Der SPD-Bundestagsabgeordnete Nils Schmid besuchte 2018 die damaligen Proteste gegen den Stellenabbau. Foto: /Simon Granville/factum

Das Ende für den Standort Schönaich des US-Mischkonzerns Honeywell ist besiegelt: Bis 2022 soll das Werk geschlossen werden. 160 Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz.

Stuttgart - Das US-amerikanische Unternehmen Honeywell plant die Schließung des Standortes Schönaich, an dem Klimatechnik für größere Gebäude entwickelt wird. Der Mischkonzern bietet in Deutschland Produkte und Dienstleistungen für die Industrie an. Zuletzt waren an dem Standort nach mehreren Wellen des Stellenabbaus in den vergangenen Jahren noch etwa 160 Arbeitnehmer beschäftigt. Ein Honeywell-Sprecher begründete die Schließung mit der Verlagerung an andere Standorte oder der Vergabe an Dritte.

Bereits 2018 waren trotz Protesten und politischen Interventionen 45 Stellen gestrichen wurden. Die komplette Schließung, von der Betriebsrat und Arbeitnehmer Mitte der Woche informiert wurden, ist jetzt für das Jahr 2022 geplant.

Nach Angaben der IG Metall hat nur ein kleiner Teil der verbliebenen Arbeitnehmer eine Chance auf Weiterbeschäftigung an einem anderen Standort. Die meisten der betroffenen Mitarbeiter seien über 50 Jahre alt und sind im Durchschnitt fast 30 Jahre im Unternehmen beschäftigt, heißt es bei der Gewerkschaft.

Ende eines langen Niedergangs

Das Werk war 1984 von den Amerikanern übernommen worden. Das Gelände war dann 1989 für mehr als 700 Arbeitsplätze ausgebaut worden. Danach ging es sukzessive abwärts. Honeywell verlagerte Schritt umd Schritt Teile der Produktion an billigere Standorte in Indien und Ungarn. Ein großer Schnitt kam dann mit dem Abbau von gleich 150 Stellen im Gefolge der Weltwirtschaftskrise 2009.

Bei der letzten von heftigen Protesten begleiteten Abbaurunde im Jahr 2018 hatte die IG Metall vergeblich angestrebt eine Vereinbarung zur Standortsicherung bis 2025 abzuschließen. „Kaum sind alle Verlagerungen ins Ausland erfolgreich abgeschlossen, werden die Beschäftigten nicht mehr gebraucht. Noch letzte Woche wurde samstags gearbeitet und jetzt diese Woche diese Hiobsbotschaft verkündet“, sagt die IG Metall Gewerkschaftssekretärin Britta Cartarius.

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