In der ehrenamtlichen Fahrradwerkstatt prüfen die Experten Bremsen, Licht andere wichtige Bestandteile des Drahtesels. Foto: Georg Linsenmann

Die Fahrrad-Werkstatt hat beim Aktionstag an der Carl-Benz-Schule alle Hände voll zu tun.

Hallschlag - Wenn der Elternbeirat der Carl-Benz-Schule im Frühjahr zur Aktion „Rund ums Fahrrad“ ruft, scheinen wieder alle zu kommen – jedenfalls sehr viele. So wäre der Schulhof an diesem Nachmittag die perfekte Vorlage für ein buntes Wimmelbild mit mehr als hundert Kindern, die kreuz und quer herumsausen – und das trockenliegende Brunnenbassin als Steilwandkurve nutzen.

Die meisten haben auch zwei andere Stationen im Sinn: den Fahrradcheck der Polizei und gegebenenfalls die ehrenamtliche Fahrrad-Werkstatt. Den Zweck der Aktion macht Jan Bujk vom pädagogischen Betreuungsteam der Schule deutlich: „Es geht darum, das Bewusstsein für sicheres und unfallfreies Radfahren zu stärken, und ohne Helm lassen wir hier keinen fahren!“

Das gilt besonders für die Fahrradschule der Polizei. Bevor die Kinder auf den Parcours mit Slalom und kleinen Hindernissen dürfen, werden die Vehikel geprüft: „Im Vergleich zum Auto werden Kinderräder oft vernachlässigt“, sagt Udo Heinz vom Präventionsteam. „Dabei muss man wissen, dass Kinder im Straßenverkehr die gleichen Rechte und Pflichten haben wie Erwachsene. Und Kinder haben kein Blech um sich herum.“ Deshalb geht der Mängelbericht über die Schule auch an die Eltern, die gegenzeichnen müssen: „Nur so geht es“, sagt Heinz, „Kinder in dem Alter brauchen die Unterstützung.“

Jetzt aber geht es damit erst einmal zum Helfer-Trio an der Tischtennisplatte, wo Andreas Wetzel und Norbert Schwarz ebenso beschäftigt sind wie Andi Bürkle vom nahegelegenen Mauga-Nescht. Licht reparieren, Bremsen einstellen, den Sattel in die richtige Position bringen. „Zumeist sind es solche Kleinigkeiten“, sagt Schwarz. Kniffliger sind Schaltungssachen oder Speichenbrüche. Manchmal muss nur ordentlich Luft in die Reifen, einige Male aber auch ein völlig abgefahrener Mantel ersetzt werden. Das Trio will auch die Freude am Radfahren befördern. „Es ist billig und gesund“, sagt Wetzel, der gar kein Auto hat. Und Bürkle ergänzt: „Die Aktion ist gut gegen unnötige Elterntaxis. Die Botschaft für die Kinder heißt: Sei Dein eigenes Taxi!“

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