Wie viele Geburtstage feiert ein Hund? Foto: shutterstock.com - Brooke Coffman

Jeder kennt sie, die Faustregel, nach der man „Hundejahre in Menschenjahre“ umrechnen kann: Ein Hundejahr soll dabei 7 Menschenjahren entsprechen. Doch stimmt diese Regel überhaupt? Wie alt wird der beste Freund des Menschen im Durchschnitt?

Die Lebenserwartung von Hunden liegt meist zwischen 10 und 15 Jahren. Wie alt die Vierbeiner werden, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von ihrer Rasse bzw. ihrer Größe, von ihren Genen und natürlich auch von der Ernährung und Pflege. Sie können Ihren Hund dabei unterstützen, gesund alt zu werden und ein langes, glückliches Hundeleben zu führen.

Kleine Hunde leben länger

Ein wichtiger Faktor, um die Lebenserwartung eines Hundes zu bestimmen, ist seine Größe. Denn als sicher gilt: Kleine Hunde werden älter. Normalerweise werden große Tiere besonders alt – Elefanten und Wale beispielsweise können bis zu 70 Jahre alt werden. Hamster und Mäuse dagegen segnen nach rund 2 Jahren das Zeitliche. Warum ist die Lebenserwartung bei Hunden also anders verteilt? Warum sterben große Hunde in der Regel früher? Wissenschaftler vermuten, dass große Hunderassen eine geringere Lebenserwartung haben, weil ihre Entwicklungsphasen schneller voranschreiten. Sie lassen das Welpen-Dasein beispielsweise schneller hinter sich und altern somit zügiger. Zwar sind Rüden meistens größer als Hündinnen, aber das Geschlecht spielt bei der Lebenserwartung keine entscheidende Rolle. Im Groben können Sie von folgender Lebenserwartung ausgehen:

  • Kleine Rassen bis 15kg Körpergewicht: 10 bis 15 Jahre
  • Mittlere Rassen zwischen 15 und 40kg Körpergewicht: 10 bis 13 Jahre
  • Große Rassen über 40kg Körpergewicht: 8 bis 12 Jahre

Kleine Hunderassen, die im Schnitt besonders alt werden, sind zum Beispiel der Chinesische Schopfhund, Dackel und Zwergspitz – sie leben bis zu 18 Jahre lang. Große Rassen wie der Irische Wolfshund, Leonberger oder die Bordeauxdogge haben durchschnittlich eine Lebenserwartung von bis zu 8 Jahren.

Haben Mischlinge genetische Vorteile?

Bei der Frage wie lange Hunde leben, spielt auch die Genetik eine Rolle. Die These, Mischlingshunde seien gesünder als Rassehunde, hält sich dabei wacker. Doch stimmt das wirklich? Fest steht: Manche Hunderassen bekommen häufiger bestimmte Krankheiten als andere. Typisches Beispiel sind Mops und Französische Bulldogge, die anfällig für Atemerkrankungen sind. Deutsche Schäferhunde haben dagegen häufig Hüftprobleme. Oft spielt auch Inzucht in der Ahnenreihe der Rassehunde eine Rolle und wirkt sich negativ auf die Lebenserwartung aus. Dennoch zeigen Studien, dass Mischlinge nicht weniger tierärztliche Versorgung benötigen als Rassehunde. Denn Vererbung ist immer individuell und auch ein Mischlingshund kann von seinen Vorfahren ungünstige genetische Veranlagungen erhalten. Insgesamt ist die Lebenserwartung der vierbeinigen Begleiter gestiegen, weil sich auch für Hunde die medizinische Versorgung verbessert hat.

Hundejahre in Menschenjahre umrechnen

Noch immer hält sich die Faustregel zum Alter der Hunde: Ein Hundejahr entspricht 7 Menschenjahren. Wissenschaftlich ist diese Regel nicht haltbar – schon allein deswegen, weil kleine Hunde eine ganz andere Lebenserwartung haben als große Hunde. Möchte man Hundejahre in Menschenjahre umrechnen, muss man außerdem die Entwicklung beachten: Wann werden Hunde „jugendlich“, wann kommen sie in die Pubertät und wie lässt sich das mit Menschenjahren gleichsetzen?

