Erfahren Sie, was am Warntag 2022 passiert und was man sonst noch wissen sollte. Alles Wichtige zum bundesweiten Warntag im Überblick. Foto: FrankHH / Shutterstock.com

Am 8. Dezember findet der bundesweite Warntag 2022 statt. Dann erproben Bund und Länder ihre Warnmittel. Aber was genau passiert am Warntag?

Ziel des bundesweiten Warntages ist es, die Menschen zu informieren und mit dem Thema der Warnung der Bevölkerung vertraut zu machen. Dadurch soll die Selbstschutzfähigkeit der Bevölkerung erhöht werden. Die für Krisenfälle (1) zur Verfügung stehenden Warnmittel sowie die Abläufe sollen erprobt werden, damit Schwachstellen aufgespürt und im Nachgang beseitigt werden können.

Was wird am Warntag 2022 passieren?

Der Warntag findet am 8. Dezember 2022 zum zweiten Mal seit der Wiedervereinigung statt. Durch den ersten bundesweiten Warntag am 10. September 2020 konnten bereits zahlreiche Schwachstellen der Warnsysteme identifiziert werden. In Deutschland wird für die Warnung der Bevölkerung ein Warnmittelmix aus analogen und digitalen Warnkanälen eingesetzt. Bund und Länder werden am Warntag ab 11 Uhr die folgenden Mittel nutzen:

1. Warnnachrichten über MoWaS

Das Modulare Warnsystem (MoWaS) wird gemeinsam von Bund und Ländern für den Zivilschutz und Katastrophenfall genutzt und bildet das Fundament des bundesweiten Warntages. Angeschlossen an das System sind die sogenannten Warnmultiplikatoren, welche die Warnnachrichten zeitversetzt an die ihnen zur Verfügung stehenden Warnmittel versenden. Zu den Multiplikatoren gehören unter anderem:

  • Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten
  • Ein Großteil der privaten Medienhäuser
  • Behörden, Organisationen und Unternehmen (z.B. Deutsche Bahn)
  • Internet- und Pagingdienste
  • App-Betreiber (z.B. Warnapps NINA, KATWARN, BIWAPP)

Damit steht dem Bund in der Theorie ein leistungsstarkes Warnsystem zur Verfügung, welches über zahlreiche Wege Nachrichten an die Bevölkerung übermitteln kann. Am Warntag selbst wird eine Probewarnung in Form eines Warntextes an die Warnmultiplikatoren geschickt, welche dann zum Beispiel über Radio, TV und Smartphone ausgespielt werden kann. Ebenfalls zum Konzept gehören Warnungen auf digitalen Werbetafeln bzw. innenstädtischen Bildschirmen.

2. Warnmittel der teilnehmenden Landkreise

Auf Ebene der Länder werden die am Warntag teilnehmenden Landkreise zusätzlich ihre verfügbaren kommunalen Warnmittel einsetzen. Hierzu zählen neben Anzeigetafeln vor allem Sirenen und Lautsprecherwagen.

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3. Nachricht über Cell Broadcast

Erstmalig wird die Probewarnmeldung am Warntag ab 11 Uhr auch über die Cell-Broadcast-Technik verschickt (keine SMS), mit der in der Theorie rund die Hälfte aller Handys in Deutschland erreicht werden kann. Die Technik wird von den meisten Smartphones unterstützt, die in den letzten Jahren auf den Markt gekommen sind. Eine Liste finden Sie hier.

- So funktioniert Cell-Broadcast

Mobiltelefone registrieren sich automatisch in sogenannten Funkzellen, welche den Netzempfang herstellen. Umgekehrt können so aber auch Nachrichten an alle mit einer Funkzelle verbundenen Geräte gesendet werden, sofern die Geräte für den Empfang in der Lage sind. Die Vorteile sind groß, denn im Gegensatz zu einer SMS ist solch eine Cell-Broadcast-Nachricht anonym, da keine Mobilfunknummer benötigt wird. Außerdem können so alle Geräte in bestimmten Gebieten erreicht werden, was Cell-Broadcast zu einem recht effektiven Warnmittel macht.

- Stabiler als SMS-Versand

Zudem ist die Technik gegenüber herkömmlichen SMS deutlich stabiler, da hier nur die Empfangsbereitschaft von Mobiltelefonen genutzt wird. Die aufwendigere Registrierung bei SMS-Nachrichten, welche auch einer der Hauptgründe für den bekannten „Silvestereffekt“ ist (massiver zeitlicher Verzug bei zahlreichen Nachrichten in einer Funkzelle) entfällt bei Cell-Broadcast-Nachrichten.

- Wie werden die CB-Nachrichten am Warntag aussehen?

Bei Cell-Broadcast-Nachrichten handelt es sich ausschließlich um Textnachrichten. Standardmäßig sind diese Warnmeldungen bei den meisten Mobiltelefonen aktiviert. Je nach Warnstufe der Nachricht können auch Alarmsignale ausgelöst werden. Selbst wenn das Mobiltelefon auf stumm geschalten ist.

Die Erprobung der Cell-Broadcast-Technik am 8. Dezember wird vor allem wertvolle Erkenntnisse über den Erreichungsgrad liefern, welcher in Zukunft sukzessive gesteigert werden soll. Eine offizielle Freischaltung im MoWaS ist dann für Februar 2023 vorgesehen.