Verena Hübsch könnte für die Junge Liste in den Stuttgarter Gemeinderat einziehen. Ihre Entscheidung hätte aber erhebliche persönliche Konsequenzen. Foto: Junge Liste/JL

15 Monate nach der Kommunalwahl steht in der Fraktion Puls ein Wechsel an. Doch der gestaltet sich nicht einfach, denn mit dem Einzug ins Stadtparlament würde Verena Hübsch ihren Job verlieren.

Stuttgart - 15 Monate nach der Kommunalwahl steht bei der Jungen Liste im Gemeinderat ein Wechsel an. Christian Walter (30), der die Junge Liste in der zweiten Wahlperiode im Stadtparlament vertritt, ist am vergangenen Wochenende in Weil der Stadt mit 82,6 Prozent zum neuen Bürgermeister gewählt worden. Der Lehrer wird voraussichtlich Anfang November aus dem Stuttgarter Gemeinderat ausscheiden. Walter war gleich nach der Kommunalwahl im März 2019 für Julia Schmid nachgerückt, die 52 Stimmen vor ihm gelegen war. Schmidt, damals 25, war eine Promotion angeboten worden, dazuhin nannte sie auch private Gründe dafür, das Ehrenamt nicht antreten zu können. Der Gemeinderat akzeptierte dies. Für Walter würde nun Verena Hübsch nachrücken. Die 28-Jährige hat kommunalpolitische Erfahrung, denn sie saß bereits viereinhalb Jahre im Bezirksbeirat Mitte. Allerdings ist die Entscheidung, das Mandat im Gemeinderat anzutreten, nicht ganz einfach, denn Hübsch ist bei der Stadt im Planungsamt beschäftigt. Beamte und Angestellte der Gemeinde dürfen nicht gleichzeitig im Stadtparlament sein, so schriebt es die Gemeindeordnung in Paragraf 29 vor. Schon vor der Wahl habe sie nach dem Studienabschluss (Planung und Partizipation an der Uni Stuttgart) bei der Stadt auf einer befristeten Stelle gearbeitet, sagt Hübsch. Die Beschäftigung sei inzwischen verlängert worden. Die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt macht ihr die Wahl nicht einfacher. „Ich bin im Zwiespalt, die Entscheidung muss aber rasch fallen, denn im Fall des Falles habe ich die Kündigungsfrist zu beachten“, so Hübsch, die sich selbst noch eine Bedenkzeit bis Ende des Monats gegeben hat. Christian Walter war als Einzelstadtrat der vierköpfigen Fraktion Puls beigetreten. sollte sie in den Rat einziehen, wolle sie „auf jeden Fall dieser Fraktionsgemeinschaft angehören“, so Hübsch. Vier Köpfe gelten als die Mindestgröße einer Fraktion.

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