Gläubige kommen in Jerusalem zum Freitagsgebet während des Ramadans zusammen. Foto: AFP

In Tunesien sind vier junge Männer zu jeweils einem Monat Haft verurteilt worden. Der Grund: Während des Ramadans haben sie im Park gegessen.

Tunis - Ein Gericht in der nordtunesischen Stadt Bizerte hat vier junge Tunesier zu jeweils einem Monat Haft verurteilt, weil sie während des islamischen Fastenmonats Ramadan in der Öffentlichkeit gegessen und geraucht haben. Das Verhalten der Festgenommenen habe die öffentliche Ordnung gestört und dazu beigetragen, in einem überwiegend muslimischen Land die Gefühle von Anderen zu verletzen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Bizerte am Freitag. Die vier jungen Tunesier sollen nach tunesischen Medienberichten in einem Park gegessen, getrunken und geraucht haben.

Während des Fastenmonats Ramadan dürfen gläubige Muslime zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang weder essen noch trinken, rauchen oder Sex haben. Allerdings gibt es kein Gesetz in Tunesien, das ein Fehlverhalten bestraft. Gerade in den touristischen Regionen haben viele Cafés auch tagsüber geöffnet.

Weil es in diesem Jahr aber bereits mehrfach Kampagnen durch islamische Gruppen oder Einzelpersonen gab, die zur Einhaltung des Fastens aufriefen, führte der Zwischenfall zu Diskussionen in den sozialen Netzwerken. Nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Zine el Abidine Ben Ali ist Religion ein sensibles Thema in dem nordafrikanischen Land.

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