Das Opernhaus am Eckensee ist mehr als 100 Jahre alt und muss saniert werden. Foto: /Max Kovalenko

Mehr als zwei Jahrzehnte wird bereits über die Sanierung und Erweiterung der Staatstheater Stuttgart diskutiert. Jetzt wollen Stadt und Land offenbar Tempo machen. Was sagt die Opposition?

Stuttgart - Vor zwei Jahren stoppte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) aus Kostengründen Planungen, das ehemalige Paketpostamt am Nordbahnhof als Interimsspielstätte für Oper und Ballett zu nutzen. Jetzt soll es vorwärts gehen.

Bei der Sitzung des Verwaltungsrates der Staatstheater an diesem Dienstag sind die jetzt auf dem Wagenhallen-Areal in Stuttgart geplante Interimsspielstätte sowie das Umsetzungskonzept für die Sanierung und Erweiterung des Staatstheater-Areals um 10 400 Quadratmeter zentrale Tagesordnungspunkte. Zu beschließen wären konkrete Schritte aber im Stuttgarter Gemeinderat und im Landtag – Stadt und Land finanzieren das mit 1400 Mitarbeitern größte Dreispartenhaus der Welt je zur Hälfte.

SPD will Pläne nicht losgelöst von Kulturquartier sehen

Schon vorab gibt es zahlreiche Reaktionen: „Wir treten bei der Diskussion um die Ausweichspielstätte nun seit Jahren auf der Stelle“, sagt Nico Weinmann, kulturpolitischer Sprecher der FDP im Landtag. „Die Furcht vor Großprojekten“ habe die „grünen Entscheidungsträger wohl in eine Schockstarre versetzt.“ Das müsse aufhören.

Martin Rivoir (SPD) drängt darauf „dass die Pläne zur Sanierung der Oper und dem notwendigen Interim nicht losgelöst gesehen werden zu den Planungen rund um ein Kulturquartier entlang der Konrad-Adenauer-Straße aber auch hin zum Abriss und Neubau der Königstraße 1 bis 3.“

Grundsätzlich befürwortet auch die AfD-Fraktion die Sanierung des mehr als 100 Jahre alten Opernhauses und die Erweiterung des Staatstheaterareals. Zugleich macht Rainer Balzer als kulturpolitischer Sprecher der größten Oppositionspartei im Landtag deutlich: „Absolut unabdingbar ist die Berücksichtigung der Interessen und der Zielsetzung eines breiten Publikums.“

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