Auch der von Veit Auch selbst mitgelesene Architektenwein durfte bei der Probe in Braunschweig nicht fehlen. Foto: privat

Die Bauhaus-Debattierrunde trifft zum Abschluss der Reihe „Bauhaus trifft Gartenschau“ auf norddeutsche Studenten zur Weinprobe mit architektonischem Hintergrund.

Wein - Zum großen Auswärts-Gastspiel hat sich die eigentlich in der geografische Mitte der Region Stuttgart im Strümpfelbacher Wengerthäusle beheimatete Veranstaltungsreihe „Bauhaus trifft Gartenschau“ in ihrer Abschlussveranstaltung aufgemacht. Wie in sechs Sitzungen zuvor ist es beim Gastauftritt der Weinstädter in der norddeutschen Löwenstadt Braunschweig um Architektur gegangen, um 100 Jahre Bauhaus und um das, was in der Region Stuttgart im Rahmen der Internationalen Bauhausausstellung 2027 Stuttgart und Region im Werden ist.

Dass sich in Braunschweig viele der dort zahlreich an der Uni eingeschriebenen Architekturstudenten nicht nur für die Zeit und die handwerklichen Lehren des Bauhauses interessieren, sondern auch für den Wein aus dem Remstal, kommt dabei nicht von ungefähr. Seit knapp fünf Jahren ist dort der Endersbacher Nachwuchs-Architekt Veit Auch in Sachen Architektur mit dabei. Er macht in Braunschweig seinen Masterabschluss und hat im ferneren deutschen Norden unter seinen Kommilitonen längst auch das Thema Remstalwein fest etabliert.

Weinproben-Premiere beim Remstal Supercup

Bereits anno 2015 war Braunschweig auf seine Initiative hin einer der weltweit rund 50 Veranstaltungsorte des Remstal Supercups, bei dem gut 1000 Teilnehmer 10 700 Weinproben aus dem Remstal verkostet haben. Unter anderem auch die Matrosen der damals noch seetauglichen Gorch Fock bei einer Remstalweinprobe auf dem Deck des Segelschulschiffes im Hafen von Cadiz, Spanien.

Diesmal – bei der bereits dritten Weinprobe in Braunschweig – hatten die Delegierten nicht nur den Wein, sondern auch die eigenen architektonischen Vorstellungen von Nachverdichtung in kommunalen Wohnarealen oder andere moderne Lehren aus den Erfahrungen der Bauhaus-Handwerker und -künstler vor 100 Jahren mit im Gepäck. Kein Wunder, dass vor allem die Projekte der Remstalarchitekten im Bereich Weinbau und die Konzeptionen für moderne und markante Weingutsbauten bei den Braunschweiger Stundenten auf großes Interesse stießen: Genau diese sind derzeit Gegenstand von Bachelorarbeiten.

Viele Remstäler und ein Pirat

Neben fünf Weinen von renommierten Remstalweingütern hatten der Weinstädter Jungwinzer Carl Pfeiffer und der Nachwuchssommelier Matteo Giek, die den fachlichen Part beim Event Nord trifft Süd übernahmen, auch einen Tropfen des Weinguts Adelmann und einen Spätburgunder aus dem aktuellen Lehrbetrieb des Jungwinzers in der Pfalz dabei. Den Piraten wiederum in der Phalanx der Württemberger hat einer der Braunschweiger Studenten beigesteuert: Einen roten Franzosen, den sein Vater in Südfrankreich keltern lässt und den die kritischen Weinbotschafter aus dem Remstal für „ganz akzeptabel“ erklärten.

Zehn edle Tropfen, dazu ein bunter Durchlauf durch die süddeutsche Bauhausgeschichte samt der auch im Norden berühmten Stuttgarter Weißenhofsiedlung, – grandios sei es gewesen mit den Remstälern, sprachen die Braunschweiger. Ganz im Sinne des fröhlich bejubelten abschließenden Glaubensbekenntnisses der Bauhaus-Freunde aus dem Süden: „Jeder sollte an etwas glauben - und wir glauben, wir trinken noch etwas.“

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