Die Wildschweine im Gehege haben mehr Verstecke als früher. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Wegen der Schweinepest: der Wildschweinbestand in den Stuttgarter Wäldern soll um 70 Prozent reduziert werden. Die Schweine im Schwarzwildgehege sind davon nicht betroffen.

Stuttgart - Einerseits gelten sie als Attraktion für Spaziergänger, andererseits sind sie wegen Seuchengefahr zum Abschuss freigegeben: Die Wildschweine beschäftigen Förster und Jäger seit dem Ausbruch der afrikanischen Schweinepest auf besondere Art. „Wenn die Krankheit nach Deutschland kommt, besteht für alle Schweine eine Gefahr“, sagt Hagen Dilling, der stellvertretende Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts. Landwirte müssen zudem mit wirtschaftlichen Folgen rechnen. „In einem betroffenen Betrieb müssten alle Tiere getötet werden“, erklärt Marco Eberle, Fachreferent beim Landesbauernverband in Baden-Württemberg. Mastbetriebe dürften dann ebenfalls keine Schweine mehr verkaufen.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, warnen Dilling und Eberle Verbraucher davor, Schweineprodukte aus Ländern einzuführen, in denen der Erreger auftritt. „Wir unterstützen außerdem die Forderung, den Wildschweinbestand in Deutschland um 70 Prozent zu reduzieren“, sagt Eberle. Denn bei einer großen Population könne sich der Erreger leichter verbreiten.

Eine Drückjagd ist geplant

In den Stuttgarter Wäldern werden die Schweine deshalb intensiv gejagt. Aktuell ist eine Drückjagd geplant, bei der viele Jäger gemeinsam ein Gebiet bejagen. So sollen möglichst viele Schweine erlegt werden. Die nachtaktiven Tiere dürften zudem mithilfe von Kunstlicht gejagt werden, so Dilling.

Davon nicht betroffen sind die Wildschweine im Schwarzwildgehege. „Die Schweine sind da“, sagt der stellvertretende Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts, der das Gehege regelmäßig mit seiner Tochter besucht. Sie seien nur schwerer als früher zu sehen. Man habe neue Verstecke für die Tiere geschaffen, um ihren natürlichen Lebensgewohnheiten gerechter zu werden. Der ursprüngliche Plan, zusätzlich neue Schweine dort anzusiedeln, wurde verworfen. Denn im Frühjahr hatte eine Bache überraschend Nachwuchs bekommen. Jetzt befinden sich zwei Keiler, eine Bache und sieben Frischlinge im Gehege. „Die Frischlinge sind mittlerweile schon recht groß und haben keine Streifen mehr“, erklärt Dilling.

Seuche ist für Menschen ungefährlich

Sollte eines der Tiere im Stuttgarter Gehege an der Schweinepest erkranken, gehe davon keine Ansteckungsgefahr aus, da es das eingezäunte Gelände nicht verlassen könnte. Die Seuche, die für Menschen ungefährlich ist, tritt seit Jahren in Osteuropa auf. Deutsche Tiere blieben bisher verschont. „Wir hoffen nach wie vor, dass der Kelch an uns vorübergeht“, so Dilling.

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