Die Weebers mit Tonka-Bohnen und dem neuen Eis Foto: dpa

Am Eugensplatz ist die Nachfrage nach einer angeblich aphrodisischen Sorte rasch angestiegen. Was geschieht, wenn man „Erotik-Eis“ isst?

Stuttgart - Ein Kunde bestellte das neue, scharfe Eis in der großen Spaghetti-Version. Astrid Weeber, die Chefin der Eisdiele Pinguin, lehnte ab. „Da tut mir deine Freundin leid“, sagte die 47-Jährge und lachte.

Auf dem Eugensplatz gibt es gerade viel zu lachen. Unweit des Brunnens mit der fast nackten Galatea trifft man in diesen Tagen gut gelaunte und flirtfreudige Menschen an. Liegt es an der Sonne, bei der die Hormone schneller in Wallung kommen? An Gefühlen, die dem sprießenden Frühling folgen? Oder an der neuen Sorte Vanilletonka, die in der Eisdiele Pinguin rasch für eine große Nachfrage gesorgt hat? Am Freitag hat die Deutsche Presse-Agentur darüber berichtet und eine Frage gestellt, die von großem Interesse zu sein scheint: „Kann Eis heiß machen?“ Eine Kugel Vanilletonka kostet bei den Weebers 1,10 Euro – dafür gibt’s nirgends Viagra.

Ob die Wirkung ähnlich ist, wollen viele herausfinden. Immer wieder wird „Erotik-Eis“ bestellt. Die Nachricht darüber hat sich mit ebendieser Bezeichnung rasant im Internet verbreitet. „Wir haben kein Erotik-Eis“, sagt Astrid Weeber, der dieser Name nicht gefällt, „ wir haben Vanilletonka.“

Nur durch Zufall ist das Eis, über das gerade alle auf dem Eugensplatz und darüber hinaus sprechen (auch der SWR schickte gleich mal ein Kamerateam vorbei), entstanden. Der 75-jährige Seniorchef Adolf Weeber hatte beim Herstellen von Vanilleeis statt Kaffee- versehentlich die ähnlich aussehenden Tonkabohnen verwendet. Erst durch den ungewohnten Geschmack fiel die Verwechslung auf. Dass die aus Südamerika stammenden Bohnen, die bis 1991 in Deutschland verboten waren, eine aphrodisische Wirkung haben sollen, fand Astrid Weeber erst bei der Internetrecherche heraus. Einen Werbegag habe sie nicht im Sinn gehabt. Inzwischen ist sie Fan der neuen Eissorte, die ein bisschen nach Zimt schmeckt.

Die Wirkung bei ihr? „Ich bin gut drauf und aufgedreht“, sagt sie. Männer, die Vanilletonka bestellen, werden von ihr um einen späteren Bericht gebeten, wie die Folgen waren. „Wenn einer kommt, der mir gefällt, bekommt er dieses Eis umsonst“, sagt sie. Im eigenen Interesse – und zu Forschungszwecken. Nur als Spaghetti-Eis wär’s zu heftig!

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