Die Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Sie ist die achtgrößte der Welt. Foto: Eva Dähne

Ein Fünftel der Menschheit verneigt sich Tag für Tag gen Mekka. Keine der Weltreligionen wächst so schnell wie der Islam, der so viel bedeutet wie Unterwerfung und völlige Hingabe an Gott.

Bettina Hartmann / Markus Brauer

Stuttgart - Nach dem Christentum ist der Islam die zweitgrößte Religionsgemeinschaft der Welt mit etwa 1,3 bis 1,5 Milliarden Anhängern. In Deutschland leben inzwischen deutlich mehr als vier Millionen Muslime. Doch was wissen wir hierzulande überhaupt über diese Religion? Wir haben ein ABC des Islam zusammen­gestellt – und erklären Begriffe von A wie Allah über S wie Sunniten bis Z wie Zinsgeschäfte.

A wie Allah

Der Anspruch auf Wahrheitsbesitz ist absolut: Alle Menschen sollen den einzig wahren Gott anbeten. Die universale Gültigkeit seiner Verkündigung teilt der Islam mit dem Christentum. Bei beiden handelt es sich um prophetische Religionen, für die der Absolutheitsanspruch von entscheidender Bedeutung ist. In Sure 59, Vers 22 bis 24 des Koran, einer grundlegenden Stelle der islamischen Gotteslehre, heißt es über Allah: „Er ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt, der Kenner des Verborgenen und des Offenbaren. Er ist der Allerbarmer und Barmherzige (22). Er ist Allah, außer Dem kein Gott ist; Er ist der Herrscher, der Einzig Heilige, der Friede, der Verleiher von Sicherheit, der Überwacher, der Erhabene, der Unterwerfer, der Majestätische. Gepriesen sei Allah über all das, was sie Ihm beigesellen (23). Er ist Allah, der Schöpfer, der Bildner, der Gestalter. Ihm stehen die schönsten Namen zu. Alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, preist Ihn, und Er ist der Erhabene, der Allweise (24).“

B wie Burka

Die Frage, in welchem Maße eine Muslima sich bedecken oder verschleiern sollte – ja, ob sie es überhaupt muss –, beschäftigt islamische Rechtsgelehrte seit langem. Der Koran äußert sich zwar zum Thema, bleibt aber recht vage und lässt somit Interpretationen zu. Die betreffenden Suren können lockerer ausgelegt werden, wobei die Gläubige dann keine Kopfbedeckung trägt oder – einen Schritt weiter – das einfache Kopftuch, Chimar genannt. Die extremste Auslegung ist völlige Vermummung, sprich die Burka. Ein großes Stofftuch verhüllt den kompletten Körper der Frau, selbst ihr Gesicht. Es gibt nur ein gitterartiges Fenster auf Augenhöhe. Die Burka ist vor allem in Afghanistan und Pakistan verbreitet. Dazwischen gibt es Variationen wie den Tschador, der im Iran Pflicht ist. Der lange, schwarze Umhang wird um Kopf und Körper gewunden. Zum Teil wird in Verbindung damit ein Gesichtsschleier getragen, der lediglich einen kleinen Sehschlitz frei lässt – der Niqab. Der Hidschab wiederum bezeichnet meist ein Kopftuch, das zusätzlich die Halsregion der Frau und eventuell auch ihre Schultern bedeckt.

C wie Christen

Kufr (arabisch für Unglaube) meint im Islam die Ablehnung des Glaubens an Allah, die Leugnung seines Propheten Mohammed und des Koran als Gottes Wort. Als „Kafir“ (Ungläubiger) gelten die Anhänger der beiden anderen monotheistischen Religionen, obwohl Judentum, Christentum und Islam Abraham (Ibrahim) zu ihrem Stammvater haben. In Sure 5, Vers 44 heißt es: „Diejenigen, die nicht nach dem entscheiden, was Gott (in der Schrift) herabgesandt hatte, sind die (wahren) Ungläubigen.“ Und weiter in Vers 17 steht: „Ungläubig sind diejenigen, die sagen: Gott ist Christus, der Sohn der Maria.“ Was Christen und andere Ungläubige erwartet, beschreibt der Koran so: „Auf denen, die ungläubig sind und in diesem Zustand sterben, liegt der Fluch Gottes und der Engel und der Menschen insgesamt“ (Sure 2, Vers 161). Ungläubig sind generell alle, die außerhalb der muslimischen Gemeinschaft (Umma) stehen. In der Geschichte führten die theologischen Kontroversen immer wieder zu blutigen Konflikten, die sich beispielhaft in den mittelalterlichen Kreuzzügen entluden. Muslime werfen Christen vor, die Bibel falsch zu interpretieren. Obwohl sie Jesus als Propheten anerkennen, werde Mohammed von christlicher Seite nicht gewürdigt. Aufklärung, gesellschaftliche Emanzipation und Imperialismus haben zudem die Gräben zwischen beiden Glaubensgemeinschaften weiter vertieft.