  • Bei kleinen Hunden entspricht das 1. Lebensjahr gleich 15 Menschenjahren. Jedes weitere Lebensjahr ist mit 4 Menschenjahren gleichzusetzen.
  • Bei mittelgroßen Hunden entspricht das 1. Lebensjahr rund 10 Menschenjahren. Jedes weitere Hundejahr kommt dann sechs Menschenjahren gleich.
  • Bei den großen Hunden ist das 1. Lebensjahr immerhin 8 Menschenjahren gleichzusetzen. Jedes weitere Jahr entspricht dann 9 Menschenjahren.

All diese Berechnungen sind jedoch nur Richtwerte, die Ihnen als Hundehalter helfen können, die Lebenserwartung Ihres Hundes abzuschätzen oder die Ihnen helfen können, nachzuvollziehen, in welchem Altersabschnitt sich Ihr Hund gerade befindet und wann er in etwa zum Senior wird.

Lesen Sie auch: Tag der Haustierfotos: Die kuriosesten Aufnahmen der Stuttgarter

Woran erkenne ich, dass mein Hund alt wird?

Altersschwäche bei Hunden äußert sich eigentlich recht ähnlich wie beim Menschen. Die körperliche Aktivität sinkt, der Hund bewegt sich weniger und schläft mehr. Außerdem lassen das Hör- und Sehvermögen nach – Ihr Hund hört vielleicht nicht mehr, wenn Sie ihn rufen oder er stößt sich an Möbelstücken. Auch ein schwächelndes Immunsystem ist Zeichen für ein hohes Alter beim Hund, ebenso wie weißes Fell an der Schnauze oder am Kopf. Zeigt Ihr Hund innerhalb kurzer Zeit sehr starke Symptome, hat er Schmerzen bei der Bewegung oder verändert sich sein Wesen sehr stark, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.

Lebenserwartung von Hunden steigern: So geht’s

Ähnlich wie beim Menschen sind auch für den Hund einige Faktoren entscheidend, wenn es um die Gesundheit und ein möglichst langes Leben geht. Dazu zählen neben Ernährung und Bewegung auch die regelmäßige Vorsorge und ein gesundes Umfeld:

  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, die sich am Bedarf des Tieres orientiert ist das A und O für einen gesunden Lebensstil. Dazu gehört auch, das Futter im Alter gegebenenfalls anzupassen, denn alte Hunde verlieren manchmal den Appetit oder haben Probleme mit den Zähnen. Für Hundesenioren ist deswegen meist leicht verdauliche, fettreduzierte Nahrung wichtig.
  • Bewegung: Alte Hunde bewegen sich oft nicht mehr so viel und schnell viel früher, dennoch ist regelmäßiger Auslauf wichtig. Achten Sie als Hundebesitzer darauf, dass Ihr Hund nicht übergewichtig wird, denn wie beim Menschen kann dies die Gelenke und Organe des Hundes belasten.
  • Umgebung: Umwelteinflüsse wie beispielsweise das Leben in einem Raucherhaushalt oder ständiger Stress durch Lärm beeinflussen die Gesundheit eines Hundes genauso wie die des Menschen. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Hund regelmäßig Kontakt zu Artgenossen oder Menschen hat – wenn Ihr Hund das möchte.
  • Vorsorge: Spätestens wenn Ihr Hund zum Senior wird, also je nach Rasse mit 7 bis 10 Jahren, sollten Sie regelmäßige Check-ups beim Tierarzt durchführen lassen, um typischen Alterskrankheiten wie Diabetes oder Arthrose vorzubeugen oder sie frühzeitig zu behandeln.

Streicheleinheiten, spielerisches Training und natürlich eine wohltuende Fellpflege vermitteln Ihrem Hund außerdem Liebe und Geborgenheit. Das trägt zum Wohlbefinden und somit zur Gesundheit und einem langen Leben Ihres Hundes bei.

Lesen Sie auch: Das ist zu tun, wenn man einen ausgesetzten Vierbeiner findet

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: