Bernhard Ellwanger legt beim ersten Leseeinsatz selbst Hand an. Foto:  

Die ersten Beeren sind eingebracht – für Neuen Wein oder Saft. Die Hauptlese startet in zwei Wochen und dafür gibt es gute Gründe.

Weinlese - Das sieht bisher gut aus“, hat Wengerter Bernhard Ellwanger am Wochenende während der Schorndorfer Weintage gesagt, an denen das Großheppacher Weingut wegen der eigenen Weinberge am dortigen Grafenberg regelmäßig mit von der Partie ist. Am Dienstag ist er dann selbst mit in den Weinbergen oberhalb von Geradstetten gestanden, wo die Ellwangers ihren ersten Leseeinsatz der aktuellen Saison hatten. Material für den „prickelnden Traubensaft“ war gefragt, sagt Sohn Sven. Das frisch prickelnde und alkoholfreie Getränk machen die Ellwangers aus den früh reifen Sorten Müller-Thurgau und Solaris.

Hauptlese ab der dritten Septemberwoche

Mit als Erste in den Weinbergen waren im Remstal schon in der vergangenen Woche einige Wengerter der Remstalkellerei, die sich mit Trauben für Neuen Wein versorgten. Die eigentliche Weinlese wird dagegen noch etwas auf sich warten lassen. Er gehe davon aus, dass es in der dritten Septemberwoche richtig losgeht, sagt dazu in Stetten Wolfgang Haidle.

In den Weinbergen sehe es sehr gut aus, sagt der Stettener zur Lage der Dinge kurz vor dem Lesestart. „Der Riesling sieht schon richtig goldgelb aus.“ Bis auf eine gewisse natürliche Reduzierung durch Sonnenbrand – der vor allem Trollinger und Riesling getroffen habe – „sieht das super aus – zom neibeißa“.

Es könnte ein hervorragender Jahrgang werden, meint Haidle als Zwischenbilanz, allerdings werde die Witterung der kommenden Wochen noch sehr entscheidend sein. Da sehe es momentan recht gut aus. Kühle Nächte mindern die Gefahr von Fäulnis und sorgen für gute Aromaausbildung. Und sie mindern eine andere schlecht einschätzbare Gefahr: „Die Kirschessigfliege, die ist schwer am Start.“

Gesunde Trauben in den Weinbergen

„Ein leidiges Problem“, sagt auch Sven Ellwanger zu dem importierten Schädling. Dem wolle man auf den eigenen Flächen mit Kalk zu Leibe rücken – die Fliege gehe schließlich ausschließlich auf blaue Beeren. Ansonsten stünden auch in ihren Weinbergen sehr gesunde Trauben, die allerdings bis zur physikalischen Reife noch etwas Zeit brauchen. Angesichts allgemeiner Trockenheit sei der Regen Mitte Juli „überlebenswichtig“ gewesen. „Ich sag mal, wir sind bisher zufrieden“, bilanziert er in schwäbischer Zurückhaltung. Der eigene Lesestart sei bisher auf den 15. September terminiert. „In der Woche werden wir wohl drei oder vier Lesetage haben.“

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