D wie Dschihad

Der Begriff Dschihad (arabisch für Anstrengung, Kampf, Bemühung, Einsatz) meint in einem religiösen Sinne „die Anstrengung auf Gottes Wegen“. Nach der klassischen islamischen Rechtslehre dient dieser Kampf der Erweiterung und Verteidigung islamischen Territoriums, bis der Islam die beherrschende Religion ist. Auch moderne muslimische Autoren sehen im militärischen Kampf ein legitimes Mittel, um islamische Staaten und die Freiheit der Muslime zu verteidigen sowie den Islam außerhalb seines Einflussbereiches zu verkünden. Neben dem äußeren ist aber auch der innere Kampf gegen das Böse im eigenen Herzen und die innere Läuterung zur moralischen Vervollkommnung durch Riten, Gebete und Buße gemeint. Der Dschihad ist als wichtiges Glaubensprinzip eines der Grundgebote des islamischen Glaubens und eine allen Muslimen auferlegte Pflicht. Sunnitische Gelehrte rechnen den Dschihad als sechste zu den „fünf Säulen des Islam“. Der Dschihad kann nur von hohen Würdenträgern ausgerufen werden. Radikalislamische Organisationen wie der Islamische Staat (IS), El Kaida oder die Hisbollah sehen in ihm ein Mittel, um Feinde des Islam zu bekämpfen – notfalls unter Einsatz des eigenen Lebens.

E wie Ehrenmord

Ehrenmord ist primär ein Phänomen islamischer Gesellschaften. Der Ehrbegriff hat weniger mit religiösen als mit gesellschaftlich-kulturellen Bedingungen zu tun. Vor allem­ in streng patriarchalischen Gesellschaften wie in Pakistan, Afghanistan oder der Türkei sind archaische Vorstellungen weit verbreitet. Diesem Denken zufolge hat der Familienclan das Recht, sich zur Verteidigung der Ehre jederzeit in das Leben der Frauen einzumischen. Die Ehre wird auf diese Weise zum Instrument totaler Kontrolle, Denunziation und Machtausübung durch die Männer. Mitunter reicht schon ein Gerücht, eine modische Frisur oder ein Widerwort, um die Familienehre zu verletzen. Vätern, Brüdern und Onkeln obliegt die Aufgabe, sie zu bewahren. Gelingt das nicht, können sie die Familienehre nur durch die Ermordung der Tochter und Schwester wiederherstellen.

Islam ABC – Teil II

 

F wie Fundamentalismus

Der religiöse Fundamentalismus ist heute ein globales Problem. Der Begriff stammt ursprünglich aus einem christlichen Kontext: 1910 bis 1915 veröffentlichten Theologen der evangelikalen Bewegung in den USA die Schriftenreihe „The Fundamentals“ über die Fundamente des christlichen Glaubens. Mittlerweile ist der Begriff zum Synonym für eine radikale Denkhaltung, für Intoleranz, Engstirnigkeit, Antimodernismus und Wissenschaftsfeindlichkeit geworden. Fundamentalisten sind überall dort zu finden, wo soziale Verunsicherung und ­kultureller Wandel Traditionen und Werte hinwegspült. Religion wird zum wichtigsten Halt in einer als feindlich empfundenen Lebenswelt – in Form eines intoleranten, starren Dogmatismus, der nur die strikte Befolgung von Glaubenssätzen fordert. Jedes Abweichen von der reinen Lehre wird als Sünde und Abkehr vom rechten Pfad gebrandmarkt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat ein politisch-religiöser Islam als übernationale Einheitsideologie an Einfluss gewonnen. Er will die Gebote des Koran und die Vorherrschaft der Religion über den Staat konsequent verwirklichen. Damit gewann der Fundamentalismus an Bedeutung. Sein Ziel ist die weltweite Durchsetzung der Scharia, die in vielen Ländern wie Pakistan, Saudi-Arabien oder dem Iran Grundlage der Gesetzgebung ist. Im 20. Jahrhundert führte die westliche Dominanz zu Rückständigkeit und zu einer Identitätskrise der islamischen Welt. Der Konflikt zwischen Tradition und Moderne ließ islamistische Bewegungen erstarken., Ihre Anhänger wollen das Dar-el-Islam (Haus des Islam) als Großmacht wiedererstehen lassen. Es entstanden militante islamistische Organisationen wie die Gama Islamij in Ägypten, die Groupe Islamique Armé (GIA) in Algerien und das Terrornetzwerk El Kaida.In dieser fundamentalistischen Ausprägung erhebt der Islam einen Allgemeingültigkeitsanspruch gegenüber allen Ungläubigen und ist somit extrem militant.

