Die Bürgermeister-Wahl stellt Erdmannhausen vor besondere Herausforderungen. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Robin Reindl und Marcus Kohler setzen im Wahlkampf nun auf das Telefon und Social Media.

Erdmannhausen - Wird am 5. April ein neuer Bürgermeister gewählt oder legt die Kontaktsperre den zweiten Wahlgang auf Eis? So mancher ist dieser Tage verunsichert. Das weiß auch Amtsinhaberin Birgit Hannemann. Doch der zweite Wahlgang findet statt. „Zumindest Stand jetzt“, betont sie. Sollte doch noch eine Ausgangssperre kommen, wäre die Situation eine andere. Eine Wahl stattfinden zu lassen, wäre dann unverantwortlich, sagt sie. Das Landratsamt prüfe aber gerade, ob die Wahl nicht doch als reine Briefwahl durchgeführt werden kann. Was auch der Wunsch der Verwaltung wäre. Hannemann hofft, dass relativ zügig eine Entscheidung fällt, denn dann müssten auch mehr als 4000 Wahlumschläge bestellt werden. „Und der Markt ist derzeit ziemlich leer gefegt.“ Der Sprecher des Landratsamtes Ludwigsburg, Andreas Fritz, konnte gestern noch nicht sagen, wann die Behörde eine Entscheidung trifft. Sollte es keine reine Briefwahl geben, hofft Hannemann, dass am 5. April dennoch viele die Möglichkeit der Briefwahl nutzen.

Social Media soll stärker genutzt werden
Doch egal, auf welchem Weg die Erdmannhäuser am Ende ihr Kreuz setzen, die Kandidaten stellt die Zeit bis zum 5. April vor eine Herausforderung. Denn wie macht man Wahlkampf in Zeiten von Corona? Mit größtmöglicher Zurückhaltung – da sind sich Robin Reindl und Marcus Kohler einig. „Es ist eine schwierige Situation für alle. Die Gesundheit der Mitmenschen geht vor“, betont Reindl, der beim Werben um Stimmen auf persönliche Kontakte verzichtet. „Ich werde mehr über Social Media machen“, kündigt der 27-Jährige an. Sechs Einträge hatte der Bietigheimer bis Montagmittag auf seiner Facebook-Seite zur Wahl gepostet. Den letzten am Montagabend nach der Wahl. Das soll mehr werden. Auch ein Video ist geplant. Außerdem will Reindl die Erstwähler und die Senioren nicht aus dem Fokus nehmen. Und natürlich wird viel telefoniert – mit Vertretern von Vereinen und Organisationen, aber auch mit ganz normalen Bürgern. „Wie man mich erreichen kann, steht auf meiner Homepage.“

Telefonische Hausbesuche
Zurückhaltung ist auch bei Marcus Kohler zu spüren. „Die Corona-Krise steht jetzt absolut im Vordergrund. Die Menschen haben Angst, und es ist nicht angebracht, den Wahlkampf so zu führen, wie man ihn normalerweise führen würde – egal was man sich alles überlegt und geplant hatte“, betont er. Vergangenen Freitag hat der Ludwigsburger im Ortskern, dort, wo er ansonsten freitags und samstags immer persönlich gestanden ist, zwei Aufsteller mit dem Hinweis auf seine Telefonnummer platziert. „Ich biete sozusagen telefonische Hausbesuche an.“ Gas geben will er auch auf Facebook, außerdem bietet der 47-Jährige diesen Samstag um 14 Uhr eine Videokonferenz und zwei Stunden später eine Telefonkonferenz an. Auch er wird ein Video online stellen.

Virtuelles Leserforum
Die Marbacher Zeitung bietet am Dienstag, 31. März, von 19 Uhr an einen Livestream mit den beiden Kandidaten.

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