16 Jahre lang war Stefan Altenberger Bürgermeister in Kernen. In Gerlingen wäre er der Stellvertreter von Bürgermeister Dirk Oestringer. Foto: Stadt Schorndorf

Stefan Altenberger, ehemals Bürgermeister in Kernen, hat sehr gute Chancen, in Gerlingen Erster Beigeordneter zu werden. Der 56-Jährige ist erst seit wenigen Monaten Fachbereichsleiter in Schorndorf.

Schorndorf - Die Chancen stehen gut, dass Stefan Altenberger, der ehemalige Bürgermeister von Kernen, am Mittwoch vom Gemeinderat in Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) zum Ersten Beigeordneten – also zum hauptamtlichen Stellvertreter des Bürgermeisters – gewählt wird. Von zunächst 22 Kandidaten waren zwei Bewerber in die Endrunde gekommen. Da sein Konkurrent kurzfristig zurückgezogen hat, steht nur noch Stefan Altenberger zur Wahl.

Er war im vergangenen Jahr nach zwei Amtsperioden als Bürgermeister in Kernen sehr überraschend nicht wieder gewählt worden, sondern Benedikt Paulowitsch (SPD) unterlegen. Danach hatte sich Altenberger erfolglos für die Stelle als Erster Beigeordneter in Radolfzell beworben. Erst Ende März trat er schließlich als Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung in Schorndorf an. „Ich fühle mich sehr wohl in Schorndorf, habe ein super Team“, sagt der parteilose 56-Jährige, der für die Freien Wähler im Kreistag sitzt.

Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeit in Gerlingen reizt

Trotzdem reize ihn die Aufgabe in Gerlingen sehr – die damit verbundene Verantwortung sowie die Möglichkeit, zu gestalten. „Dort kommt noch der Baubereich dazu, das ist eine große Herausforderung“, sagt Altenberger, der damit rechnet, dass Gerlingen im Laufe der kommenden Jahre Große Kreisstadt wird – was weitere Aufgaben mitbringen würde.

„Ich freue mich, gemeinsam mit dem Gemeinderat und der Bürgerschaft Projekte zu entwickeln, das mache ich gerne“, sagt Altenberger. Er sehe zum Beispiel die städtebauliche Gestaltung von Gerlingen als wichtiges Thema: „Gerlingen strömt einen gemütlichen Charakter aus. Dieser darf nicht verloren gehen, auch wenn die Gemeinde städtischer wird.“ Da der Gerlinger Bürgermeister Dirk Oestringer (parteilos) erst im Februar sein Amt angetreten hat, würde sich zusammen mit Altenberger ein neues Team an der Spitze der Stadt bilden.

Der Schorndorfer Oberbürgermeister würde den Wechsel Altenbergers bedauern: „Er ist sehr gut hier angekommen, es gab ein positives Feedback, und er war eine wirkliche Verstärkung“, sagt Matthias Klopfer, dem nun nach kurzer Zeit wieder eine mühsame Suche nach einem neuen Fachbereichsleiter bevorsteht.

Altenberger will Remstal und Remstalkellerei treu bleiben

Stefan Altenberger will dem Remstal treu bleiben, auch wenn er in Gerlingen gewählt wird: „Wir haben zwei Kinder, und die wollen wir nicht rausreißen“, sagt er. Auch seinen relativ neuen Nebenjob als Aufsichtsratsvorsitzender der Remstalkellerei will er behalten: „Das ist eine Herzensangelegenheit. Die Kellerei befindet sich in einer schwierigen Zeit, aber wir sind auf einem guten Weg und werden sie da rausholen.“ Da er Vorsitzender des Tourismusvereins Remstal-Route gewesen sei, würde sich mit diesem Amt in gewisser Weise ein Kreis schließen.

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