Beate Schlotterbecks Kekse eignen sich zum Teil für Tier und Mensch. Foto: Jacqueline Fritsch

Beate Schlotterbeck aus Filderstadt verkauft im Almhüttendorf auf dem Cannstatter Wasen Hundekekse, die aber nicht nur den Vierbeinern munden. Was bringt einen dazu, eine Hundekeks-Backstube aufzumachen?

Bernhausen/Bad Cannstadt - Sowohl Hunde als auch Herrchen und Frauchen dürfen bei Beate Schlotterbeck gerne probieren. „Wenn sie sich trauen“, sagt sie und lacht. Essbar sind ihre Hundekekse auch für Menschen – aber manche sind so gemacht, dass auch ein großer Hund eine Weile knabbern muss. „Einmal hat sich ein Mann den härtesten meiner Kekse in den Mund geschoben, so schnell konnte ich gar nicht gucken“, erzählt Schlotterbeck. Dass der Keks – der gar nicht wie ein Keks aussieht, sondern mehr einem unförmigen Tischtennisball ähnelt – wirklich für ein starkes Hundegebiss gemacht ist, habe der Mann dann auch gemerkt und aufgegeben. Menschen sollten also an Beate Schlotterbecks Verkaufshütte nicht unbedingt alles probieren – der Vierbeiner will ja schließlich auch noch etwas abhaben.

Backstube für Hundekekse in Dusslingen

Seit sieben Jahren geht Beate Schlotterbeck nun schon zweimal im Jahr mit ihren Hundekeksen auf den Wasen – zum Frühlingsfest und zum Volksfest. Die Frau aus Bernhausen lebt von dem Geschäft mit den tierischen Leckereien. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie eine Backstube in Dusslingen bei Tübingen. „Das kann man sich vorstellen wie eine Weihnachtsbäckerei, nur das ganze Jahr über“, sagt Schlotterbeck. Teig ausrollen, ausstechen, Brezeln formen – das meiste macht sie von Hand. „Wir achten auch darauf, dass die Zutaten möglichst regional sind“, sagt die Filderstädterin.

So kommen die Äpfel für die Karottenstangen aus dem Umkreis und die Minze sogar aus dem eigenen Garten. Außerdem verwendet Beate Schlotterbeck für ihre Kekse kein Weizenmehl, sondern Dinkelvollkornmehl von der Schwäbischen Alb. „Weil das einfach das bessere Getreide ist und viele Hunde kein Weizen vertragen“, erklärt sie. In den Keksteig kommen dann noch alle möglichen Zutaten, „die das Hundeherz höherschlagen lassen“. Nämlich Thunfisch, Käse, Leberwurst. „Fast jeder Hund mag Leberwurst“, sagt Schlotterbeck. Deshalb verkaufen sich diese Kekse besonders gut. Ein anderer beliebter Klassiker sei die Hundebrezel. „Da kommen die Leute und sagen ‚Eine Brezel für den Hund? Das brauch ich auch‘“, erzählt Schlotterbeck. Und diese Brezel kann selbst der Hundehalter mit gutem Gewissen essen. „Das Einzige, was man für Menschen noch mit reinbacken würde, ist Salz“, erklärt Schlotterbeck.

Ihr eigener Hund hat sie auf die Idee gebracht

Natürlich ist Beate Schlotterbeck wegen ihrem Hund auf die Idee mit den Keksen gekommen. „Mister Wilson war der Startschuss und Namensgeber für uns“, sagt sie, „aber der lebt mittlerweile leider nicht mehr“. Mister Wilson war eine Deutsche Dogge – heute erinnert noch der Name „Mr. Wilsons Hundebäckerei“ an ihn. Der Name steht auch groß auf der Hütte, in der Beate Schlotterbeck auf dem Cannstatter Volksfest ihre Kekse an die Herrchen bringt.

Auf dem Festgelände sind zwar keine Hunde erlaubt, trotzdem läuft der Verkauf dort immer ganz gut, meint sie. „Wir fühlen uns wohl hier im Almhüttendorf“, sagt die Hundeliebhaberin, „wir sind so ein bisschen die letzte Kuriosität, die übrig geblieben ist“. In diesem Jahr hätte allerdings das Wetter etwas besser sein können. „Aber wir haben ja noch ein paar Tage vor uns“, sagt Schlotterbeck. Das Volksfest geht noch bis Sonntag, 13. Oktober.

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