Um Bakery Jattas Identität wird derzeit gestritten. Foto: dpa

Der Fall Bakery Jatta hat für erheblichen Gesprächsstoff gesorgt. Es geht um angebliche Zweifel an der Identität des HSV-Stürmers. Nachdem drei Vereine ihre Einsprüche zurückgezogen haben, wertet das DFB-Sportgericht den Fall als abgeschlossen.

Karlsruhe - Nach den zurückgezogenen Einsprüchen der Zweitligisten Nürnberg, Bochum und Karlsruhe gegen die Wertung der Spiele gegen den Hamburger SV hat auch das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes die Einspruchsverfahren abgeschlossen. Das teilte der DFB am Dienstag mit. „Damit bleiben die Spielwertungen bestehen, sind die Einspruchsverfahren vor dem DFB-Sportgericht mit Zustimmung des DFB-Kontrollausschusses abgeschlossen“, hieß es in der Mitteilung des Verbandes.

Der Fall Bakery Jatta hatte sich zuvor für den Karlsruher SC erledigt. Der badische Fußball-Zweitligist nimmt seinen Einspruch gegen die Spielwertung der 2:4-Niederlage gegen den Hamburger SV zurück. Der Traditionsverein begründete seine Entscheidung am Dienstag damit, dass das Hamburger Bezirksamt tags zuvor die Ermittlungen gegen den HSV-Profi eingestellt hatte.

Der KSC sehe jetzt keinen Anlass mehr, an dem Protest festzuhalten, teilte der Aufsteiger mit: „Dem KSC ging es zu jedem Zeitpunkt ausschließlich darum, den Verein vor einem etwaigen Wettbewerbsnachteil zu schützen.“ Auch der 1. FC Nürnberg und der VfL Bochum reagierten am Dienstag auf die Entscheidung der staatlichen Behörden damit, dass sie ihren Protest zurückzogen.

Pfiffe gegen Jatta

Nach einem Bericht der „Sport Bild“ soll es Zweifel an der Identität des Gambiers geben. Spekuliert wurde, dass Jatta einen anderen Namen haben und älter sein könnte. Der Offensivspieler war 2015 nach Deutschland geflüchtet und lebte zunächst in der Nähe von Bremen. Seit 2016 spielt er für den HSV und hat noch einen Vertrag bis 2024.

Der HSV und Trainer Dieter Hecking hatten sich stets hinter Jatta gestellt. Im Spiel beim KSC am 25. August war der Stammspieler ausgepfiffen worden. Ob die Pfiffe jedoch der ungeklärten Situation, der offensichtlichen Schwalbe aus der Anfangsphase oder beidem gleichermaßen geschuldet waren, blieb unklar. „Wir sind froh, dass sich die Angelegenheit jetzt für alle Beteiligten im positiven Sinne entwickelt hat und wünschen insbesondere Bakery Jatta nach dieser für ihn sehr schwierigen Zeit nur das Beste“, hieß es nun vom KSC.

Auch der Kontrollausschuss des DFB hatte die Causa Jatta geprüft und am 15. August den Spieler befragt. Ermittlungen von Polizei oder Staatsanwaltschaft gegen Jatta gab es nicht. Im Gegensatz zu Nürnberg, Bochum und Karlsruhe hatte Hannover 96 keinen Protest gegen das 0:3 am Sonntag in Hamburg eingelegt. Jatta erzielte dabei den Treffer zum Endstand.

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