Hoch ansteckend: das Norovirus Foto: dpa/Gudrun Holland

Im Herrenberger Stadtteil Affstätt sind 40 Kinder an Brechdurchfall erkrankt. Die Grundschule ist deshalb für den Rest der Woche geschlossen worden. Sie wird jetzt gründlich gereinigt.

Herrenberg - Vermutlich geht im Herrenberger Stadtteil Affstätt das Norovirus um: An der Grundschule sind 40 der 115 Kinder an Brechdurchfall erkrankt. Auf Anraten des Böblinger Gesundheitsamts wurde die Schule für den Rest der Woche geschlossen. Erst am Montag, 20. Januar, soll wieder Unterricht stattfinden, teilt die Stadt Herrenberg mit.

„Es besteht der Verdacht auf Norovirus“, heißt es in der Mitteilung. Häufig treten dabei Symptome wie plötzliche Übelkeit, Durchfall und starkes Erbrechen auf. Das Norovirus gelte als hoch ansteckend, deshalb falle am Donnerstag und Freitag an der Grundschule nicht nur der Unterricht aus, sondern es gebe auch keine Kernzeitbetreuung.

Empfehlung des Gesundheitsamtes

Das Böblinger Gesundheitsamt hatte am Mittwoch nach dem gehäuften Auftreten von Krankheitsfällen empfohlen, die Schule zu schließen, um die Infektionskette zu unterbrechen. Die Eltern wurden am Nachmittag von der Schulleitung informiert. Der Unterricht und die Kernzeitbetreuung sollen nach umfassenden Hygienemaßnahmen im Schulgebäude wieder regulär stattfinden.

Beim Norovirus handelt es sich um den Auslöser einer Magen-Darm-Erkrankung. Schon wenige Viruspartikel genügen, um die Infektion auszulösen. Deshalb kommt es oft zu einer Art Epidemie. Die Krankheitsfälle treten verstärkt im Winter auf, zuweilen parallel zu einer Grippewelle. Niedrigere Temperaturen, Regen und geringe Luftfeuchte begünstigten die Ausbrüche, erklärt die Verwaltung. Einer Infektion könne nur durch gründliche Hy­gienemaßnahmen vorgebeugt werden.

Station unter Quarantäne

Im Januar 2018 wurde eine Station des Bietigheimer Krankenhauses (Kreis Ludwigsburg) unter Quarantäne gestellt: Dort waren 19 Patienten am Norovirus erkrankt. Schullandheime oder Freizeiten sind Orte, an denen die Krankheit immer wieder auftaucht. Vor fünf Jahren erwischte es Sindelfinger Kinder auf einem Zeltlager in Bayern. Die Freizeit wurde abgebrochen, weil 40 der 70 Teilnehmer Brechdurchfall hatten. Als Auslöser galt das Norovirus. Im selben Sommer musste das Waldheim im Bernhauser Forst (Kreis Esslingen) blitzblank geputzt werden, nachdem sich bei der Ferienbetreuung 30 von rund 170 Kinder infiziert hatten.

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