Matthias Stets und die „Metal-Spendensau“. Foto: Marius Venturini

Die Idee für das „Brainstorm“-Benefizkonzert reift auf der norddeutschen Wiese in Wacken.

Wurmberg/Karlsruhe - Der Liebe wegen hat es Matthias Stets aus Nordrhein-Westfalen ins beschauliche Wurmberg verschlagen. Seit vier Jahren lebt der 26-jährige Maler und Lackierer mit Freundin Nicole Jaschinski nun bereits in der Enzkreisgemeinde. Seit satten zehn Jahren jedoch fährt der Heavy-Metal-Fan nun schon in den hohen Norden zum Wacken Open Air.

Dort, auf den Wiesen Schleswig-Holsteins, bei lauter, dröhnender Gitarrenmusik reifte im vergangenen Jahr auch die Idee: ein Metalkonzert zu organisieren, dessen Erlös krebskranken Kindern zu Gute kommt. Am Samstag ist es erstmals soweit: dann steigt das erste „Brainstorm-Festival“ in Karlsruhe. Matthias Stets strahlt: „Gemeinsam mit mir sind noch Kai Unger aus Düsseldorf und Oliver Jung aus Ettlingen dabei.“ Die überregionale Mischung verwundert nicht – nach Wacken pilgern jedes Jahr Rockfans aus der ganzen Welt.

Der Entschluss, sich für schwer Kranke zu engagieren, ist schnell gefallen. „Meine Mutter und mein Onkel hatten Krebs“, berichtet Stets, „und Kai Unger leidet an Multipler Sklerose.“ Die Idee war also da, nur wo zieht man so etwas am besten auf? „Ursprünglich wollten wir es in Wurmberg machen“, sagt Matthias Stets, „aber hier kam nur das Feuerwehrmagazin in Frage, und da hätte die Kapazität nicht gereicht.“

Schließlich wurde es dann der Club „Endstation“ in Karlsruhe. Zugute kommen soll der Erlös dem Förderverein „Fu­okk“, der die Krebsstation der Kinderklinik Karlsruhe unterstützt. „Die fanden die Idee klasse“, erinnert sich Stets.

Jetzt mussten noch Sponsoren her. Und auch die waren schnell gefunden. Ein Autohaus aus Karlsruhe stellt etwa das Geld für die Security zur Verfügung. Stolz ist Matthias Stets darauf, dass auch der bekannte Komiker Bülent Ceylan das Festival mit Sachspenden unterstützt. „Die versteigern wir dann“, so der Metal-Fan.

„Wir machen viel in Eigenleistung und über Kontakte“, sagt Stets, „so sind die Kosten niedriger als erwartet.“ So nutzen sie ihre Beziehungen zu den Wacken-Organisatoren, einige Experten helfen in Karlsruhe mit.

Mindestens 120 Besucher müssen jedoch für den Sprung in die Gewinnzone auf jeden Fall kommen. Für Spenden gibt es außerdem die „Metal-Sau“: einen Plastikkanister, der zum grimmig guckenden Sparschwein umfunktioniert wurde: „Die stellen wir an den Einlass.“

Fehlt noch das Wichtigste: die Bands. Hier setzen die „Brainstorm“-Macher auf eine bunte Mischung – ganz wie auf Matthias Stets Jacke, auf der von Tank über Iron Maiden bis zu Slipknot alles zu finden ist. Mit dabei sind Painful als Hauptband, außerdem Rockatary, Arcane Rain, Paniczone, Invisible Chains und The Last Days Of Fall. Und für die Fußballfans unter den Konzertgängern hat er eine gute Nachricht: „Wir haben extra eine Lizenz samt Fernseher besorgt, damit wir das Champions-League-Finale zeigen können.“ Sechs Monate Planungsphase liegen hinter dem Veranstalter-Trio, das extra eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) gegründet hat. Ein Verein soll demnächst folgen.

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