wieder. Und es folgen vereinzelte Festnahmen. Dann ist kurz Ruhe. Bis der Mob endgültig wütend wird, wieder versucht sich den Polizisten zu nähern.

In diesem Moment baut sich zwischen Polizisten und den aufgebrachten Fans eine menschliche Mauer aus kroatischen Anhängern auf, um die Situtation zu beruhigen. Das gelingt. Nach und nach kann sich die Polizei zurückziehen. Und die tobende Menge beruhigen. So werden die schlichtenden Anhängern zu den wahren kroatischen Helden an diesem Finalabend von Stuttgart.

Hier gibt es die Szene im Video.

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