Eine Flammstrahlbombe wie diese ist am Sonntag in Sicherheit gebracht worden. Foto: Zweygarth

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst rückt am Sonntagabend aus: Bei einem Spielplatz in Weilimdorf taucht ein Blindgänger auf, der dort wohl noch nicht lange gelegen hat.

Stuttgart - Ein Spaziergänger hat am Sonntagabend richtig reagiert: Er sah in der Nähe eines Spielplatzes einen Gegenstand, der ihm seltsam vorkam. Sein Eindruck trügte nicht: Es handelte sich um ein Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg. Das fand die Polizei in Zusammenarbeit mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst heraus. Offenbar hatte die Bombe nicht immer dort am Gemsenweg gelegen, meldet die Polizei.

Der 37-jährige Passant sah sich das Teil, das wie ein rostiges Rohr aussah, genauer an, hielt aber Abstand. Dann verständigte er die Polizei. Die Beamten ließen ebenfalls Vorsicht walten, machten Fotos von dem gefährlichen Gegenstand und sicherten das Spielplatzgelände ab. Die Aufklärung brachte der Kampfmittelbeseitigungsdienst. Dessen Experten identifizierten den rostigen Gegenstand auf den Polizeifotos als britische Flammstrahlbombe. Die Entschärfer rückten an und sicherten die Bombe. Dabei stellten sie fest, dass sie beim Abwurf bei britischen Fliegerangriffen im Zweiten Weltkrieg nicht gezündet hatte. Der Brennstoff in der Röhre sei noch vorhanden gewesen, sagt der Polizeisprecher Tobias Tomaszewski. Warum die Bombe nicht gezündet hatte, ob sie falsch aufgetroffen war oder der Zünder nicht funktioniert hatte, das ist nicht bekannt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienstnahm die Bombe zur Vernichtung mit.

Eine Frage wird wohl ungeklärt bleiben: Es sei unwahrscheinlich, dass die Bombe schon immer dort gelegen habe. Sie wäre sonst sicher schon früher gefunden worden. Auch werden Blindgänger für gewöhnlich nicht an der Oberfläche gefunden. Meist sind sie inzwischen von Erdreich überdeckt. „Wie die Bombe zum Spielplatz kam, wissen wir nicht. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ist sich sicher, dass das nicht der ursprüngliche Fundort ist“, sagt der Polizeisprecher.

Im Dezember hatte eine Flammstrahlbombe bei der Polizei Aufregung ausgelöst: Ein Dachdecker hatte bei Sanierungsarbeiten eine gefunden. Weil er sie für ausgebrannt hielt, packte er sie in sein Auto und fuhr damit zur Polizei. Die Bombe war jedoch nicht hochgegangen. Auch hier brachte der Kampfmittelbeseitigungsdienst den Gegenstand in Sicherheit.

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