Voliere im sanierten historischer Kuppelbau. Foto: Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter

Die exotischen Vögel sind in der Stuttgarter Wilhelma zurück an geschichtsträchtiger Stelle. Bescherung der Menschenaffen am ersten Weihnachtsfeiertag.

Stuttgart - Die ersten Tiere in der Wilhelma waren offenbar tropische Vögel. 1854 ließ König Wilhelm I. von Württemberg Volieren in den Kuppelhäusern einrichten. Das erste schriftlich belegte Tier in der heutigen Wilhelma soll ein aus Australien stammender Inka-Kakadu gewesen sein, der 1861 für 144 württembergische Gulden nach Stuttgart kam. Besonders erfolgreich war die Haltung damals nicht. Das eigentlich langlebige Tier wurde bereits 1867 als Kadaver im Naturkundemuseum zum Präparieren abgegeben.

1244 Scheiben pro Haus

Die heutigen Tiere haben es da wohl besser. Die Vogelhäuser sind jetzt nach einer zweijährigen aufwendigen Sanierung wieder in Betrieb. Die Gärtner der Wilhelma um Meister Christian Mikoteit haben sich bei der Ausgestaltung der Häuser vom südamerikanischen Regenwald und dem australischen Trockenwald inspirieren lassen. In den sieben mal sieben Meter breiten und 6.5 Meter hohen denkmalgeschützten Kuppelhäusern leben jetzt zum Beispiel im Regenwaldbereich Azurkopftangare oder der Rote Kronfink, im Bereich des australischen Trockenwalds unter anderem Zebrafink und Diamanttäubchen.

Die Sanierung wurde mit einem hohen denkmalschützerischen Aufwand durchgeführt. Das Prinzip dabei war Erhalten vor Ersetzen. So wurde die im Baukastenprinzip ohne Schrauben gebaute Eisenkonstruktion komplett zerlegt, von einer Spezialfirma restauriert und Stück für Stück wieder zusammengesetzt. Dazu kamen pro Haus 1244 Einzelscheiben. Die gesamte Sanierung dauerte ungefähr zwei Jahre. Jetzt sind an historischer Stelle wieder exotische Vögel zu sehen und zu hören.

Päckchen für die Menschenaffen

Wer sich nicht so sehr für Vögel interessiert, für den gibt es an den Weihnachtstagen ein weiteres Highlight. Am 25. Dezember von elf Uhr an ist Bescherung für die Menschenaffen des Zoos. In den Tagen vor Weihnachten hatten Wilhelma-Besucher insgesamt 106 Weihnachtspäckchen für Gorillas, Bonobos und Orang-Utans gepackt. Wer die Bescherung erleben will, sollte aber pünktlich sein. Erfahrungsgemäß packen die Menschaffen ihre Leckerbissen nicht so sorgsam und gemächlich aus, dass man das Geschenkpapier noch einmal verwenden könnte.

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