Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim profitiert von den Stärken von Mimi Kraus: Eine davon ist sein knallharter Schlagwurf. Foto: Baumann

Er wird im September 37 Jahre alt, er hat Familie und ein neues berufliches Projekt. Andererseits hat Michael „Mimi“ Kraus immer noch Lust auf Handball. Demnächst wird sich seine sportliche Zukunft klären.

Stuttgart - Macht er beim Handball-Zweitligisten SG BBM Bietigheim weiter? Hört er auf mit Handball? Oder wechselt er gar noch einmal den Verein? Über die sportliche Zukunft von Handball-Weltmeister Michael „Mimi“ Kraus wird derzeit viel diskutiert. Das Ergebnis ist offen. „Wir befinden uns in Gesprächen. Spätestens in ein bis zwei Wochen haben wir Klarheit“, sagt SG-Geschäftsführer Bastian Spahlinger. Und auch Kraus selbst hält sich noch bedeckt: „Noch ist nichts entschieden.“

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Der 36-Jährige hat am vergangenen Wochenende in Göppingen ein Fitnessstudio eröffnet, besser gesagt einen Athletik Club, in dem Crossfit eine entscheidende Rolle spielt. Mit viel Leidenschaft kümmert sich Kraus um dieses Projekt. Im Oktober kommt, ebenfalls in Göppingen, ein zweites seiner Frau Bella hinzu, ein Ninja- und Trampolin-Park. Zudem widmet er auch viel Zeit seiner Familie mit den drei Kindern im Alter von eins, drei und fünf Jahren.

3. August Trainingsbeginn

Nun muss er die Entscheidung treffen, ob er noch die Zeit für professionellen Handball aufbringen kann und will. Am 3. August beginnt das Training bei der SG BBM Bietigheim. Seine Lust auf Handball ist ungebrochen, mit einem Nichtaufstieg will er eigentlich nicht abtreten. Auch fühle er sich fitter als mit 30. „Ich muss alles abwägen, die Entscheidung fällt mir nicht leicht“, sagt der Rückraumspieler.

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An Angeboten mangelt es nicht. Die SG BBM, für die Kraus seit Februar 2019 auf Torejagd geht, und ihr isländischer Trainer Hannes Jon Jonsson möchten ihn unbedingt halten. Auch aus der Bundesliga – in der Handballszene wird unter anderem von GWD Minden gemunkelt – und dem Ausland gibt es Anfragen. Die kürzesten Wege hätte Kraus bei einer Rückkehr zu Frisch Auf Göppingen. Er wohnt in Göppingen, er hat seine Projekte in Göppingen. Doch die Planungen bei Frisch Auf sind abgeschlossen. Und gerade in Corona-Zeiten geht es finanziell weniger ums Draufsatteln, als vielmehr ums Abspecken.

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