Die Immobilienpreise in Stuttgart steigen weiter – Prestigeprojekte wie der Villengarten dürften nicht zu einer Entspannung beitragen. Foto: Lichtgut/Leif-Hendrik Piechowski

Nach einer Verschnaufpause steigen die Preise für Wohnungen, Häuser und Grundstücke im Herbst wieder stärker, wie der Maklerverband IVD Süd vermeldet.

Stuttgart - Die Immobilienpreise in Stuttgart haben im Herbst nach einer Auswertung des Maklerverbands IVD Süd wieder stärker angezogen. „Nach gedämpften Preissteigerungen in der jüngsten Vergangenheit sind im Herbst 2019 erneut beachtliche Anstiege auf dem Wohnimmobilienmarkt gemessen worden“, sagte Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts, am Donnerstag. Für Eigentumswohnungen aus dem Bestand liegen die Preise den Berechnungen zufolge bei durchschnittlich 4950 Euro je Quadratmeter. Das seien 10,5 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Grundlage sind eigene Erhebungen des IVD. Die Schere zwischen den Kaufpreisen und den Mieten gehe damit weiter auf. Die Mieten seien in den vergangenen Jahren um durchschnittlich fünf Prozent gestiegen. Der jüngste Mietspiegel der Stadt sah einen Anstieg von 7,2 Prozent.

Studie sieht Auswirkungen für Familien

Die Entwicklung bleibt nicht ohne Folgen, wie eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos im Auftrag des ZDF zeigt. In Städten wie Stuttgart wanderten mehr Familien ab als zu. Die umliegenden Kreise Ludwigsburg, Böblingen oder auch Esslingen verzeichnen hingegen ein Plus bei den Familienwanderungen. „Dass Familien wegen hoher Mieten ins Umland ziehen, ist nicht neu“, sagte Detlev Lück vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden – weiter steigende Mieten könnten diesen Trend jedoch ankurbeln. In Stuttgart müssen Familien der Studie zufolge durchschnittlich etwa 39 Prozent ihres Einkommens für Wohnen ausgeben, in Freiburg sind es 42 Prozent. Ausgewertet wurden statistische Daten aus 401 Kreisen und kreisfreien Städten.

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