Die Sängerin Janet Jackson hat im Alter von 50 Jahren ihr erstes Kind bekommen: den Jungen Eissa. Nach einer schwierigen Schwangerschaft verlief die Geburt offenbar reibungslos. Foto: dpa

Immer mehr Frauen bekommen Kinder jenseits der 40. Veränderte Lebensumstände und der medizinische Fortschritt machen es möglich. Janet Jackson hat ihr erstes Kind mit 50 Jahren zur Welt gebracht. In der Promi-Welt fällt sie damit gar nicht weiter auf.

Hollywood - Dass die US-Sängerin Janet Jackson am Dienstag im Alter von 50 Jahren ihr erstes Kind – einen Sohn – zur Welt gebracht hat, lenkt den Blick auf ein umstrittenes Thema. Denn es hat sich als Trend in den USA und Europa verfestigt: Es gibt immer mehr Frauen, die weit über 30, oft erst mit 40 Jahren und älter zum ersten Mal Mutter werden.

Nicht nur in der Welt der Stars und Sternchen ist das späte Mutterglück verbreitet. Die Biografien von Frauen haben sich verändert. Selbstverständlich machen viele heute Abitur, studieren, sammeln Auslandserfahrungen und wollen beruflich Fuß fassen, bevor sie an Nachwuchs denken. Berufsausbildungen dauern länger, und das Alter zur Familiengründung verschiebt sich automatisch. Laut Statistiken bekamen in den 60er Jahren Frauen ihr erstes Kind im Schnitt mit 24 Jahren, 2008 lag das Alter von Erstgebärenden bereits bei 30,4 Jahren.

Unter Egoismus-Verdacht

Einigen ist diese Entwicklung ein Dorn im Auge. Späte Mütter stehen unter Egoismus- und Hedonismus-Verdacht. Der Vorwurf steht im Raum, sie wollten lieber das Leben genießen, die eigene Karriere verfolgen, statt eine Familie zu gründen, um dann – wenn das Ticken der biologischen Uhr nicht mehr zu überhören ist – als letztes „Lebensprojekt“ und Akt der Selbstverwirklichung doch noch ein Kind in die Welt zu setzen. Was dabei gerne übersehen und verdrängt wird: Es gibt Männer, die sich lange nicht endgültig festlegen wollen, weil sie vielleicht erst einmal das Leben genießen und ihre Karriere verfolgen möchten. Sie vertrösten ihre Partnerinnen, die deshalb erst spät Kinder gebären.

Leihmutterschaft ist in Deutschland nicht erlaubt

Einmal ganz abgesehen davon, dass es immer mehr Paare gibt, die Schwierig­keiten haben, auf natürlichem Weg ein Kind zu bekommen. Die Zahl der Kinderwunschpraxen steigt stetig, die medizinischen Möglichkeiten, auf künstlichem Wege ein Kind zu erzeugen, werden immer ausgefeilter. Gerade in den USA scheinen die Möglichkeiten fast unbegrenzt, jenseits von Alters- und gesellschaftlichen Grenzen eine Familie zu gründen. Dort ist beispielsweise die Leihmutterschaft erlaubt, was hierzulande tabu ist.

Die Schauspielerin Sarah Jessica Parker („Sex In The City“) ist auf diesem Weg Mutter von Zwillingen geworden. Eine damals 26-jährige Leihmutter gebar 2010 die Mädchen Marion Loretta Elwell und Tabitha Hodge. Parker war zu diesem Zeitpunkt 44 Jahre alt und bereits Mutter eines sechsjährigen Sohnes. An ein medizinisches Wunder grenzte die Schwangerschaft der italienischen Rocksängerin Gianna Nannini. 2010 bekam sie mit 54 Jahren ihre Tochter Penelope – angeblich auf natürlichem Weg und ungeplant.

Achtfache Mutter mit 50

Auch die US-Schauspielerin Holly Hunter war erst mit 47 Jahren zum ersten Mal schwanger und bekam Zwillinge. ­Großes Aufsehen erregte hierzulande die Mutter der Sängerin Sarah Connor, Soraya Lewe-Tacke. 2008 brachte sie die Zwillinge Lex und Mick auf die Welt. Da war sie bereits 50 Jahre alt und damit achtfache Mutter. Die Schauspielerin Nicole Kidman adoptierte in ihrer ersten Ehe mit Tom Cruise zwei Kinder, ehe sie 2008 mit ihrem zweiten Ehemann, dem Country-Sänger Keith Urban, die leibliche Tochter Sunday Rose bekam, damals war sie 41. Ihre zweite Tochter, Faith Margaret, ließ die Schauspielerin 2010 von einer Leihmutter austragen.

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