Neben Alabama wurden auch Gebiete im benachbarten Georgia von den Tornados getroffen. Foto: James Lally/AP

Fast einen Kilometer breit, Windgeschwindigkeiten von bis zu 218 Stundenkilometern: Mit zerstörerischer Wucht ziehen mehrere Wirbelstürme eine Schneise der Verwüstung durch den Südosten der USA. Warnungen der Behörden wurden missachtet - mit verheerenden Folgen.

Washington -

Ein Tornado hat in Teilen Alabamas mindestens 22 Menschen in den Tod gerissen, darunter Kinder. Viele weitere Menschen seien verletzt worden, sagte der Sheriff von Lee County, Jay Jones. Die Zahl der Toten dürfte ihm zufolge weiter steigen. Den Südosten der USA suchte am Sonntag eine heftige Unwetterfront heim, die eine Serie von Wirbelstürmen mit sich brachte. Die Suche nach Überlebenden wurde wegen widriger Bedingungen in der Nacht ausgesetzt und sollte am Montagmorgen fortgesetzt werden.

Hart traf es vor allem den Bezirk Lee County und die dort gelegene Gemeinde Beauregard, etwa 95 Kilometer östlich von Montgomery, der Hauptstadt Alabamas. Dort habe der Wirbelsturm eine Straße getroffen und eine rund 400 Meter lange Schneise der Verwüstung hinterlassen, sagte Sheriff Jones. Familienanwesen und Wohnwagen seien zerstört worden, von einigen Häusern seien wenig mehr als die Fließen übrig geblieben. Reportern teilte er zuvor mit, dass etliche Menschen mit teils „sehr schwerwiegenden Verletzungen“ in Krankenhäuser gekommen seien.

Metaltrümmer und Baumäste

Dutzende Einsatzkräfte und Helfer eilten Behördenangaben zufolge nach Lee County, zwei Fahrzeuge des Sheriffbüro versperrten Journalisten und anderen den Zugang zu der am schlimmsten getroffenen Gegend. An vielen Orten gab es offenbar Stromausfälle. Auf den Straßen von Beauregard lagen Metaltrümmer und Baumäste herum. „Wir ziehen immer noch Leute aus den Trümmern“, meldete der für Lee County zuständige Leichenbeschauer, Bill Harris, der Lokalnachrichtenseite Al.com am Abend. Der Nachrichtenagentur AP sagte er später, er habe den Staat Alabama um Hilfe bitten müssen, weil sein vierköpfiges Büro mit der Zahl der Leichen überfordert sei.

Präsident Donald Trump zeigte sich am Abend via Twitter solidarisch: „An die großartigen Menschen von Alabama und umliegenden Gebieten: Bitte seid vorsichtig und geht sicher...An die Familien und Freunde der Opfer, und an die Verletzten, Gott segne euch alle!“

Chaotische Zustände

Schwere Stürme wüteten dennoch auch in anderen Teilen des Staates und in Georgia, South Carolina und Florida. In Talbotton in Georgia, etwa 130 Kilometer südlich von Atlanta, wurden mehrere Menschen verletzt. Starker Wind oder ein Tornado zerstörte dort mehrere Wohnwagen und beschädigten andere Gebäude, sagte die örtliche Leiterin der Notfallbehörde. Sie sprach von sechs bis acht Verletzten. Auf Fernsehbildern waren zerstörte, abgedeckte Gebäude gesehen. Autos wurden umhergeschleudert, überall lag Schutt.

In Floridas Panhandle genanntem Landzipfel im Nordwesten wurde ein Tornado per Radar bestätigt. Ein Teil einer Autobahn sei auf einer Seite blockiert, teilte ein Meteorologe vom Nationalen Wetterdienst mit.

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