Lebensgroße Krippenfiguren in der Bahnhofshalle, geschnitzt von polnischen Schülern Foto: Lichtgut/Horst Rudel

Der Beginn des neuen Kirchenjahres am Sonntag war gleichzeitig der Start der bundesweiten Weihnachtsaktion des katholischen Hilfswerks Adveniat. Auch die Krippe am Stuttgarter Hauptbahnhof wurde feierlich eröffnet.

Stuttgart - „,Komm unser Herr‘, riefen die Christen der Urgemeinde – bis heute warten wir auf die Ankunft dessen, der als Mensch in die Welt gekommen ist“, sagt Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg- Stuttgart in seiner Predigt. Zum feierlichen Gottesdienst am Sonntagvormittag ist die Domkirche St. Eberhard in der Innenstadt gut gefüllt. Es ist zugleich ein erster Höhepunkt der Adveniat-Aktion, die das Motto trägt „Frieden jetzt! Gerechtigkeit schafft Zukunft“.

Die bundesweite Spendenaktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat legt den Schwerpunkt kirchlicher Friedens- und Menschenrechtsarbeit auf Kolumbien und Guatemala. In beiden Ländern soll der Friedensprozess unterstützt werden. „In vielen Teilen Lateinamerikas ist das Thema Gewalt tagtäglich gegenwärtig und das in den verschiedensten Facetten“, sagt Fürst. Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck erklärt: „All das schafft ein Klima der Angst und Einschüchterung. Lateinamerikanische Musik- und Tanzgruppen begleiten den Adveniat-Auftakt in der Domkirche.

Bischof aus Guatemala sagt Danke

„Mein Dank gilt den Katholiken in Deutschland für ihre Großherzigkeit. Sie geben ihre Spenden als Zeichen der Solidarität“, sagt Bischof Julio Cabrera aus Guatemala. Per Video-Liveübertragung wird der Gottesdienst im Internet übertragen.

Um die frohe Botschaft und um Solidarität geht es auch bei der weihnachtlichen Krippe, die seit Sonntagabend im Stuttgarter Hauptbahnhof besichtigt werden kann. Ein Blickpunkt für die vielen Reisenden, die hier täglich vorbei gehen. Die Initiatoren, die Stuttgarter Bahnhofsmission, das Bildungszentrum zur Förderung der polnischen Sprache, Kultur und Tradition in Schwäbisch Gmünd und der polnische Kulturverein Stuttgart sehen darin „eine Oase der Besinnung und des Friedens“. Maria Haller-Kindler, Kinderbeauftragte der Stadt Stuttgart sieht in der Krippe „ein schönes Zeichen gerade am Bahnhof, der das Eingangstor zur Stadt ist. Zum 20. Mal steht hier eine Krippe. In diesem Jahr lautet ihr Motto „Bethlehem und die Menschenrechte“. Die lebensgroßen Holzfiguren wurden von Schülern des Kenar-Lyzeums im polnischen Zakopane geschnitzt. Der Stuttgarter Prälat Ulrich Mack zeigt sich beeindruckt: „Dass die Weihnachtskrippe gerade aus der polnischen Gemeinde kommt ist ein wichtiges Zeichen für Frieden und Versöhnung.“

Die Krippe wird bis zum Dreikönigstag in der Haupthalle der Hauptbahnhofs zu sehen sein. Das Geld aus dem Spendenstock geht gleichermaßen an die polnische Gemeinde und die Bahnhofsmission.

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