Frauen beim Yoga auf dem Fernsehturm. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Bei einer jungen Amerikanerin riss während einer Handstand-Übung eine Arterie, sie erlitt einen Schlaganfall. Laut dem Stuttgarter Mediziner Hansjörg Bäzner kommt das jedoch sehr selten vor.

Stuttgart - Kann man nach einem Handstand tatsächlich einen Schlaganfall bekommen? Bei einer Yoga-Praktizierenden in Amerika riss während dieser Übung eine Arterie, sie erlitt einen Schlaganfall, von dem sie sich über einen langen Zeitraum erholen musste. Zwischenzeitlich geht es ihr wieder gut.

Laut Professor Hansjörg Bäzner, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik Stuttgart, litt die 39-Jährige wahrscheinlich an einer Dissektion. Das ist eine Aufspaltung der Wandschichten einer Schlagader. Das passiere allerdings sehr selten und eher bei jungen Menschen. Auslöser für diese Art des Schlaganfalls könnte nach Einschätzung des Professors eine ungewöhnliche Halsbewegung sein, die die Frau während ihres Handstands ausgeführt hat.

Auf Sport muss nicht verzichtet werden

Bäzner macht jedoch deutlich, dass die Behauptung völlig übertrieben sei, Yoga löse einen Schlaganfall aus. „Die Menschen brauchen keine Angst vor dieser Sportart haben“, sagt er und fügt hinzu, dass es schlicht ein ungewöhnliches Ereignis gewesen ist. Bei einer normalen, sportlichen Betätigung passiere so etwas eigentlich nicht.

Ein Schlaganfall mit einer Dissektion lässt sich jedoch nicht beeinflussen – weder durch gute Ernährung noch durch den Verzicht auf das Rauchen. Eine Arterie könne auch reißen, wenn man dafür eine Veranlagung hat. „Viele junge Patienten haben Angst, dass sie wieder einen Schlaganfall erleiden und sind oft seelisch beeinträchtigt.“ Trotzdem müssten sie nicht auf ihren Sport verzichten, wenn sie ihn davor gerne praktiziert haben.

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