Wenn man möchte, gibt es beim Heizen so einiges zu beachten. Foto: dpa/Ole Spata

Wenn es draußen kälter wird, drehen wir drinnen die Heizung auf. Doch wie gelingt das Heizen möglichst effizient und kostensparend?

Stuttgart - Ein heftiges Schneechaos, wie es derzeit in Teilen Österreichs herrscht, gibt es in Stuttgart zwar noch nicht, die mittlerweile kälter gewordene Jahreszeit macht sich aber auch im Ländle bemerkbar. Zeit also, die Heizung anzuschmeißen. Diese Tipps helfen Ihnen beim effizienten und kostensparenden Vorgehen:

Räume nicht überheizen

Überhitzte Räume sind nicht nur ungesund, weil sich dort Krankheitserreger ungehindert vermehren können. Sie verursachen auch hohe Heizkosten. Experten raten zu einer Raumtemperatur von 20 Grad, in tagsüber selten genutzten Räumen wie etwa dem Schlafzimmer sind auch 17 bis 19 Grad völlig ausreichend. „Bereits ein Temperaturunterschied von nur einem Grad kann die jährlichen Heizkosten um sechs Prozent senken“, sagt Tanja Cronenberg von der Ergo Versicherungsgruppe. Weiterhin sollten die Zimmertüren geschlossen sein, damit warme Luft nicht in den Flur entweichen kann. Sind am Gebäude Rollläden angebracht, ist es sinnvoll, diese bei Dunkelheit zu schließen. Sie isolieren zusätzlich, wodurch die Räume weniger Wärme verlieren.

Stoßlüften statt Fenster kippen

Regelmäßiges Lüften ist gerade im Winter wichtig, um die Bildung von gesundheitsgefährdendem Schimmel an den Wänden zu vermeiden. Außerdem benötigt verbrauchte, feuchte Luft mehr Energie, um aufgeheizt zu werden, als die relativ trockene Frischluft. Über gekippte Fenster zu lüften, ist allerdings vor allem im Winter keine besonders gute Idee: Dann dauert der Luftaustausch relativ lange – und in der Zeit entweicht viel Wärme. Experten raten daher zu regelmäßigem Stoßlüften: Optimal ist es, alle drei bis vier Stunden sämtliche Fenster für etwa fünf Minuten weit zu öffnen. Die Zeit reicht für einen Luftaustausch, ohne dass dabei die Räume auskühlen.

Auf die Heizkörper achten

Damit ein Heizkörper seine Wirkung optimal entfalten kann, ist es wichtig, dass er frei liegt und nicht etwa hinter dem Sofa versteckt ist. „Vorhänge oder Möbel hindern die Wärme daran, sich auszubreiten“, erklärt Ergo-Expertin Tanja Cronenberg. Außerdem ist es wichtig, die Heizkörper regelmäßig zu reinigen. Denn durch die Heizungskörper freigesetzter Staub kann nicht nur zum Problem für Allergiker werden: Der Schmutz kann die Wärmeleistung des Heizkörpers auch negativ beeinflussen. Energieversorger beziffern den möglichen Effizienzverlust nicht gereinigter Heizungen mit bis zu 30 Prozent. Und auch Heizkörperfolien, die an die Wand hinter dem Heizkörper geklebt werden, können Wunder wirken: Die silbrige Oberfläche sorgt dafür, dass nicht die Wand aufgeheizt, sondern die Wärme in Richtung Innenraum reflektiert wird.

Moderne Heizkörperthermostate nutzen

Wer die Wohnung oder das Haus verlässt, sollte die Heizung herunterdrehen. Ganz ausschalten ist jedoch nicht ratsam, weil dann die Räume schnell auskühlen und relativ viel Energie für das Wiederaufheizen aufgewendet werden muss. Zumal es nicht besonders gemütlich ist, abends nach der Arbeit in eine kalte Wohnung zu kommen. Abhilfe versprechen programmierbare Thermostate: Die günstigen Modelle verfügen über eine Zeitschaltuhr – die Heizung wird dann zur vorher einprogrammierten Zeit automatisch aufgedreht. Anspruchsvollere Thermostate lassen sich sogar aus der Ferne via Smartphone-App steuern. Dass sich die Investition lohnt, zeigt eine Berechnung der Stiftung Warentest: Demnach lassen sich auf diese Weise zwischen fünf und acht Prozent der Heizkosten einsparen.

Die Heizung regelmäßig warten lassen

So lange es die Heizung noch tut, braucht man auch keinen Kundendienst – das ist die Einstellung vieler Menschen. Doch das kostet sie bares Geld: Denn die Kosten für den Kundendienst sind schnell wieder reingeholt, weil eine gut gewartete Heizung auch effizienter arbeitet. Bis zu zehn Prozent Energie lassen sich Experten zufolge auf diese Weise einsparen. Die Wartung umfasst das richtige Einstellen der Vorlauf- und Kesseltemperatur, eine Funktionsprüfung der Regelung und Sicherheitseinrichtungen, eine Kessel- und Brennerreinigung, ein Entlüften der Heizkörper, eine Abgasmessung und eine Erneuerung von Verschleißteilen. Auch ein hydraulischer Abgleich sollte regelmäßig durchgeführt werden, genauso wie eine Funktionsprüfung der Heizungspumpe. Denn nur wenn alle Steuerungselemente korrekt arbeiten, wird auch effizient geheizt.

Auf Elektroheizungen verzichten

Ein Heizlüfter als zusätzliche Wärmequelle im Bad oder eine Wärmelampe im Kinderzimmer: Viele Menschen greifen gerne auf zusätzliche Elektroheizungen zurück, um Räume schnell aufheizen zu können. Zumal die Inbetriebnahme kinderleicht ist, denn die Geräte müssen einfach nur in die nächste Steckdose gesteckt und angeschaltet werden. Die böse Überraschung kommt dann oft mit der Stromrechnung. Denn das Heizen mit Strom ist teuer und ineffizient, gerade im Dauerbetrieb wird auf diese Weise viel Energie verschwendet. Auch einen elektrisch betriebenen Durchlauferhitzer im Bad für die Warmwasserbereitung zu nutzen, ist keine besonders kostensparende Methode – vor allem für Familien mit Kindern, die besonders viel warmes Wasser benötigen.

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