Lange Fahrzeugschlangen gehören in Zuffenhausen zum Alltag. In der Podiumsdiskussion am 21. Juli soll es deshalb vor allem um die Verkehrsproblematik gehen. Foto: Archiv Georg Friedel

Am Freitag, 21. Juli, gibt es im Bürgerhaus Rot eine Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten.

Zuffenhausen - Am Sonntag, 24. September, findet die Bundestagswahl statt. Vor diesem Hintergrund wird es am Freitag, 21. Juli, eine Podiumsdiskussion im Bürgerhaus Rot, Auricher Straße 34A, geben. Von 19.30 Uhr an werden Kandidatinnen und Kandidaten für den Wahlkreis Stuttgart II, zu dem auch Zuffenhausen gehört, zu Gast sein. Veranstalter sind der Bürgerverein Zuffenhausen, die Schutzgemeinschaft Krailenshalde, die Arge Nord-Ost, die Initiative Schöneres Zuffenhausen und der Landesnaturschutzverband Arbeitskreis Stuttgart. Schwerpunktthema soll die Verkehrsproblematik sein.

„Die letzte Legislaturperiode war für die Katz’“, sagt Joseph Michl. Der Sprecher der Arge Nord-Ost möchte damit zum Ausdruck bringen, dass sich an den hohen Lärm- und Luftbelastungen, die vor allem der Straßen-, aber auch der Bahnverkehr bringen, in den vergangenen vier Jahren nichts verändert hat. Etwa 65 000 Autos würden täglich durch den Bezirk fahren, für keine Bundesregierung sei das bisher ein Problem gewesen. Michl befürchtet sogar, dass es noch schlimmer kommt. Projekte wie der Rosensteintunnel oder derNord-Ost-Ring könnten dazu führen, dass die Zahl der Fahrzeuge auf bis zu 110 000 am Tag ansteige. Annemarie Raab von der Schutzgemeinschaft Krailenshalde sieht das ähnlich: „Von leeren Versprechungen haben wir in den vergangenen Legislaturperioden viele gehabt.“ Deshalb möchten sie und ihre Mitstreiter, dass die für Zuffenhausen zuständigen Bundestagskandidaten offen Farbe bekennen und die örtlichen Probleme mit nach Berlin nehmen.

Die AfD hat die Einladung nicht beantwortet

Ihr Kommen angekündigt haben Anna Christmann (Bündnis 90/Die Grünen), Karin Maag (CDU), Michael Jantzer (SPD), Bernd Riexinger (Die Linke) sowie Volker Weil (FDP). Eingeladen worden war auch die AfD, eine Antwort haben die Organisatoren allerdings bis dato keine bekommen. „Wir haben niemand ausgegrenzt“, betont Joseph Michl.

Moderieren wird die Veranstaltung Romeo Edel von der evangelischen Akademie Bad Boll. Zu Beginn soll es zunächst ein rund zehnminütiges Impulsreferat von Joseph Michl geben. Dann werden jedem der Kandidaten vom Moderator konkrete Fragen gestellt. Danach haben die Bürger Gelegenheit, ihre Anliegen vorzubringen. Zum Schluss können die Politiker eigene Statements abgeben.

„Die Diskussion ist eine gute Chance zu hören, wofür sich die verschiedenen Parteien einsetzen“, sagt Raab. Außerdem könnten die Besucher sehen, wer hinter den Gesichtern auf den Wahlplakaten stecke. Vor vier Jahren hatte es einen Kandidatenspaziergang durch Zuffenhausen gegeben. Etwas Zählbares, das meint Christina Kolb, Vorsitzende des Bürgervereins, sei dabei aber für den Bezirk nicht herausgekommen. „Irgendwann sind die Bürger sauer“, sagt Joseph Michl. Die Abgeordneten seien schließlich die Beauftragten des Volkes und würden auch nur deshalb im Bundestag sitzen, weil die Wähler sie dort hingebracht hätten. Welche Partei sich letztendlich für Zuffenhausen einsetzt, sei egal. Wichtig wäre, dass überhaupt etwas passiere. Die Stuttgarter Abgeordneten, das schlägt Kolb vor, sollen über die Fraktionsgrenzen hinaus Bündnisse schließen und sich so gemeinsam für den Wahlkreis einsetzen.

Zwei Wünsche stehen bei den Organisatoren der Diskussion ganz oben: „Kurzfristig wäre ein Tempolimit von 80 herunter auf 50 Stundenkilometer auf der B 10/27 machbar. Nur die Schilder würden Geld kosten“, sagt Michl. Lärm- als auch Luftbelastungen würden dadurch deutlich reduziert. Langfristig helfe aber nur ein Tunnel für die B  10/27. Dass dieser in der kommenden Legislaturperiode nicht kommt, scheint klar. Was aber am Engagement der Zuffenhäuser nichts ändert. „Wir werden dieses Brett weiter bohren“, sagt Raab und Joseph Michl kündigt an: „Wir sind auch in vier Jahren wieder da, aber weniger brav.“

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