Von der Drehleiter aus wurde der imaginäre Dachstuhlbrand bekämpft. Foto: Martin Braun

Die Jugendfeuerwehr hat gemeinsam mit den Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr geübt. Ein Dachstuhlbrand wurde simuliert, zwei Personen mussten gerettet werden.

Weilimdorf - Am Montagabend gegen 19.30 Uhr geht der Alarm ein: Auf dem Obsthof Hörnle steht der Dachstuhl einer Scheune in Flammen. In dem verrauchten Gebäude ist noch ein Arbeiter eingeschlossen. Bei den Rettungsarbeiten verunglückt ein Feuerwehrmann – auch er muss von den Kameraden geborgen werden. Zudem gilt es, ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude zu verhindern. Dieses Szenario haben die Leiter der Jugendabteilung für eine gemeinsame Übung der Freiwilligen Feuerwehr Weilimdorf mit der Jugendfeuerwehr entworfen.

„Die Jugendlichen und die Aktiven wurden ins kalte Wasser geworfen“, sagt Patrick Schöffner, Jugendwart der Weilimdorfer Wehr. Nur er und seine beiden Stellvertreter wussten schon vorher, was die Männer und Frauen, die Buben und Mädchen auf dem Obsthof erwartet. 14 aktive Feuerwehrleute sowie 10 Mädchen und Buben im Alter von 11 bis 17 Jahren waren bei der gemeinsamen Übung im Einsatz, mit fünf Fahrzeugen sind sie angerückt. Immer ein Mitglied der Jugendfeuerwehr und ein Aktiver bildeten einen Trupp, die kleinste Einsatzeinheit der Feuerwehr. „Wir haben die Trupps gemischt zusammengestellt, damit sich die Kids und die Aktiven besser kennenlernen, aber auch als Anreiz für die Jüngeren“, sagt Schöffner.

Zwei Trupps seien sofort mit Atemschutzgerät in die verrauchte Scheune vorgerückt, um die vermisste Person zu bergen, erklärt der Jugendwart. „Das zweite Fahrzeug war vor allem mit der Wasserversorgung beschäftigt“, so Schöffner. Von der Drehleiter aus wurde der imaginäre Dachstuhlbrand bekämpft. Währenddessen wurde mit einer sogenannten Riegelstellung eine Wasserwand aufgebaut, die im Ernstfall verhindert hätte, dass sich das Feuer auf andere Gebäudeteile ausbreitet.

Einmal im Jahr wird gemeinsam geübt

„Mit dem Verlauf der Übung bin ich zufrieden“, sagt Schöffner. Schließlich habe man in der Konstellation noch nie zusammen geübt. Bereits beim Planen einer solchen Übung müsse das Alter und die Kräfteverhältnisse der Beteiligten beachtet werden, sagt Schöffner: „Schon ein Schlauch hat ein ordentliches Gewicht, den können Elfjährige nicht alleine ausrollen.“ Die schweren Atemschutzgeräte würden mit leichten PVC-Rohren simuliert, Atemmasken dürfen die Jugendfeuerwehrleute aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen ohnehin noch nicht tragen. Die gemeinsame Übung diene aber nicht nur dazu, die Grundtechniken der Brandbekämpfung zu verinnerlichen, sagt Patrick Schöffner, sondern auch dem generationenübergreifenden Zusammenwachsen der Feuerwehr. „Für die Kids ist es auch aufregend: die Anfahrt mit Blaulicht und Martinshorn, es qualmt und dann sind auch noch die Aktiven dabei.“

Einmal im Jahr wird gemeinsam geübt. „Das ist immer ein bisschen ein Highlight für die Jugendlichen“, sagt der stellvertretende Kommandant der Weilimdorfer Feuerwehr Heiko Schroff. Seit die Wehrpflicht abgeschafft wurde und damit auch der Ersatzdienst weggefallen ist, sei die Jugendabteilung für die Personalrekrutierung der Freiwilligen Feuerwehr eminent wichtig, so Schroff. So entstammen mittlerweile ungefähr 90 Prozent des Personalzuwachses bei den Aktiven der Jugendfeuerwehr, die Übergangsquote von der Jugendabteilung zu den Aktiven liege bei etwa 60 Prozent, erklärt Heiko Schroff. „Das Ziel der Jugendfeuerwehr ist, die Jüngeren an die aktive Wehr heranzuführen“, sagt der stellvertretende Kommandant. Und das klappt offenbar ganz gut: Wie der Weilimdorfer Jugendwart Patrick Schöffner berichtet, werden in diesem Jahr voraussichtlich fünf Jugendliche von der Jugendabteilung zu den Aktiven übertreten.

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