G wie Gleichberechtigung

Der Koran spricht davon, dass Männer und Frauen aus einem einzigen Wesen gleich geschaffen und vor Gott gleichwertig sind. Woraus man allerdings nicht folgern kann, dass Frauen in der islamischen Gesellschaft auf allen Ebenen gleichberechtigt sind. Der Islam schreibt den Geschlechtern­ aufgrund ihrer verschiedenen körperlichen Eigenschaften nämlich unterschiedliche Talente und dementsprechend Aufgaben zu, woraus sich wiederum verschiedene Rechte und Pflichten ableiten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan etwa hält eine völlige Gleichberechtigung von Mann und Frau für „absolut unmöglich“, weil der Islam für die Frau nun mal die Mutterrolle vorsehe. Und tatsächlich gibt es im Koran viele Passagen, in denen die Frau hauptsächlich im Kontext der Familie gesehen wird – als Tochter, Ehefrau, Mutter. Zwischen liberalen und konservativen Islamgelehrten gibt es dennoch große Meinungsverschiedenheiten über die Stellung der Frau. Doch es geht nicht nur um die religiöse Dimension. Viele muslimische Länder sind bis heute extrem patriarchalisch­ geprägt, sprich: Die Männer gehen einfach per se davon aus, dass sie den Frauen überlegen und somit mehr wert sind.

H wie Hadsch

Der Hadsch ist die islamische Pilgerfahrt nach Mekka. Er ist die fünfte der fünf Säulen des Islam und findet jährlich an fünf Tagen während des achten bis zwölften Tages des Monats Dhu l-Hiddscha statt, des zwölften und letzten Monats im Jahreskreislauf des islamischen Kalenders. In der dritten Sure, Vers 97 heißt es: „Und die Menschen sind Gott gegenüber verpflichtet, die Wallfahrt nach dem Haus zu machen – soweit sie dazu eine Möglichkeit finden.“ Jeder volljährige Muslim (Frauen in Begleitung) ist verpflichtet, mindestens einmal im Leben nach Mekka zu pilgern. Danach erhält er den Ehrentitel Hadschi. Die kleine Wallfahrt – Umra –, die jederzeit möglich ist, stellt eine verkürzte Version dar, kann den Hadsch aber nicht ersetzen. Neben dem Hadsch beruht der Islam auf vier weiteren Säulen: dem Glaubensbekenntnis (Schahada), dem fünfmal täglich zu vollziehenden Gebet (Salat), der Abgabe an die Armen (Zakat) und dem Fasten im heiligen Monat Ramadan (Saum). Im Rahmen ihrer Wallfahrt in Mekka umrunden die Pilger siebenmal gegen den Uhrzeigersinn die Kaaba und preisen Allah. Die Kaaba (arabisch für Kubus, Würfel) ist ein quaderförmiges Gebäude aus Granit, mit schwarzer Seide umhüllt, im Innenhof der Heiligen Moschee in Mekka und stellt als „Haus Gottes“ das zentrale Heiligtum des Islam dar. In Sure 5, Vers 97 heißt es: „Gott hat die Kabaa, das unverletzliche Haus, zu einer Gebetsstätte für die Menschen gemacht.“ Die große Bedeutung der Kaaba liegt darin, dass sie das Ziel des Hadsch ist. Zudem steht sie im Zentrum des islamischen Glaubens, denn bei jedem Gebet müssen sich die Muslime nach der Kaaba ausrichten, wo immer sich die Gläubigen auf der Erde befinden. Diese Gebetsrichtung wird auch Qibla genannt.

I wie Islam

Der Islam (das Wort bedeutet so viel wie Unterwerfung unter Gott und völlige Hingabe an ihn) ist die jüngste der monotheistischen Religionen. Wie Juden und Christen glauben auch Muslime an den einen wahren Gott. Mit rund 1,6 Milliarden Gläubigen ist er nach dem Christentum (etwa 2,2 Milliarden Anhänger) die zweitgrößte Weltreligion. Seinen Ursprung hat der Islam in den Offenbarungen, die der 570 n. Chr. in Mekka geborene und 632 in Medina gestorbene Mohammed von Gott empfangen hat. Mohammed wird von den Muslimen als der historisch letzte der Propheten angesehen, dem mit dem Koran Allahs Offenbarung gesandt wurde. Mit der Hidschra, der Vertreibung aus seiner Heimatstadt Mekka und der Ankunft in Medina 24. September 622, beginnt die islamische Zeitrechnung. Die Glaubenslehren sind festgehalten in 114 Suren (Kapiteln) mit 6236 Versen, die zwischen 610 und 623 von Mohammed verfasst wurden und für Muslime Gottes offenbartes Wort sind. Charakteristisch für den Islam ist die enge Verknüpfung von Politik, Religion und Alltag. Das heißt, der Islam greift wesentlich stärker in das gesellschaftspolitische Leben ein als andere Religionen. Der Koran ist weltliches und religiöses Gesetzbuch in einem, die Umma, die islamische Gemeinschaft, religiöse und politische Gemeinde. Die Scharia, das heilige Gesetz, gibt Weisungen für das gesamte Leben.

J wie Jesus

Im Koran gilt Isa ibn Maryam, arabisch für Jesus, Sohn der Maria, als der Messias (al-masih) und als Wort (kalima) und Geist (ruh) Gottes (Allah). Durch die Sendung des Heiligen Geistes – die Bezeichnung ruh al-qudus ist eine arabische Bezeichnung für den Erzengel Gabriel (der laut Bibel Maria die Botschaft der Geburt eines Sohnes verkündete) konnte er mit Gottes Erlaubnis und Hilfe Wundertaten vollbringen. Jesus ist im Islam nicht mit dem Vater und dem Heiligen Geist der dreifaltige Gott (Trinität), da der Islam die Dreifaltigkeit als Bruch des reinen Monotheismus (Ein-Gott-Glauben) ansieht. In der christlichen Theologie ist Gott eine Wesenseinheit in drei Personen, die Vater, Sohn und Heiliger Geist genannt werden. Für Muslime ist Jesus kein Gott, sondern nur Gottes Gesandter und Prophet. In Sure 4, Vers 157 heißt es über die Kreuzigung Christi: „Sie haben ihn (in Wirklichkeit) nicht getötet und (auch) nicht gekreuzigt. Vielmehr erschien ihnen (ein anderer) ähnlich (so dass sie ihn mit Jesus verwechselten und töteten).“ Jesus ist in der Reihe der Propheten (jener Personen, die von Allah auserwählt wurden, um den Menschen sein Wort zu übermitteln) der vorletzte Verkünder vor Mohammed. Der Gründer des Islam wird als letzter Prophet (nabi) und Gottesgesandter (rasul Allah) verehrt, dem mit dem Koran das Wort Allahs offenbart wurde. Insgesamt werden im Koran 25 Propheten genannt, beginnend mit Adam, Idrsi (Henoch), Nuh (Noah) und Ibrahim (Abraham).

Islam ABC – Teil III

 

K wie Koran

Der Koran (wörtlich: das oft zu lesende Buch) ist die heilige Schrift der Muslime. Der geoffenbarte Text des Koran verkörpert für sie das buchstabengetreue Wort Gottes, das in 114 Kapiteln (Suren) mit 6236 Versen zwischen 610 und 623 n. Chr. von Mohammed verfasst wurde. Allah ist identisch mit dem Gott der biblischen Propheten. Doch nach muslimischem Glauben bedurfte es wegen Fehldeutungen und Verfälschungen der ursprünglichen Botschaft durch andere Religionen eines weiteren Propheten – Mohammed. Der Islam anerkennt im Koran die Propheten und Stammväter der Bibel – angefangen von Adam und Abraham über Mose bis zu Jesus. Jedoch leugnet er die Gottessohnschaft und Erlösungstat Jesus Christi, wie sie in der Bibel bezeugt wird. Die Suren des Koran sind ihrer Länge nach und nicht chronologisch geordnet. Schon bald nach Mohammeds Tod 632 n. Chr. entstand die Sunna – Texte, die vorbildliche Handlungsweisen des Propheten und seiner Nachfolger enthalten. Andere Überlieferungen, Hadith genannt (arabisch für Erzählung, Bericht), bezeichnen im Islam Aussprüche und Taten des Propheten.

L wie Liebe

Auch beim Thema Liebe und Ehe gibt es uneinheitliche Strömungen: Sie reichen von traditionell bis modern, von erzkonservativ bis freizügig. Klar ist allerdings: Nach klassischem islamischem Verständnis sind die intimen Lebens­bereiche von heiratsfähigen Frauen und Männern streng getrennt. Der einzige Ort, in dem dies nicht gilt, ist die Ehe. Scheidungen gelten als verwerflich, sind aber Männern wie Frauen erlaubt. Nach schiitischer Auffassung ist auch eine Ehe auf Zeit möglich, zum Beispiel für ein paar Stunden. Sunnitische Korangelehrte verurteilen dies allerdings als Legitimation der Prostitution. Sex vor der Ehe ist nicht erlaubt, auch Ehebruch wird nach klassischem islamischen Recht, das unter anderem noch im Sudan angewendet wird, streng bestraft – mit Steinigung. Während Muslime Andersgläubige heiraten dürfen, ist den Frauen die Heirat mit Nicht-Muslimen nicht erlaubt. Homosexualität gilt nach konservativer Auslegung als Sünde, eine Bestrafung aber gibt der Koran nicht explizit vor.

M wie Moschee

Masdschid (arabisch für Moschee) ist eine Mischung aus Kirche und Gemeindesaal.Ein Ort, an dem man vor Gott niederfällt, ein ritueller Ort, an dem man gemeinschaftlich betet, ein sozialer Treffpunkt, an dem politische, rechtliche und praktische Werte vermittelt werden. Ein Muslim kann seine täglichen Gebete zwar an jedem Ort verrichten, doch wenn er Gott in einer Moschee lobt und preist, gilt dies als besonders verdienstvoll. Denn darin bringt er seine Zugehörigkeit zur Umma, zur Gemeinschaft aller Muslime, zum Ausdruck. Nur das Freitagsgebet ist an die Moschee gebunden. Der Freitag als „Tag der Zusammenkunft“ spielt im Islam eine ähnliche Rolle wie der Sonntag für Christen und der Sabbat für Juden, auch wenn er ein Wochentag ist. An diesem Tag wird in der Moschee gebetet und gepredigt, wobei die Predigt religiös und explizit auch politisch sein kann. Während einfache Moscheen von Privatpersonen gestiftet sein können, werden Freitagsmoscheen allein vom Staat unterhalten

N wie Nahostkonflikt

Als Nahostkonflikt bezeichnet man den Konflikt um die Region Palästina, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwischen Juden und Arabern entstand. Der Begriff Naher Osten wurde bis zum Ende des Osmanischen Reiches 1918 für dessen arabische Provinzen verwendet. Palästina bestand aus Verwaltungsbezirken Großsyriens. Das Völkerbundsmandat für Palästina wurde nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches 1920 Großbritannien vom Völkerbund übertragen. Das Mandatsgebiet erstreckte sich bis 1948 zwischen Jordan und Mittelmeer (heute Israel und die Palästinenser­gebiete). Durch Einwanderung von Juden und Gründung jüdischer Siedlungen entstanden die ersten Konflikte mit den dort lebenden Arabern. Dies führte zu sechs Kriegen zwischen dem am 14. Mai 1948 gegründeten Staat Israel und einigen seiner Nachbarstaaten: Palästina-Krieg (1948/49), Suez-Krise (1956), Sechstagekrieg (1967), Abnutzungskrieg zwischen Ägypten und Israel (1968–1970), Jom-Kippur-Krieg (1973), Erstem und Zweitem Libanonkrieg (1982 und 2006) sowie zahlreichen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern (Erste und Zweite Intifada, 1987 und 2000) sowie den drei Gaza-Kriegen (2008, 2012 und 2014). Der internationale Konflikt in der Region dauert bis heute an und wird durch den syrischen ­Bürgerkrieg (März 2011 bis heute) ­verschärft.

O wie Osmanen

Das Osmanische Reich war das Herrschaftsgebiet der Dynastie der Osmanen von 1299 bis 1922. In Westeuropa wurde es auch als Türkisches Reich bezeichnet. Anatolien, die heutige Osttürkei, wurde bereits im 12. Jahrhundert von den Seldschuken erobert. Die Seldschuken waren eine Fürstendynastie, die aus dem im 8. Jahrhundert ins westliche Zentralasien eingewanderten Stammesverband der Oghusen hervorging. Diese waren Nomaden, die im heutigen Kasachstan umherzogen. Namensgeber war Khan Seldschuk, der Ende des 10. Jahrhunderts zum Islam übertrat. Das Osmanische Reich ging aus dem Sultanat der oghusisch-türkischen Rum-Seldschuken hervor, die sich 1077 vom Reich der Großseldschuken abspalteten und auf dem byzantinischen Territorium in Anatolien ihr Reich errichteten. Die Osmanen herrschten über mehrere Jahrhunderte über Kleinasien, den Nahen Osten, Balkan, in Nordafrika und auf der Krim. Hauptstadt war seit der Eroberung von Byzanz, der Hauptstadt des byzantinischen Reiches, im Jahr 1453 Konstantinopel (heute Istanbul). Im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Osmanische Reich durch Kriege mit den europäischen Großmächten und innere Aufstände immer mehr zurückgedrängt. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg löste sich das Sultanat auf und eine Regierung unter General Mustafa Kemal Pascha setzte sich durch. 1923 gründete er als Kemal Atatürk die laizistische und säkulare Republik Türkei, in der Staat und Religion strikt getrennt wurden.

Islam ABC – Teil IV

 

P wie Polygamie

Der Koran erlaubt nach traditioneller Auslegung die Polygamie, sprich die Vielweiberei. Nach klassischen islamischen Recht ist die Zahl der Ehefrauen allerdings auf vier beschränkt. Als Grundlage dient Vers 3 aus Sure 4: „Und wenn ihr fürchtet, nicht gerecht gegen die Waisen zu sein, so heiratet, was euch an Frauen gut ansteht, zwei, drei oder vier . . .“. Insbesondere westlichen Islamwissenschaftler verstehen dies nicht als Legitimation für Polygamie. Außer in der Türkei und in Tunesien ist die Mehrehe allerdings in allen anderen orientalischen Ländern erlaubt, wobei das Gesetz bisweilen auch in der Türkei durch religiöse Eheschließungen umgangen wird. Jede der Frauen hat dabei ein Recht auf einen eigenen Haushalt und eigenes Vermögen. Häufig haben die Frauen keinen engen Kontakt untereinander, sondern leben getrennt in eigenen Zimmern, Wohnungen oder sogar an verschiedenen Orten.

Q wie Quadi

Wissen Sie eigentlich, woher die Redewendung „jemanden vor den Kadi zerren“ stammt? Aus dem Arabischen. Das Wort Qadi, eingedeutscht Kadi, bedeutet Richter oder Entscheider und wurde Ende des 17. Jahrhunderts aus der Märchensammlung „Tausendundeine Nacht“ entlehnt. Umgangssprachlich steht es für einen Richter. Nach der islamischen Staatslehre ist der Qadi ein Rechtsgelehrter, der im Auftrag des Kalifen vor allem richterliche Funktionen wahrnimmt und sich dabei nach dem Normensystem der Scharia richtet. Einst verwaltete er auch fürstliche und private Stiftungen und war Vormund für Findelkinder, Geisteskranke und Waisen.

R wie Ramadan

Der Ramadan (arabisch für heißer Monat) ist der muslimische Fastenmonat, der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Er dauert 29 bis 30 Tage. Im Ramadan wurde der Koran von Allah an Mohammed offenbart. Seinen Anfang markiert der Aufgang der neuen Mondsichel. Das Datum wird häufig als „Geburt des neuen Mondes“ bezeichnet. Das Fasten im Ramadan ist eine der fünf Lebensregeln und wird Saum genannt. 2015 begann der Fastenmonat am 18. Juni und endete am 16. Juli. Alle Muslime, die in vollem Besitz ihrer Geisteskräfte, volljährig und körperlich dazu imstande sind, müssen fasten. Sie dürfen in dieser Zeit von Sonnenaufgang bis -untergang nicht essen, nicht trinken, nicht rauchen, sollen sich in Gebeten auf ihren Glauben besinnen und von ihren Sünden reinigen. Das Fasten endet mit dem Fest des Fastenbrechens (Id al-Fitr), das in Deutschland am 17. Juli gefeiert wurde. Beginn und Ende des Ramadan können in den Ländern mit muslimischer Bevölkerung um einen Tag variieren. In Sure 2, Vers 185, heißt es: „(Fastenzeit ist) der Monat Ramadan, in dem der Koran (erstmals) als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist, und (die einzelnen Koranverse) als klare Beweise der Rechtleitung und der Rettung. Wer von euch während des Monats anwesend ist, soll in ihm fasten. Und wenn einer krank ist oder sich auf einer Reise befindet (und deshalb nicht fasten kann, ist ihm) eine (entsprechende) Anzahl anderer Tage (zur Nachholung des Versäumten auferlegt).“Im modernen Arabisch wird der Begriff für jede Art von staatlich eingesetzten Richtern verwendet, auch wenn sich diese bei ihren Entscheidungen nicht auf die Scharia stützen. Heute werden Qadis vor allem auf dem Land tätig, obwohl auch dort zahlreiche Rechtsstreitigkeiten von zivilen staatlichen Gerichte entscheiden werden.

S wie Sunniten/Schiiten

Der Islam ist eine gespaltene Religion. Schon wenige Jahrzehnte nach Beginn der islamischen Zeitrechnung 622 n. Chr. kam es zum Bruch. Die beiden größten Glaubensströmungen sind Sunniten und Schiiten, die sich in ihrer Geschichte immer wieder bekriegten. Heute gehören rund 85 Prozent der Muslime der sunnitischen und 15 Prozent der schiitischen Konfession an, die sich in ihrer religiösen Lehre und Praxis sowie den politischen Überzeugungen stark unterscheiden. Gerade in den letzten Jahrzehnten haben sich die innerreligiösen Konflikte extrem verschärft. Der Name Sunniten leitet sich von dem arabischen „Sunna“ ab, was so viel bedeutet wie Tradition, Brauch. Gemeint ist die Überlieferung der Worte und Taten des Propheten Mohammed, die in den „Hadith“-Schriften gesammelt sind. Der sunnitische Zweig des Islam geht zurück auf das von Abu Bakr (537–634) gegründete Kalifat. Er war einer der ersten Anhänger Mohammeds und zugleich sein Schwiegervater. Im 8. und 9. Jahrhundert bildeten sich vier sunnitische Rechtsschulen: Hanafiten, Ma­likiten, Hanbaliten und Schafiiten. Sie unterscheiden sich vor allem darin, nach welchem Verfahren Recht gesprochen und die Scharia, das islamische Recht, ausgelegt wird. Die Scharia beinhaltet alle Gesetze, die auf dem Koran und den Reden und Taten Mohammeds beruhen und in einer islamischen Gesellschaft strikt zu ­befolgen sind.

Die Schia (arabisch für Anhängerschaft) ist die zweitgrößte Glaubensrichtung. Die Schiiten betrachten Ali ibn Abi Talib, den Schwiegersohn Mohammeds, als den von ihm designierten Nachfolger und Imam. Sie pflegen eine Heiligenverehrung und einen Märtyrerkult, der den Sunniten fremd geblieben ist. Die größte Strömung sind die Zwölfer-Schiiten, die einer Reihe von zwölf Imamen folgen und vor allem im Iran, in Aserbaidschan, im Irak, in Bahrain, im Libanon, in Kuwait und Afghanistan leben.

T wie Toleranz

Mit der Glaubensfreiheit ist es so eine Sache. Zwar sagt der Koran: „Es gibt keinen Zwang in der Religion“ (Sure 2,256). Auch haben muslimische Theologen im Laufe der Geschichte immer wieder betont, dass niemand zur Konversion zum Islam gezwungen werden dürfe. Doch nach islamischem Recht bedeutet Glaubensfreiheit vor allem, dass Muslime die Freiheit haben, ihren Glauben auszuüben – und alle anderen die Freiheit haben, den Islam anzunehmen. Die Abkehr vom Islam wird nach der Scharia mit der Todesstrafe geahndet. In der westlichen Welt wird Toleranz heute über das Religiöse hinaus definiert. So wird laut Unesco-Deklaration Toleranz als „Respekt, Akzeptanz und Anerkennung gegenüber Vielfalt“ verstanden. In vielen arabischen Ländern gibt es jedoch vor allem unter Traditionalisten große Vorbehalte gegenüber der Toleranz, wie sie in der westlichen Welt gelebt wird.

Islam ABC – Teil V

 

U wie Umma

Umma bezeichnet im Islam eine Gemeinschaft, die wie ein Volk oder eine Nation über den Bereich eines Stammes oder Clans hinausreicht. Umma ist die auf dem Koran basierende religiöse Gemeinschaft aller Muslime. Nach seiner Flucht aus Mekka 622 n. Chr. und dem Exil in Medina nannte man die Anhänger Mohammeds auch eine „einzige Umma“. Schon bald nach ihrer Gründung spaltete sich die islamische Umma in verschiedene religiös-politische Parteien und Glaubensströmungen auf wie Charidschiten, Schiiten und Sunniten. Im Gegensatz zur Umma, der Glaubensgemeinschaft aller Muslime, meint der Begriff Dar ul-Islam (arabisch für Haus des Islam) das Gebiet, in dem die Muslime herrschen. Wer vom Islam abfällt, ist für Muslime ein Apostat (arabisch: Murtadd) – einer, der seinen Glauben verraten und die Umma, die Gemeinschaft aller Muslime, verlassen hat. Eine größere Sünde existiert nicht. Nach der Scharia muss ein Murtadd mit dem Tode bestraft werden. Nur Muslime haben die Freiheit, ihren Glauben auszuüben. Der Anspruch, keiner Religion anzugehören, ist undenkbar, der Übertritt zu einer anderen Religion – Christentum oder Bahai – ein Affront gegen Gott und die Umma. Eine Abkehr vom Glauben des Propheten ist für die Mehrheit der Muslime unvorstellbar. „Im Islam ist die Apostasie strikt verboten. Sie ist größte Blasphemie“, erklärt Saida Keller-Messahli, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam in Zürich. Deshalb seien Konversionen höchst selten.

V wie Vorherbestimmung

Wie im Christentum und Judentum ist auch im Islam der Gläubige ständig der Sünde und Versuchung ausgesetzt. Sie bezeichnet den unvollkommenen Zustand des von Gott getrennten Menschen und seine falsche Lebensweise, mit der er sich gegen Gottes Gebote, seinen Willen und sein Schöpfungswerk wendet und sie missachtet. Sünde ist im Islam der Ungehorsam gegen Gott, seinen Auftrag und sein Gesetz in Gedanken, Worten und Taten. An vielen Stellen preist der Koran die Barmherzigkeit, Güte und Vergebungsbereitschaft Gottes. Allah vergibt „wem er will“, doch die Abkehr vom Islam und der Unglaube sind absolut unverzeihlich. Alle anderen, auch schwere Sünden können vor Gott Vergebung erlangen. Voraussetzung ist allerdings ein echter und wahrhaftiger Glauben, wie er im Leben Mohammeds vorgezeichnet ist. So heißt es in Sure 3, Vers 31: ,Wenn ihr Gott liebt, dann folgt mir, so wird Gott euch lieben und euch eure Sünden vergeben. Und Gott ist voller Vergebung und barmherzig.“

