Wer große Tiere sehen will, braucht im Nationalpark Schwarzwald viel Geduld und Glück. Foto: picture alliance/dpa/Uli Deck

Weil Grüne und CDU knausern, schreibt Freudenstadts OB Osswald an den Ministerpräsidenten.

Freudenstadt - Die Initiatoren des beim Nationalpark Schwarzwald geplanten Wildtierparks suchen angesichts des drohenden Endes des Tourismusprojekts nun Hilfe bei Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Aus unserer Sicht liegt es bei der Realisierung dieses Projekts nicht an den Voraussetzungen, sondern ausschließlich am fehlenden Willen der politisch Verantwortlichen in Ihrer Fraktion“, heißt es in einem Brief, den der Freudenstädter Oberbürgermeister Julian Osswald (CDU) am Freitag an den Grünen-Regierungschef schrieb.

Der Kommunalpolitiker, der auch Vorsitzender des Fördervereins Wildtierpark ist, reagiert damit auf einen Bericht unserer Zeitung, der die finanziellen Vorbehalte sowohl der Grünen als auch der CDU gegenüber dem Vorhaben thematisiert hatte. Bei dem Projekt soll rund ein Dutzend Wisente am Südrand des Nationalparks angesiedelt werden, um der Region einen touristischen Impuls zu geben. Neben Investitionsausgaben fallen dafür Personal- und Betriebskosten an, die das Land übernehmen soll.

Vorwürfe gegen die Grünen

„Der Nordschwarzwald braucht als Ergänzung zum Nationalpark Attraktionen, um die Übernachtungszahlen wieder steigern zu können, die nach den Auswirkungen des Kostendämpfungsgesetzes eingebrochen waren und von denen sich die Region bislang nicht wieder erholt hat“, schreibt Osswald. Und: „Es gibt keinen Nationalpark in Deutschland, der keine Tiere zeigt.“ Die Spielräume von zwei Milliarden Euro für den Doppelhaushalt müssten „auch für die touristische Entwicklung der Region eingesetzt werden“, fordert der OB und Vereinschef. Der Förderverein selbst habe bereits mehr als 230 000 Euro in das Konzept und in die Planung investiert.

Den Landtags-Grünen wirft Osswald vor, sich nicht eindeutig zu dem Wildtierpark zu verhalten: „Wir hätten uns von den Grünen eine Aussage gewünscht, die das Projekt voranbringt oder deutlich macht, dass man außerhalb des Nationalparks keine weiteren Projekte will.“ Statt dessen hätten die Grünen suggeriert, sie wollten das Thema im neuen Haushalt einbringen. „Sollten wir dieses in allen Belangen sinnvolle Projekt beerdigen müssen“, schreibt Osswald abschließend, „so muss ich meine positive Haltung zum Nationalpark tatsächlich in Frage stellen.“

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