André Schubert (Mitte) ist nicht mehr Trainer von Holstein Kiel. Foto: dpa/Stefan Puchner

Die Favoriten tun sich weiterhin schwer in der 2. Fußball-Bundesliga. Derweil wurde in Kiels André Schubert schon der dritte Trainer entlassen – am 6. Spieltag. Auch der 1. FC Nürnberg kommt nicht in Tritt.

Düsseldorf - Die 2. Fußball-Bundesliga ist weiterhin ein raues Pflaster. Vor allem für Fußball-Lehrer und Favoriten. In Stuttgart herrscht Jammern auf hohem Niveau, Nürnberg kommt nicht recht vom Fleck und Hannover steckt sogar schon in der nächsten Krise. Und auch für die Trainer war der 6. Spieltag ein aufreibender. Der erst im Sommer aus Braunschweig verpflichtete André Schubert wurde bei Holstein Kiel nach dem 0:3 in Heidenheim beurlaubt. Thomas Reis schaffte sechs Tage nach seiner Vorstellung als Nachfolger von Robin Dutt nach 0:2-Rückstand zumindest noch ein 2:2 (0:2) gegen Dynamo Dresden.

Der Hamburger SV kann derweil schon mit einem Punkt im abschließenden Stadt-Derby am Montag (20.30/Sky) beim FC St. Pauli wieder die Tabellenführung übernehmen. Diese hat derzeit der VfB Stuttgart inne, doch Zufriedenheit herrschte beim Absteiger nach dem mühevollen 3:2 bei Jahn Regensburg zunächst nicht.

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Am Tag danach konnte Trainer Tim Walter das Ganze schon mit gnädiger Ironie beurteilen. „Es ist halt so, dass eine gute Mannschaft wie ein gutes Pferd nur so hoch springt, wie es muss“, sagte Walter. Insgesamt sei sein Team auf einem guten Weg, aber „es wäre uns lieb, wenn wir die Dinger mal früher nach Hause fahren und zu Ende bringen“. Nach sechs Spielen ist der VfB noch ungeschlagen, hat viermal gewonnen, allerdings nie mit mehr als einem Tor Vorsprung.

Hannover 96 erneut im Tabellenkeller

Das sind allerdings Sorgen, die Mitabsteiger Hannover 96 gerne hätte. Mit fünf Punkten stecken die Niedersachsen nach dem 0:2 gegen Arminia Bielefeld schon wieder im Tabellenkeller. „Wir sind noch nicht angekommen in der Zweiten Liga, das muss man so deutlich sagen“, sagte Torhüter Ron-Robert Zieler. Auch Ex-Nationalspieler Dennis Aogo war nach seinem Debüt für 96 frustriert. „Da muss jeder anpacken, da muss jeder mitmachen und das war heute nicht wirklich der Fall. Das müssen wir aufarbeiten in der Woche“, sagte Aogo. Der dritte Absteiger aus Nürnberg steckt nach dem aufreibenden 3:3 bei Darmstadt im Tabellen-Mittelfeld fest.

Derweil trennte sich Holstein Kiel nach dem sechsten Spieltag von Schubert und vollzog nach denen in Aue und Bochum schon den dritten Trainer-Wechsel in dieser noch jungen Spielzeit. „Für unsere Entscheidung, uns von Andre Schubert zu trennen, waren nicht vorrangig die durchwachsenen Ergebnisse ausschlaggebend“, sagte Sportchef Fabian Wohlgemuth und deutete neben der mageren sportlichen Ausbeute mit fünf Punkten aus sechs Spielen auch atmosphärische Störungen an.

Überraschungs-Trio holt wieder Punkte

Hinter dem Spitzen-Duo aus Stuttgart und Hamburg folgt ein am Wochenende erneut siegreiches Überraschungs-Trio. Erzgebirge Aue ist nach dem 1:0 beim Heim-Debüt von Trainer Dirk Schuster gegen den bisher starken Aufsteiger VfL Osnabrück Fünfter, die SpVgg Greuther Fürth nach dem 2:1 gegen Schlusslicht SV Wehen Wiesbaden Vierter und Arminia Bielefeld nach dem Sieg in Hannover sogar Dritter. Die Ostwestfalen gelten für viele gar als Geheimfavorit auf den Aufstieg. Und nehmen das offenbar an. „Wir brauchen uns nicht mehr kleiner machen, als wir sind“, sagte Kapitän Fabian Klos.

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