Willi Balz beim Prozessauftakt am 21. August Foto: dpa

Das Landgericht Stuttgart beschäftigt sich weiterhin mit der Windreich-Insolvenz. Firmengründer Willi Balz hat im Prozess alle Vorwürfe zurückgewiesen und erneut schwere Vorwürfe gegen die Ermittler erhoben.

Stuttgart - Im Prozess um die Windreich-Insolvenz hat Firmengründer Willi Balz alle Vorwürfe vehement zurückgewiesen und erneut schwere Vorwürfe gegen die Ermittler erhoben. „Windreich wurde systematisch bekämpft - unfair, anonym, hintenrum“, sagte Balz am Montag vor dem Landgericht Stuttgart. Mit anonymen Briefen an Politiker, Banken, Journalisten und Behörden hätten Unbekannte seine und die Reputation des Unternehmens „systematisch zerstört“. Balz warf der Staatsanwaltschaft vor, sie habe voreingenommen ermittelt und sich von den Initiatoren dieser Kampagne vor den Karren spannen lassen.

Der Windpark-Projektentwickler Windreich hatte 2013 Insolvenz angemeldet. Die Staatsanwaltschaft ist aber der Ansicht, dass die Unternehmensgruppe schon sehr viel früher zahlungsunfähig war und Balz das gewusst, aber trotzdem seine Geschäfte fortgeführt und damit enormen Schaden angerichtet hat. Sie hat den 59-Jährigen deshalb unter anderem wegen Insolvenzverschleppung und Betrugs angeklagt.

Der Prozess hatte vergangene Woche mit der Verlesung der Anklage begonnen. Am Montag trug Balz eine Stellungnahme vor, in der er sich insbesondere gegen den Vorwurf wehrte, Windreich sei „eine Luftnummer“ gewesen. „Windreich war gut und solide unterwegs“, sagte Balz. Vielmehr sei es die Durchsuchung der Staatsanwaltschaft im März 2013 gewesen, die letztlich zur Insolvenz geführt habe. Dadurch sei ein unterschriftsreifes 200-Millionen-Euro-Projekt geplatzt.

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