Die Schauspieler Franziska Weisz und Wotan Wilke Möhring stellen ihre nächste Hamburger „Tatort“-Folge „Die goldene Zeit“ vor. Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Der Hamburger „Tatort“ steht für realitätsnahe Krimi-Spannung mit gesellschaftspolitischen Bezügen. Das soll auch so bleiben, sagen die Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz. Und was ist ihre Meinung zum legendären „Tatort“-Vorspann?

Hamburg - Die Schauspieler Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz können sich nur im Ausnahmefall vorstellen, dass einer ihrer „Tatort“-Krimis aus Hamburg mal experimentell daherkommt. „Wenn das Buch wahnsinnig toll ist, warum nicht“, sagt Weisz dazu. Und Möhring ergänzt: „Aber da müsste es wirklich einen begnadeten Kunstgriff geben, um den Ansatz, den wir verfolgen, in so eine Form umzusetzen.“

Der Hamburger „Tatort“ mit den Bundespolizisten Thorsten Falke und Julia Grosz habe das Ziel, realitätsnah zu sein. „Ein Experiment nur um des Experiments willens, das fände ich fatal“, so Möhring weiter. „Viele freuen sich auch darauf, einen spannenden, real nachvollziehbaren Film mit gesellschaftspolitischem Ansatz zu sehen. Einen Film, der die Marke und die Hülle „Tatort“ respektiert. Deswegen finde ich, dass nicht jedes Experiment unbedingt in diesen Rahmen gehört.“

„Das wäre Verrat“

Auch der „Tatort“-Vorspann solle „unbedingt“ so bleiben wie er ist, so Weisz. Warum sollte man ihn auch ändern, fragt Möhring. „Wenn ich weiß, der nervt oder der ist doof oder der ist politisch nicht korrekt oder der ist old school“, dann sei das vielleicht nachvollziehbar. „Aber das ist eine Fanfare, an der sich alle treffen. Das verstehe ich gar nicht, wie man auf die Idee kommen sollte, es zu ändern, einfach nur, um es zu ändern. Das ist eine Haltung, die ich überhaupt nicht verstehen kann.“

Für Weisz käme ein neuer Abspann zudem einem Verrat gleich. „Das würde es total verraten. Es gebe auf der Welt kaum ein TV-Format in einem nationalen Fernsehsender, „das es seit 50 Jahren gibt und dem die Menschen so dermaßen die Treue gehalten haben“. Gerade, weil sie den Vorspann schon aus ihrer Kindheit kenne, freue sie sich jedes Mal wieder, wenn sie das höre. „Ich werde seiner nicht überdrüssig.“

Am Sonntag, 9. Februar, 20.15 Uhr, läuft im Ersten der neue „Tatort: Die goldene Zeit“ der beiden Ermittler. Darin geht es um einen Auftragsmord im Rotlichtmilieu.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: