Der Familienvater erlitt bei der Attacke Bisswunden (Symbolbild). Foto: dpa

Der Fall war groß in den Schlagzeilen: Ein 24-Jähriger soll seine Bulldoggen im Park auf den Vater einer Großfamilie gehetzt haben. Das Opfer wurde schwer verletzt. Es war nicht das einzige Mal, dass der Hundebesitzer aggressiv auffiel. Jetzt hat ein Gericht geurteilt.

Magdeburg - Ein Deutscher, der seine Bulldoggen in Magdeburg auf einen syrischen Familienvater gehetzt und ihm damit schwere Verletzungen zugefügt haben soll, muss für vier Jahre ins Gefängnis. Aufgrund zahlreicher Zeugenaussagen sah es das Landgericht der Stadt am Dienstag als erwiesen an, dass der 24-Jährige in mehreren Fällen aktiv Auseinandersetzungen mit anderen Leuten herbeigeführt habe. Die Verteidigung hatte hingegen auf Notwehr plädiert und einen Freispruch erreichen wollen.

Die Richter schilderten ihre Rekonstruktion der Tat vor einem halben Jahr so: Der 24-Jährige war mit seinen Hunden in einem Park spazieren, sah die syrische Großfamilie beim Picknick, spuckte mehrfach vor den Erwachsenen und den Kindern aus und rief ihnen etwas zu, das sie nicht verstanden. Bei seiner Gassirunde kam er zurück, spuckte wieder aus und stachelte seine beiden Hunde mit regelmäßigem Anziehen der Leine an.

Biss geht nur knapp an Blutgefäß vorbei

Als der 29-jährige Familienvater den Angeklagten auf sein Verhalten ansprach, ließ dieser laut Urteil die Hunde los - und sie bissen zu. Das habe der Mann erst unterbunden, als eine größere Menschenmenge dazukam, die sich ihrerseits mit Stöcken und den Gürteln aus ihren Hosen bewaffnet hatten. Das Gericht erkannte das als Abwehr gegen die aggressiven Hunde an - und sah im 24-Jährigen den Provokateur. Die Wunden des 29-Jährigen seien definitiv auf Bisse zurückzuführen, im Bein gingen sie nur knapp an einem großen Blutgefäß vorbei.

Zusammen mit anderen Tatvorwürfen gingen die Richter von vier Körperverletzungen aus, zwei davon wurden als gefährlich eingestuft.

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