Dieser Mops hat ein klares Ziel vor Augen: den Sieg beim Wernauer Mops-und Bulldoggenrennen. Foto: dpa

Zum achten Mal geht es im Wernauer Neckartalstadion um die Wurst, wenn die Möpse und Bulldoggen auf der Kurzstrecke den schnellsten Kurzbeiner ermitteln.

Wernau - Wernau ist auf den Mops gekommen. Wenn sich am Samstag, 31. August, und Sonntag, 1. September, die nationale Mops-und Bulldoggengemeinde im Neckartalstadion ein sportliches Stelldichein gibt, dann geht es einmal mehr um die Wurst. In zehn Rennklassen gilt es für das hechelnde Starterfeld, die kurzen Beine so lang wie möglich zu machen. Dem Sieger winkt nicht nur ein Leckerli, ein prestigeträchtiger Pokal für die Hundehütte und zusätzliche Schmuseeinheiten von Herrchen oder Frauchen, sondern mit etwas Glück auch ein Wochenende am Bodensee mit zwei Übernachtungen. Der von einem Hotel ausgelobte Sonderpreis wird unter allen Siegern der Rennklassen für Möpse verlost.

Die Veranstalter erwarten zur achten Auflage der nicht ganz ernst gemeinten Mops-und Bulldoggen-Olympia rund 250 Starter aus ganz Deutschland und aus dem angrenzenden Ausland. „Ich gehe davon aus, dass an den beiden Tagen auch wieder mehr als 2000 Besucher kommen“, sagt Elisabeth Both, die Organisationschefin des bundesweit größten Mops- und Bulldoggenrennens. Dazu dürften ihrer Erfahrung zufolge auch noch rund 500 vierbeinige Zuschauer kommen. Für alle, Mensch und Tier, gilt an dem Wernauer Rennwochenende das von dem Humoristen und Mopsfreund Loriot ausgegebene Motto: „Ein Leben ohne Mops zwar möglich sei, aber sinnlos.“

Wie es auf dem Mopsrennen zu geht, zeigt in Video vom letzten Jahr:

Die Familie Feuerstein gehört zum Favoritenkreis

Wenn es um den engeren Favoritenkreis geht, dann führt kein Weg an der Familie Feuerstein vorbei. Wilma, Betty und Pebbels, analog zu der Zeichentrick-Familie, heißen die drei Möpse aus dem Ludwigsburger Rennstall Pöhlmann. Sie sind so etwas wie die Stars der Mops-Sprintszene. Große Stücke hält Elisabeth Both auf Pebbels. Der jüngsten im Familienverbund bescheinigt sie großes Potenzial. Im vergangenen Jahr noch knapp von Wilma geschlagen, dürfte Pebbels in diesem Jahr durchstarten.

Zum Stadionrekord ist es selbst für den Usain Bolt der Möpse noch ein weiter Weg. Den hält seit zwei Jahren eine englische Bulldogge. 4,56 Sekunden für die 50 Meter – das ist eine Duftmarke, die wohl länger Bestand haben wird. Zum Vergleich: Pebbels Bestzeit liegt bei 6,28 Sekunden. „Die Bulldoggen sind einfach größer und kräftiger“, erklärt Elisabeth Both. Und weil es da auch noch Unterschiede gibt zwischen englischer, amerikanischer und kontinentaler Herkunft und Elisabeth Both den Diskussionen um eine richtige Einstufung aus dem Weg gehen will, gibt es in diesem Jahr erstmals eine Rennklasse „Retro Mops-Mix“.

Menschen, die mit Enten quietschen

Für die meisten Teilnehmer geht es nach Einschätzung der Organisatorin allerdings um den Spaß an der Sache. Die Hunde werden gehegt und gepflegt. „Die Besitzer sind glücklich, wenn sie überhaupt ins Ziel kommen“, sagt Elisabeth Both. Zum Einsatz kommen nur legale Mittel der Leistungssteigerung. Oft ist es ein Stück vom Lieblingsleckerli, häufig aber auch das Quietschen einer profanen Gummiente oder einfach nur der laut gerufene Name, der die Wettkämpfer auf Touren bringt. „Manche rennen auch mit und gehen dem Hund mit gutem Beispiel voraus“, sagt Elisabeth Both.

Bei ihren eigenen drei Hunden allerdings helfe das alles nichts. „Ich habe zwei Couch-Potatoes und nur einen, der gerne rennt“, sagt sie. Der sei zwar mopsfidel und den lieben langen Tag auf seinen kurzen Beinen unterwegs, andererseits aber auch so verspielt, dass er es an der notwendigen Konzentration und Wettkampfhärte vermissen lasse.

Am Samstag ist offenes Training für alle

Am Samstag, 31. August, öffnet das Neckartalstadion um 12 Uhr. Bis 18 Uhr wird ein offenes Training für alle Hunde angeboten, teilweise mit elektronischer Zeitmessung. Eine Hüpfburg, Gastronomie und Ausstellungen runden das Rahmenprogramm für vierbeinige Besucher ab. Der Sonntag ist der Renntag. Nach der Stadionöffnung um 10 Uhr gehen die Mopssportler um 12.15 Uhr in den einzelnen Rennklassen wie flotte Bienen, französische Göttinnen, große Helden und junge Flitzer an den Start. Die Siegerehrung ist von 17 Uhr an geplant. Während am Samstag der Eintritt frei ist, zahlen Erwachsene am Sonntag, dem Wettkampftag, sieben Euro und Kinder einen Euro. Die Familienkarte gibt es für 15 Euro. Die Startgebühr für einen Hund beträgt fünf Euro. Die Regeln sind einfach.
Die Rennen finden auf einer 50 Meter langen Bahn mit elektronischer Zeitmessung statt. Jeder Starter läuft einzeln. Zu den Rennen sind nur die ausgeschriebenen Rassen zugelassen. Die Hunde müssen älter als vier Monate sein. Anmeldeschluss ist eine Stunde vor Beginn des jeweiligen Rennens. Ein Rennen wird gestartet, wenn mindestens fünf Starter gemeldet sind.

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