Winfried Kretschmann und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: dpa

Als Landesvater ist Winfried Kretschmann hoch angesehen. Vielleicht könnte der für seinen präsidialen Führungsstil bekannte Grüne auch ganz Deutschland repräsentieren. Offenbar hält ihn die Kanzlerin für einen geeigneten Kandidaten.

Berlin - Bei der Suche nach einem Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten umwirbt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Informationen der „Bild“-Zeitung auch die Grünen. Wie das Blatt (Mittwoch) berichtet, hat die CDU-Chefin sowohl mit Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt als auch mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann über eine mögliche Kandidatur für die Nachfolge von Joachim Gauck gesprochen.

Ein Sprecher Kretschmanns wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. „Zu Spekulationen geben wir kein Statement ab“, sagte er. Kretschmann selbst hatte zuvor erklärt: „Dass mein Name im Gespräch ist, ehrt mich natürlich. Aber ich strebe dieses Amt nicht an.“

Wichtiges Treffen am Freitag

Kommenden Freitag treffen sich Merkel, CSU-Chef Horst Seehofer und SPD-Chef Sigmar Gabriel, um abschließend darüber zu beraten, wer bei der Wahl am 13. Februar 2017 antritt. Beim Treffen der Parteichefs am vergangenen Sonntag hatte die CDU-Chefin laut „Bild“-Zeitung Gabriel eine Liste mit möglichen Kandidaten mitgegeben. Darauf stünden auch die Namen Göring-Eckardt und Kretschmann.

Der 68 Jahre alte Kretschmann sagte, er sei als Ministerpräsident gewählt, die Legislaturperiode dauere bekanntlich fünf Jahre. „Das ist ein Amt, das ich gern ausführe und das ich auch ausfülle. Und ich habe auch den Eindruck, dass ich da durchaus gebraucht werde.“ Kretschmann gilt mit seiner pragmatischen Politik als einer der beliebtesten Politiker Deutschlands. Er führt bereits in der zweiten Legislatur eine Koalition an, derzeit mit der CDU. Bei der Landtagswahl am 13. März 2016 zogen die Grünen mit 30,3 Prozent der Stimmen an der CDU (27,0) vorbei.

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