Ein Pannenhelfer des ADAC – Mitglied beim Automobilclub zu sein, soll bald teurer werden. (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa/Ralf Hirschberger

Die rund 21 Millionen Mitglieder des ADAC müssen 2020 tiefer in die Tasche greifen. Obwohl sich die Anzahl der Mitglieder gut entwickelt hat, zahlen Basis-Mitglieder dann fünf Euro mehr, also 54 Euro im Jahr.

München - Die mehr als 21 Millionen Mitglieder des ADAC müssen im kommenden Jahr höhere Beiträge zahlen. Die Basismitgliedschaft solle sich von 49 auf 54 Euro pro Jahr verteuern, für Plus-Mitglieder steige der Beitrag von 84 auf 94 Euro, berichtete die „Welt“ am Freitag unter Berufung auf Vereinskreise. Der ADAC in München bestätigte den Bericht auf Anfrage, wollte aber selbst keine Einzelheiten nennen. Eine außerordentliche Hauptversammlung soll die Beitragserhöhungen Mitte November erst noch beschließen. 

ADAC-Präsident August Markl erklärte: „Eine höhere Effizienz und die Beitragsanpassung zusammen sorgen dafür, dass der ADAC finanziell gut aufgestellt ist und 2020 schwarze Zahlen schreiben kann.“ Wichtig sei dem Automobilverein, „dass wir die Leistungen für unsere Mitglieder aufrechterhalten und weiterentwickeln können.“ 

Markl verwies zur Begründung für die Erhöhungen auf „allgemeine“ Kostensteigerungen von zuletzt jährlich rund 1,5 Prozent und zusätzliche finanzielle Belastungen durch die Versicherungssteuer. Der ADAC muss diese Steuer auf Beiträge seit 2014 nach einer Entscheidung der Steuerbehörden zahlen. 

Mehr Mitglieder als zur Zeit der Fälschungen

2018 betrug das Minus laut früheren Angaben Markls 78 Millionen Euro. Zuletzt hatte der ADAC die Mitgliedsbeiträge 2014 angehoben. Die Einnahmen daraus beliefen sich 2018 auf rund 814 Millionen Euro. 

Der ADAC war im Zusammenhang mit Fälschungen beim mittlerweile eingestellten Autopreis Gelber Engel 2014 in die Krise geraten und hatte einen umfassenden Reformprozess eingeleitet. Im Zuge des Skandals war auch die Mitgliederentwicklung ins Stocken geraten - mittlerweile hat der Verein aber im Vergleich zum Krisenjahr gut zwei Millionen mehr Mitglieder. Die Marke von 21 Millionen Mitgliedern wurde zum August geknackt. Rund drei Viertel aller Mitglieder sind laut „Welt“ Plus-Mitglieder.

Bei den Neumitgliedern sind nach ADAC-Angaben vom August 57 Prozent jünger als 40 Jahre alt. Insgesamt beträgt das Durchschnittsalter 50,4 Jahre. Der Frauenanteil liegt nach einem länger anhaltenden Anstieg bei 41 Prozent. Die Mitglieder bleiben durchschnittlich 21,2 Jahre im ADAC.

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