Zwei Wölfe laufen im Wildpark Eekholt in Großenaspe (Schleswig-Holstein) durch ihr Gehege. Foto: Carsten Rehder/dpa

Es ist sehr unwahrscheinlich, beim Waldspaziergang einem Wolf zu begegnen. Falls doch, denken Sie daran: Wölfe sind keine Streicheltiere.

Stuttgart - Spaziergänger, Wanderer, Mountainbiker, Jogger und Reiter werden einen Wolf in Deutschland außerhalb von Zoos und Tierparks kaum je zu Gesicht bekommen. „Die Wahrscheinlichkeit ist auch in Wolfsregionen sehr gering“, heißt es beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz streifen derzeit fast 130 Wolfsrudel durch Deutschlands Haine und Flure.

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Wenn Ihnen ein Wolf begegnet . . .

Die Raubtiere sind äußerst scheu und vermeiden es, Menschen direkt zu begegnen. Wölfe wittern Menschen frühzeitig und suchen meist das Weite. Falls es dennoch einmal zu einer Begegnung mit „Canis lupus“ kommen sollte, machen Sie es auf keinen Fall so wie Rotkäppchen im Märchen der Brüder Grimm. Hier einige nützliche Tipps von Wolfsexperten:

Stehen bleiben, laut rufen, klatschen

Sollte es zu einem der sehr seltenen Begegnungen von Mensch und Wolf kommen, bleiben Sie stehen, verhalten Sie sich ruhig und geben Sie dem Wolf die Möglichkeit sich zurückzuziehen und sein Territorium gegenüber Ihnen als Eindringling zu behaupten.

Falls der Wolf nicht von sich aus das Weite sucht oder Ihnen sogar folgt, sollten Sie sich aufrichten und großmachen, um ihn einzuschüchtern.

Gehen Sie ganz langsam und vorsichtig rückwärts, sprechen Sie laut, schreien Sie das Tier an und klatschen Sie in die Hände. Das kann das Tier vertreiben.

Hunde anleinen

In Wolfsgebieten sollten Sie Ihren Hund immer anleinen. Hundebesitzer müssen damit rechnen, dass der Wolf ihren Vierbeiner angreift, weil ihn als Eindringling in seinem Revier wahrnimmt. Solange Sie den Hund nahe bei sich führen und dieser sich ruhig verhält, besteht für Ihren vierbeinigen Gefährten keine Gefahr – und für Sie als Hundeführer ohnehin nicht.

Auf keinen Fall darf Ihr Hund den Wolf angreifen. Das könnte für Ihr Haustier böse enden. Und unter Umständen auch für Sie, sollten Sie versuchen, Ihren Hund zu beschützen.

Mehrere Wölfe oder ein Rudel

Bei Begegnungen mit mehreren Wölfen handelt es sich meist um Jungtiere, die ohne ihre Eltern auf Entdeckungstour sind. Junge, unerfahrene Wölfe sind meist neugieriger und weniger scheu als ihre älteren Artgenossen. Sie begeben sich mitunter in für sie gefährliche Situationen. Verhalten Sie sich in solchen Situationen genauso wie bei Begegnungen mit einem einzelnen Wolf.

Fressender Wolf

Überraschen Sie einen Wolf, wie er sich gerade über ein Beutetier hermacht, sollten Sie sich langsam zurückziehen. Versuchen Sie erst gar nicht, zu dem toten Tier (dem sogenannten Riss) zu gehen oder dieses zu entfernen. Der Wolf wird ein solches Verhalten auf keinen Fall tolerieren und Sie als Fressfeind ansehen.

Locken Sie einen Wolf auf keinen Fall an. Versuchen Sie niemals, ihn zu füttern.

Wird ein Wolf vom Menschen gefüttert, verbindet er den Menschen mit einer Futterquelle. Ein Wolf, der seine Scheu verloren hat, kann aufdringlich werden und bei ausbleibenden Futter mitunter ein aufdringliches und gefährliches Verhalten zeigen.

Vorfälle melden

Wenn sich Ihnen ein Wolf trotz dieser Maßnahmen nähert, könnte er tollwütig sein – oder er wurde als Welpe von Menschen gefüttert.

Wird ein Wolf in bewohnten Gegenden auf einer Straße oder am Siedlungsrand gesichtet, gilt er als verhaltensauffällig. Tierschützer werden versuchen, den gesuchten Wolf mit dem Betäubungsgewehr außer Gefecht zu setzen und einen Sender anzubringen. Sollte ein mit Sender markierter Wolf erneut in menschlichen Siedlungen auftauchen, droht ihm im schlimmsten Fall der Abschuss.

Ihre Beobachtungen sollten Sie unbedingt der zuständigen Wolfsberatung und Behörde im Landratsamt melden. Auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sammelt Hinweise auf frei lebende Wölfe.

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