Alkopops wie Bacardi Breezer oder Smirnoff Ice waren eine Zeit lang der Hit unter Jugendlichen. Foto: AP

Was heute Longdrinks wie Gin Tonic oder Hugo sind, waren früher Alkopops oder Wodka-Bull. Jeder hatte vermutlich dieses eine Getränk, das er heute nicht mehr trinken würde. Wir haben die schlimmsten Drinks aus unserer Jugend zusammengestellt.

Stuttgart - Wir haben sie alle: Jugendsünden. Ob heute grässlich wirkende Kleidung, eigentlich untragbare Frisuren oder eine uns Jahre später völlig unverständliche Getränkeauswahl.

Während man als erwachsener Mensch doch eher auf Klassiker wie Wein, Bier oder mal einen gepflegten Whiskey setzt, wurde in der Jugend zusammengemischt und getrunken, was das Getränkeregal im Supermarkt hergab.

Schließlich war das Geld knapp und die Devise lautete meist: „Hauptsache, es ballert!“ Damit der billige Fusel einigermaßen genießbar war, haben viele von uns gemixt, was das Zeug hält. Heraus kamen dabei nicht nur sonderbare Kreationen namens Korea oder Wodka-Brause, auch der Kopf am nächsten Tag war dicker als jedes süße Bananenweizen.

Wir haben die sündhaftesten Drinks aus unserer Jugend zusammengestellt:

Smirnoff Ice, Bacardi Breezer und Co.

Alkopops waren Anfang der 2000er von keiner Party wegzudenken und die Kühlregale waren voll davon. Die süßen Mischgetränke sahen farblich schick aus, hatten meist etwas mehr Umdrehungen als ein Bier und schmeckten eigentlich nur nach Limo. Trügerisch, denn der Effekt war am nächsten morgen oft nur zu deutlich spürbar.

Becks Green Lemon, Mixery oder Sanwald Blue

Wer es nicht ganz so hart wollte, der trank Bier-Mischgetränke. Von Bier mit Sprite, Bier mit Cola oder Bier mit Energy: Es gab keine Geschmacksrichtung, die es nicht schon passend abgefüllt in Flaschen gab. Besonders beliebt waren die teils recht süßen und kaum nach Bier schmeckenden Getränke bei den jungen Frauen.

Korea, Bambule oder „kalte Muschi“

Ein Mischgetränk, das bis heute spaltet. Während die einen davon schwärmen, wie sie bei jedem Dorffest mit einem Halbe-Glas Rotwein mit Cola auf den Bierbänken tanzten, können andere es einfach nicht nachvollziehen, wie man diese zwei Getränke zu einer derartigen Scheußlichkeit zusammenmischen konnte. Aber sind wir mal ehrlich: den billigen Rotwein hätte man pur so wieso nicht trinken können.

Bananenweizen

Wenn wir schon bei seltsamen Bier-Kombinationen sind: Bananenweizen. Weizenbier ist eine Kunst und Geschmackssache für sich. Nicht perfekt temperiert oder eingeschenkt, geht der Genuss flöten. Mischte man früher das von Natur aus schon leicht nach Banane schmeckende Getränk dann noch zusätzlich mit zuckersüßem Bananensaft, so wurde das Weizenbier völlig bis zur Unkenntlichkeit verändert. Und dann schien es plötzlich auch Jugendlichen zu schmecken.

Wodka-Brause, Wodka-Bull und alle anderen Wodka-Mischungen

Wer Wodka getrunken hat, der wollte es wissen. Besonders in Discos – es gab Zeiten, da konnte man Clubs wirklich noch nennen – waren jegliche Mischungen mit Wodka äußerst beliebt. Der neutrale Schnaps wurde mit allem gemischt, was irgendwie Geschmack brachte. Wer es süß mochte, trank Wodka-Kirsch und wer wach bleiben wollte Wodka-Bull. Die Krone der Wodka-Schöpfungen war aber Wodka-Brause. Dabei wurde meist erst das Brausepulver in den Mund gekippt und mit Wodka runtergespült – eine prickelnde Angelegenheit.

Desperados, aber bitte mit Zitrone

Was einst als Herrengedeck bezeichnet wurde, entwickelte sich im Laufe der Zeit zum hippen Getränk mit dem spanischen Namen Desperados. Das Bier mit Tequilageschmack wurde klassischerweise mit einem Zitronenspalt im Flaschenhals serviert – wie beim echten Tequila eben. Bevor man aber das Bier für die ganz Harten trinken konnte (ist ja schließlich Schnaps drin), versuchte man also die Zitrone mit den Fingern ganz in die Flasche hineinzustopfen – was regelmäßig zu Sauereien geführt hat.

Cola- oder Fanta-Korn

Alkopops sind das eine, Cola- oder Fanta-Korn noch einmal etwas ganz anderes. Während man bei Wodka-Mischgetränken oder Smirnoff Ice mit Limo Geschmack an den sonst so faden, hochprozentigen Alkohol brachte, versuchte man bei Korn, diesen zu übertünchen. Wer zu diesem Getränk griff, war entweder schon am Ende des Abends angelangt oder wollte so schnell wie möglich, dass dorthin gelangen.

Amaretto-Apfelsaft

Da kleben einem schon alleine beim Gedanken daran die Lippen vor lauter Zucker aneinander. Amaretto-Apfelsaft war sicher etwas für ganz spezielle Zeitgenossen, die sich nicht mit popeligen Wodka-Mischen zufriedengaben. Der italienische Likör, den man eigentlich nur aus Tiramisu oder anderen Süßspeisen kennt, wurde aber nicht verbacken, sondern mit Apfelsaft und Tonic gemischt.

Malibu-Maracuja oder Batida-Kirsch

Wenn die weiße Flasche Malibu auf dem Tisch stand, dann wurde meist etwas Besonderes gefeiert. Schließlich war der Rum mit „Coconut Flavour“ nicht gerade günstig. Gemischt wurde trotzdem – oder gerade deswegen. Am liebsten mit Maracuja-Saft, um das karibische Flair zu erhalten. Ähnlich verhielt es sich bei Batida de Coco. Das brasilianische Mischgetränk aus Kokosmilch, Zucker und Zuckerrohrschnaps

Sekt-Bull

Klar, konnte man auch Sekt pur trinken – gerne reihum direkt aus der Flasche auf dem Weg in die Disco. So richtig Spaß machte die Blubberbrause aber erst, wenn zusätzlich noch ein Energydrink dazu gemischt wurde. Dann gelangte der Alkohol ohne Umwege in den Kopf. Der Geschmack blieb dadurch allerdings auf der Strecke.

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