Auch die Gorillas freuten sich über Geschenke. Foto: Pressefoto Horst Rudel

Im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart haben die Gorillas, Orang-Utans und die Bonobos ebenfalls Weihnachten gefeiert. Rund 100 Päckchen durften die Tiere am ersten Weihnachtsfeiertag auspacken.

Stuttgart - Wer die Bescherung im Menschenaffenhaus der Wilhelma erleben möchte, muss pünktlich sein. Allzulange lassen sich die elf Gorillas, die beiden Orang-Utan-Damen Carolin und Moni sowie die 21 Bonobos mit ihrer Weihnachtsfeier nicht Zeit. Vor allem Kibo und seine Gorilla-Sippe sind fix: Sie haben ihre Präsente schon innerhalb von wenigen Minuten ausgepackt und teilweise sogleich verspeist. Die ganz Cleveren unter ihnen haben sich gleich drei bis vier Päckchen geschnappt und sich in eine Ecke ihres Geheges verzogen, damit die Kollegen ihnen nichts klauen.

Menschenaffen lieben es, Geschenke auszupacken

Seit vier Jahren veranstaltet die Wilhelma die Geschenke-Aktion für die Affen am Vormittag des ersten Weihnachtsfeiertages. „Die lieben das, weil sie genau wissen, das in den Päckchen auch etwas drin ist“, sagt Bea Jarczewski (41), die Revierleiterin für die Affen im Zoologischen-Botanischen Garten. „Die Art von Beschäftigung geben wir ihnen auch das ganze Jahr über.“

Popcorn, Rosinen, Affenflips oder Apfelringe haben die Affen zu Weihnachten bekommen. Bei einer Mitmachaktion hatten Besucherinnen und Besucher der Wilhelma die Päckchen für die Affen mit hübschem Weihnachtspapier verpackt. Die Leckerbissen sind gut verschnürt und zwischen Holzwolle und Zeitungspapier versteckt – so haben die Affen eine größere Herausforderung beim Auspacken der Kisten.

Die Spenden für die Aktion gehen an die Artgenossen in der Wildnis

Doch auch danach finden die Affen noch Gefallen an ihren Geschenken: der eine Gorilla trägt die Holzwolle durchs Gehege, der andere setzt sich in die Kartons. „Beschäftigung ist für die Affen mega-wichtig“, sagt Jarczewski, die seit 25 Jahren als Tierpflegerin in der Wilhelma arbeitet. „Gerade im Winter, wenn die Tiere kaum rauskönnen, müssen wir Pfleger uns immer viele Spiele überlegen.“ Auch mit Bettwäsche und alten Handtüchern spielten sie gerne. „Die Kleinen spielen damit Geist oder verstecken sich“, fügt sie schmunzelnd hinzu.

Die Bescherung hat aber zusätzlich noch einen sozialen Hintergrund. Die Spenden der Besucher für das Material der Bastelaktion helfen den bedrohten Artgenossen der Menschenaffen in der Wildnis. Im Haus gibt es ein Projekt für die Gorillas und eines für Bonobos.

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