Hinter einem merkwürdigen Anruf steckte offenbar nur ein Streich. Foto: dpa/Marc Müller

Ein Unbekannter gibt sich am Telefon als Schulsozialarbeiter aus und will sich mit einem Kind treffen – dabei gibt es an der Schorndorfer Schule gar keinen männlichen Schulsozialarbeiter. Im Nachhinein stellt sich heraus: Der Anruf war ein übler Telefonstreich.

Schorndorf - Es war offensichtlich nur ein reichlich geschmackloser Telefonstreich. Trotzdem hat die Leitung der Schorndorfer Gemeinschaftsschule Rainbrunnen die Eltern vorsorglich über einen zunächst besorgniserregenden Vorfall in der vergangenen Woche informiert.

Ein seltsamer Anruf macht misstrauisch

Ein Unbekannter hatte sich am Telefon gegenüber einer Familie als neuer Schulsozialarbeiter ausgegeben. Die Mutter solle ihr Kind daran erinnern, dass es an dem Vormittag einen Termin mit ihm vor dem Büro der Schulsozialarbeit im Schulgebäude habe. Weil der Mutter dies seltsam vorkam, informierte sie die Schule. Ihr Gefühl hatte sie nicht getäuscht: An der Gemeinschaftsschule sind ausschließlich drei weibliche Schulsozialarbeiterinnen tätig. Schulleiterin Karola Gross berichtet, dass die Schulmitarbeiter zu besagtem Termin die Augen offengehalten hatten: „Wir konnten aber keinen Unbekannten in der Schule entdecken“, sagt sie.

Polizei: Handynummer gehört zu einem Onlinedienst für Telefonstreiche

Wie die Schulleiterin weiter berichtet, informierte die Familie die Polizei. Diese fand schließlich heraus, dass die Handynummer zu der Homepage eines Onlinedienstes gehört, über den man Telefonstreiche zu den unterschiedlichsten Themen anleiern kann. „Man wird von einer Computerstimme angerufen, kann das aber nicht erkennen “, erläutert ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen.

Der Anrufende kann Sätze und Worte anklicken und das Gespräch mit seiner Zielperson dadurch steuern. Strafrechtlich relevant sei dieser Anruf, mit dem vermutlich irgendjemand der betroffenen Familie weismachen wollte, dass ihr Kind Probleme an der Schule hat, nicht.

Maßnahmen an der betroffenen Schorndorfer Schule

Die Schulleitung berichtet in dem Elternbrief von verschiedenen Maßnahmen, die sie vorsorglich getroffene habe. „Wir haben uns von der Polizei beraten lassen“, erzählt Karola Gross. Zudem seien die Kinder daran erinnert worden, dass Termine mit der jeweiligen Schulsozialarbeiterin nur in Absprache mit den Lehrkräften erlaubt sind. „Wir haben die Kinder auf behutsame Weise noch mal sensibilisiert, sich nicht von fremden Personen ansprechen zu lassen und gegebenenfalls Lehrkräfte und das Betreuungspersonal darüber zu informieren“, heißt es weiter in dem Infobrief.

In diesem wird auch darum gebeten, dass die Kinder nach einer ersten Orientierungsphase am Schuljahresbeginn ohne ihre Eltern in das Schulgebäude kommen – zu unübersichtlich sei die Situation, wenn neben den Kindern viele Erwachsene im Haus unterwegs seien.

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