Dieses Bild ist zwölf Jahre alt. Die Probleme an diesem Knotenpunkt A 8/ Nord-Süd-Straße haben sich seitdem verschärft: Immer wieder staut sich der Verkehr. Foto: Archiv/ Alexandra Kratz

Der Baustart hatte sich wegen Zauneidechsen verzögert. Nun kommt neuer Schwung in die Sache. Das Land will den Knotenpunkt A 8 Anschlussstelle Möhringen/Nord-Süd-Straße im kommenden Jahr umbauen. Die Stadt Leinfelden-Echterdingen soll sich an den Kosten beteiligen – lehnt dies aber ab.

Filder - Pendler können davon ein Lied singen: Der Verkehr rund um den Knotenpunkt A 8 Anschlussstelle Möhringen/Nord-Süd-Straße gerät regelmäßig ins Stocken. „Manchmal reicht die Verstopfung bis zum Echterdinger Ei“, sagt Eva Noller, Bürgermeisterin in Leinfelden-Echterdingen. Die Motoren laufen, Abgase belasten die Luft. Gleichzeitig wird der Verkehrsknoten künftig immer stärker genutzt werden. Denn große Firmen wie der Automobilkonzern Daimler siedeln sich rechts und links davon an. Der Synergiepark Vaihingen/Möhringen wird immer dichter, in Leinfelden-Unteraichen wird kräftig gebaut. L.-E. plant den ersten Bauabschnitt der Osttangente. Der Druck zu handeln, wächst also.

„Wir sehen schon lange Bedarf aus diesem halben Knoten einen Vollknoten zu machen“, sagt Eva Noller. Doch das Land und das Stuttgarter Regierungspräsidium haben vorerst anderes im Sinn. Sie möchten zunächst jene A-8-Rampe an der Nord-Süd-Straße umbauen, die auf Stuttgarter Gemarkung liegt (Richtungsfahrbahn Karlsruhe). Kostenpunkt: rund 2,2 Millionen Euro.

Weniger Ampeln

Ohne von einer Ampelanlage gebremst zu werden, sollen die Autos, die künftig auf dem Hauptstrom der Nord-Süd-Straße nach Süden unterwegs sind, über den Knotenpunkt geführt werden. „Der Linkseinbieger von der Rampe in die Nord-Süd-Straße wird dann über eine Verflechtungsspur eingeleitet“, erklärt eine Sprecherin des RPs auf Nachfrage. Der Rechtseinbieger werde, ebenfalls ohne zuvor eine Ampel zu passieren, über einen Einfädelungsstreifen auf die Nord-Süd-Straße geführt.

Bürgermeisterin Noller erklärt die Vorteile so: „Wer von Osten kommt und in Richtung Vaihingen will, kann künftig ohne Ampel durchfahren.“ Ähnliches gelte für Leute, die von L.-E. kommend rechts nach Karlsruhe abbiegen wollen. „Ich kann mir schon vorstellen, dass der Verkehr so etwas flüssiger abfließt“, sagt sie. Der Umbau bedeutet nicht, dass es an dem Anschlusspunkt künftig keine Signalanlagen mehr geben wird. Wer beispielsweise von der Rampe links auf die südliche Nord-Süd-Straße nach L.-E. fahren will, wird wie zuvor an einer Ampel halten müssen.

Nur eine Zwischenlösung

Laut der RP-Sprecherin handelt es sich hierbei um eine „übergangsweise Lösung“, die aber dringend erforderlich sei. Ziel sei es, den „Ist-Zustand kurzfristig zu verbessern“. Gleichzeitig sei der achtstreifige Ausbau der A 8 im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans enthalten. Hierzu werde gerade eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Langfristig sei für die dann achtstreifige Autobahn eine nachhaltige, richtlinienkonforme Anschlussstelle S-Möhringen geplant.

Der Umbau, der nun im kommenden Jahr über die Bühne gehen soll, war eigentlich schon für den Sommer 2018 geplant. Doch daraus wurde nichts. Zauneidechsen verzögerten das Vorhaben. Die Tiere lebten auf den Böschungen rechts und links der Nord-Süd-Straße. Sie mussten umgesiedelt werden.

Obwohl die Rampe nicht auf der Gemarkung von Leinfelden-Echterdingen liegt, soll sich die Stadt nach dem Willen des Regierungspräsidiums an den Kosten beteiligen. Dazu schreibt die Sprecherin: „Straßenrechtlich ist die gesamte Anschlussstelle als eine Kreuzung zu betrachten.“ Die Städte Stuttgart, Leinfelden-Echterdingen und der Bund seien Kreuzungsbeteiligte und müssten sich an den Umbaukosten beteiligen. Als Grundlage dafür werde eine Vereinbarung aus dem Jahr 1993 herangezogen.

Stadt L.-E. will nicht zahlen

110 000 Euro müsste L.-E. dafür aus seinem Stadtsäckel nehmen. Doch die Summe will Leinfelden-Echterdingen nicht ausgeben, die Stadt lehnt eine Kostenbeteiligung ab und bekam dabei Anfang der Woche auch Rückendeckung vom zuständigen Gemeinderatsausschuss. Viele der Stadträte sind überzeugt, dass dieser Umbau den Bürgern aus L.-E. gar nichts bringen werde.

Die Stadt hat in dieser Sache einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der kam laut Bürgermeisterin Noller zum Ergebnis, dass die Stadt nichts bezahlen muss. „Die Maßnahmen sind alle auf Stuttgarter Gemarkung“, sagt sie. Und: „Mit uns wurde zwar Rücksprache gehalten, wir hatten aber nicht wirklich viel Mitsprache.“

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