Im Supercup am Dreierblock des SSC Schwerin gescheitert: Celine van Gestel, eine der neun Neuen bei Meister Allianz MTV Stuttgart. Foto: dpa/Sina Schuldt

Die Rivalität zwischen den deutschen Top-Teams im Frauen-Volleyball ist groß – so groß, dass das eingesetzte Geld immer wieder zum Reizthema wird.

Stuttgart - Der erste Titel ist weg, Allianz MTV Stuttgart hat den Supercup gegen den SSC Schwerin mit 1:3 verloren. Und dennoch bricht beim Volleyball-Meister niemand in Panik aus. Jeder weiß: Neun neue Spielerinnen zu integrieren, das erfordert Geduld. Und zugleich gehen nach dem Supercup alle davon aus, dass sich die beiden Dauerkonkurrenten auch diese Saison auf Augenhöhe bewegen werden, wahrscheinlich gemeinsam mit dem Dresdner SC. Das verspricht spannende Duelle. Auf dem Feld, aber auch hinter den Kulissen. Wie beim Supercup.

In der Vergangenheit hatten die Verantwortlichen von Allianz MTV Stuttgart gerne darauf verwiesen, dass die Rivalen in Schwerin und Dresden über höhere Etats verfügen – was auch dabei half, die eine oder andere Niederlage in entscheidenden Spielen zu ertragen. Nun hat Felix Koslowski zurückgeschlagen. Der Coach des SSC Schwerin, der zugleich Bundestrainer ist, erklärte vor dem Supercup, warum sein Team diesmal der Außenseiter sei: „Die Spitzenclubs haben weiter aufgerüstet, Stuttgart hat den teuersten Kader.“

Es ist ein Satz, der bei Aurel Irion und Kim Renkema nicht gut ankam. Aus verschiedenen Gründen. „Es gibt Trainer, die sprechen gerne über andere Vereine, ohne Fakten zu kennen“, meint der Geschäftsführer des Meisters, „eine solche Aussage steht Felix Koslowski nicht zu.“ Zumal sie inhaltlich auch noch falsch sei. „Nicht mal unser eigener Trainer kennt unser genaues Budget. Felix Koslowski hat weder Ahnung noch Einblick in unsere Zahlen“, sagt Kim Renkema, „seine Einschätzung ist für uns völlig irrelevant, denn sie entspricht nicht der Realität.“

Der Meister musste investieren

Wie es wirklich ist? Darüber lässt sich nur spekulieren. Fakt ist: Allianz MTV Stuttgart leistet sich in dieser Saison den teuersten Kader, den der Bundesligist je hatte. „Wir mussten investieren, um unser sportliches Niveau zumindest zu halten, und eventuell haben wir es ja sogar steigern können“, erklärt Irion. Rund zwei Drittel des Saisonetats, der sich bei Erfolgen in der Champions League und im Pokal Richtung 1,7 Millionen Euro bewegen dürfte, werden für Personalkosten (Team, Trainer, Geschäftsstelle) aufgewendet. „Obwohl ich keine genauen Zahlen aus Schwerin und Dresden kenne, glaube ich nicht, dass unsere Mannschaft teurer ist“, meint Irion. Und Renkema sagt: „Es dürfte in dieser Saison, was die Personalkosten angeht, zwischen den besten drei Teams der Liga keine großen Unterschiede geben. Sie liegen so nahe beieinander, dass die Ausgaben für die Spielerinnen nicht darüber entscheiden werden, wer am Ende Titel gewinnt.“

Das zumindest ist eine interessante Aussage. Weil sie nicht nur auf ein spannendes halbes Jahr hindeutet. Sondern zugleich die Entschuldigung, die Konkurrenz sei eben finanziell besser ausgestattet, für diese Saison ad absurdum führt.

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