W wie Waschung

Für eine Religion, die in den Wüsten Arabiens entstand, ist Wasser ein Ursymbol des Lebens und Gabe Gottes. Es steht für Schöpfung, Geborgenheit, Reinheit, Heilung und das Göttliche. Allah wird im Koran mit dem grenzenlosen Ozean verglichen, das Paradies wird als prächtiger Garten beschrieben, durch den reinstes Wasser fließt. Entsprechend wichtig ist für Muslime die rituelle Reinigung und Waschung. „Wudu“ meint die kleine rituelle Reinheit durch Waschung vor dem Gebet. In der Absicht sich vor Gott zu reinigen, wäscht er sich jeweils drei Mal mit reinem Wasser die Hände und Handgelenke, spült den Mund aus, reinigt die Nase, wäscht das Gesicht und die Unterarme, streicht mit seinen nassen Händen über den Kopf, befeuchtet die Ohren, wäscht die Füße samt Knöchel und spricht abschließend ein Gebet. Um nach einer großen Verunreinigung (Geschlechtsverkehr, Samenerguss, Menstruation) rituell rein zu werden, nimmt der Muslim ein Duschbad (Ghusl genannt).

X wie Malcolm X

Geboren wurde der militante Schwarzenführer 1925 als Malcolm Little, später jedoch nannte er sich Malcolm X. Seine Jugend war geprägt durch Armut, Instabilität und der Konfrontation mit Rassismus. Er geriet auf die schiefe Bahn, vollzog im Gefängnis aber eine radikale Wende. 1948 schloss er sich der Nation of Islam an. Die 1930 von Elijah Muhammad gegründete religiöse Gemeinschaft prangerte die Unterdrückung der Schwarzen an, propagierte aber im Namen Allahs auch deren Überlegenheit. 1957 wurde der intelligente und schlagfertige Malcolm X – von vielen geliebt, aber in Politik und Gesellschaft auch sehr verhasst – nationaler Sprecher der Organisation und bedeutendster Gegenspieler des Bürgerrechtlers Martin Luther King. In den 60ern kam es zu Spannungen in der Gruppe. 1965 wurde Malcolm X in New York von Mitgliedern der Nation of Islam erschossen. Die genauen Hintergründe sind ungeklärt.

Y wie Yeziden

Die Yeziden (auch Jesiden genannt; abgeleitet vom Begriff Ized: Engelswesen, Gott) sind eine Kurdisch sprechende religiöse Minderheit mit mehreren Hunderttausend Angehörigen, die sich selbst als auserwähltes Volk betrachten. Ihre Hauptsiedlungsgebiete liegen im nördlichen Irak, in Nordsyrien und in der südöstlichen Türkei. Hervorgegangen aus einer muslimischen Bruderschaft, enthält der yezidische Glaube Elemente alter kurdischer und indoiranischer Religionen. Man wird Yezide ausschließlich durch Geburt, wenn beide Elternteile yezidischer Abstammung sind. Wer einen Andersgläubigen heiratet, wird aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Die Yeziden verehren „Melek Taus“, das Oberhaupt von sieben heiligen Wesen, denen Gott die Leitung der Welt übertragen hat. Sie stellen sich ihn vor als Engel in Gestalt eines blauen Pfaus. Als der erste von sieben Engeln erschuf er im göttlichen Auftrag die Welt samt Adam und Eva. Da Melek Taus Gottes Befehl verweigerte, vor Adam niederzuknien, wurde er zum obersten Engel und Verwalter der Erde ernannt. Der wichtigste Heilige der Yeziden ist Scheich Adi ibn Musafir (1073–1163), der einen der ersten islamischen Sufi-Orden gründete. Seit August 2014 fliehen die Yeziden im Nordirak vor dem Terror des Islamischen Staates, dessen Anhänger sie als „Ungläubige“ betrachten, versklaven und ermorden.

Z wie Zinsgeschäfte

In Sure 3, Vers 130, heißt es: „Ihr Gläubigen! Nehmt nicht Zins, in dem ihr in mehrfachen Beträgen wieder nehmt, was ihr ausgeliehen habt!“ Das bedeutet, dass im Islam bis heute ein Zinsverbot besteht. Ausgeschlossen sind nicht nur Zinsen aus Wertpapieren wie Anleihen und Renten, sondern auch Einnahmen von Zinsen aus Girokonten und ähnlichen Bankprodukten. Eigentlich. Es gibt aber zahlreiche Kniffe, das Verbot zu umgehen. Einnahmen, die auf einem Handel oder einer Investition in ein bestimmtes Produkt beruhen, etwa Risikokapitalverleihung oder Vermietungen, sind ohnehin zugelassen. Ebenso der Aktienhandel: Dividenden gelten nicht als Zinsen, da Aktionäre kein bindendes Recht darauf besitzen, dass sich ihr Kapital vermehrt.

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