Im Frühjahr kommen die Zecken wieder aus ihren Winterquartieren im Boden. Bei Spaziergängen ist jetzt wieder erhöhte Vorsicht geboten. Foto: dpa

Zecken können FSME und Borreliose übertragen. Baden-Württemberg ist ein Hochriskogebiet. Wir beantworten die wichtigsten Fragen über Zeckenbisse.

Stuttgart - Steigen im Frühjahr die Temperaturen, werden die Zecken, die im Boden überwintert haben, wieder aktiv. Schon Temperaturen unter zehn Grad lassen die Spinnentiere ihre Wartepositionen in feuchtem Laub oder im hohen Gras einnehmen.

Der Zeckenbiss selbst birgt kein Gesundheitsrisiko. Allerdings können die Tiere beim Blutsaugen Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer speziellen Form der Hirnhautentzündung übertragen.

Lesen Sie hier: Die sieben größten Irrtümer - Was Sie über Zecken wissen sollten 

Baden-Württemberg gehört zu den Risikogebieten, in denen die Viren, die FSME auslösen, vorkommen. Doch trotz der erhöhten Gefahr sind hier nicht alle Zecken mit den FSME-Erregern infiziert.

Borreliose kann auch Jahre später ausbrechen

Die Übertragung der Lyme-Borreliose durch einen Zeckenstich kommt deutlich häufiger vor - und das im gesamten Bundesgebiet. Kann man sich gegen FSME impfen lassen, gibt es gegen die Bakterien der Borreliose keinen Impfschutz.

Jedes Jahr erkranken etwa 60.000 bis 100.000 Menschen an Borreliose. Das Krankheitsbild der Borreliose ist sehr vielgestaltig und die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch kann Tage, Wochen oder gar Jahre betragen.

Vorbeugen heißt also die Devise. Wir haben die wichtigsten Tipps der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zusammengefasst:

Vorbeugen beim Spaziergang

In Regionen, in denen mit Zecken zu rechnen ist, sollte man bei Unternehmungen draußen Unterholz und hohes Gras meiden und am besten auf festen Wegen bleiben.

Vorbeugen mit der richtigen Kleidung

Da man die Tiere auf hellen Shirts und Hosen schneller erkennen kann, sollte die Kleidung nicht dunkel sein. Feste Schuhe und lange Hosen sind bei Wanderungen durch den Wald oder über Wiesen von Vorteil.

Gezielt nach Zecken absuchen

Zuhause sollte man den Körper immer gleich nach Zecken absuchen. Besonders gerne saugen sich die Tiere an Kopf und Hals, der Haut unter den Armen, zwischen den Beinen, in der Leiste und in den Kniekehlen fest.

Diesen Geruch mögen Zecken nicht

In Drogeriemärkten oder der Apotheke gibt es bestimmte Lotionen oder Sprays, die Zecken durch ihren Geruch fernhalten sollen. Solche sogenannten Repellentien werden auf die Haut aufgetragen und bieten für einige Stunden einen gewissen Schutz.

Was tun bei einem Zeckenbiss?

Hat man eine Zecke entdeckt, muss das Spinnentier möglichst schnell entfernt werden. Durch schnelles Handeln lässt sich das Risiko einer Borreliose-Infektion deutlich verringern. Die Borrelien befinden sich im Darm der Zecken und werden erst nach einiger Zeit übertragen, in der Regel nach rund einem Tag, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Die Viren, die Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen, gelangen durch den Stich aus den Speicheldrüsen der Zecken allerdings relativ schnell in die Blutbahn des Menschen.

Wie entferne ich eine Zecke?

Mit einer Pinzette, einer speziellen Zeckenzange oder einer Zeckenkarte sollte das Tier so schnell wie möglich entfernt werden. Man sollte das Tier am Kopf - möglichst nah an der Bissstelle in der Haut, anpacken und vorsichtig und gleichmäßig aus der Haut ziehen. Die Zecke darf nicht zerquetscht werden, da der möglicherweise infizierte Speichel der Zecke dann schneller in die Blutbahn gerät.

Auf keinen Fall versuchen, die Zecke mit Nagellack, Klebstoff oder Öl einzureiben. Solche Maßnahmen helfen nicht.

Nach dem Entfernen der Zecke muss die Wunde gründlich desinfiziert werden. Wer sich nicht sicher ist, ob das ganze Tier entfernt wurde, sollte zügig einen Arzt aufsuchen. Auch wenn man sich nicht selbst zutraut, die Zecke zu entfernen, sollte man zu einem Arzt gehen.

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