Die syrischen Männer, die sich in Weissach prügelten, wurden verlegt. Foto: dpa

Das Landratsamt reagiert damit auf eine Schlägerei vor zwei Wochen in der Heckengäuhalle.

Weissach - Das Landratsamt Böblingen ahndet die Zwischenfälle in der Notunterkunft für Flüchtlinge in Weissach vor zwei Wochen. Dort war es nach einem Streit über die Hausordnung am 25. Februar zu Handgreiflichkeiten und einer Schlägerei gekommen. Die an dem Konflikt beteiligten Personen in der für die Unterbringung für Flüchtlinge genutzten Halle wurden daher in andere Unterkünfte im Kreis verlegt. Die Männer stammen alle aus Syrien. Als Reaktion wurde zudem der Sicherheitsdienst in der Halle verstärkt.

„Ein gutes Zusammenleben in unseren Unterkünften ist Voraussetzung für ein funktionierendes Miteinander“, erklärt Katharina Pfister, die Leiterin des Kreis-Amtes für Migration und Flüchtlinge. „Wer derart massiv gegen unsere Hausordnung verstößt, muss mit Konsequenzen rechnen.“ Dies sei auch hier der Fall und führe in der Regel dazu, dass sich die Betroffenen schnell wieder eines Besseren besinnen würden. Ganz bewusst würden die Männer nicht wieder in dieselbe Unterkunft verlegt, sondern über den Landkreis verteilt.

Bereits seit einigen Monaten habe das Amt für Migration und Flüchtlinge vor allem in den als Notunterkünfte genutzten Sporthallen erhöhte Sicherheitsvorkehrungen getroffen, erklärt das Landratsamt. So würden nachts und am Wochenende Sicherheitsdienste eingesetzt. „Auch in Weissach hat der Sicherheitsdienst schnell und richtig reagiert und die Polizei hinzugezogen“, erklärt Pfister. „Wir stehen in engem Kontakt mit der Polizei vor Ort.“

Auch die Heimleiter und Sozialbetreuer reagierten schnell auf Unregelmäßigkeiten in den Unterkünften. Klare Regeln und soziale Kontrolle durch die Mitbewohner hätten sich in den Unterkünften des Kreises in den vergangenen Jahren immer wieder bewährt. „Wir sind froh und tun alles dafür, dass Zwischenfälle wie in Weissach Einzelfälle bleiben“, ergänzt Pfister.

Derzeit betreibt der Landkreis Böblingen 31 Gemeinschafts- und zehn Notunterkünfte in 19 Städten und Gemeinden des Landkreises sowie mehrere Wohnungen. Dort leben derzeit rund 3550 Personen. In den kommenden Wochen rechnet der Kreis mit rund 170 Personen pro Woche, die neu aufgenommen werden müssen.

Bei den Vorfällen in der Nacht auf den 25. Februar war die Polizei mit acht Streifenwagenbesatzungen angerückt, um die gut 20 an der Schlägerei beteiligen Personen zu trennen. Schon zuvor hatte es einen Vorfall in der Weissacher Heckengäuhalle gegeben, zu dem die Polizei kam.

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