Die Xbox One S All-Digital Edition soll ganz ohne Laufwerk auskommen. Foto: Microsoft

Microsoft will das Games-Geschäft in die Wolke bringen. Mit einer digitalen Version der Xbox sollen Spiele künftig auf Servern im Netz statt auf den Geräten der Nutzer laufen.

Stuttgart - Der Software-Gigant Microsoft will eine Version der Xbox One S ohne Blu-ray-Laufwerk auf den Markt bringen. „Eine Konsole gemacht für alle, die ihre Titel gerne digital abspeichern – ganz ohne Laufwerk“, kündigt der Xbox-Entwickler auf seiner Homepage an.

Nutzer können dabei eine Bibliothek digitaler Spiele erstellen, die sie überallhin mitnehmen können und die in der Cloud verfügbar sein soll. Die digitale Konsole wird also nur mit Download-Spielen und Spiele-Abos nutzbar sein. Das Abspielen von DVDs oder Blu-rays ist ohne physischen Datenträger nicht möglich.

Das kostet die digitale Xbox

In Deutschland wird die Xbox One S All-Digital Edition bisher nur im offiziellen Microsoft-Store gelistet. Im Paket mit den vorinstallierten Spielen Minecraft, Sea of Thieves und Forza Horizon 3 kostet sie 229,99 Euro. Günstiger als die Konsole ist die digitale Xbox-Variante nicht. Die herkömmliche Xbox One S gibt es bei Amazon und anderen Händlern bereits für rund 200 Euro.

Erst vor Kurzem hatte Google angekündigt, mit einem Streaming-Dienst für Videospiele noch stärker ins Games-Geschäft einzusteigen. Die Idee ist, dass die Spiele direkt auf Google-Servern im Netz laufen - und auf die Geräte der Nutzer über eine schnelle Internet-Verbindung übertragen werden.

Mit dem Angebot konkurriert Google mit Anbietern von Spielekonsolen und hochgerüsteten Gaming-PCs, aber auch mit bereits angekündigten Plattformen etwa von Microsoft und Electronic Arts. Die Google-Plattform mit dem Namen Stadia soll im laufenden Jahr zunächst in den USA und einigen europäischen Ländern an den Start gehen.

Wie die Cloud die Games-Branche ändert

Die Cloud sei die neue Plattformdynamik in der Games-Branche und werde die künftige Wettbewerbslandschaft prägen, schätzte Piers Harding-Rolls von dem Marktforschungsunternehmen IHS. Der Markt für Spielekonsolen wird seit Jahren vor allem von Sony, Microsoft und Nintendo dominiert - auch neue technologische Entwicklungen haben dem stabilen Markt wenig anhaben können.

Das könnte sich nun mit dem Weg in die Cloud ändern, meinte Harding-Rolls. Die Cloud könne sich als disruptive Kraft erweisen, die neuen Marktteilnehmern als Eintrittskarte dienen könne - nicht nur Cloud-Anbietern, sondern auch Telekom-Unternehmen oder Spieleentwicklern, die über Streamingplattformen ins Direktkundengeschäft einsteigen könnten.

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